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Fairness wird auf Fußballplätzen der Alb betont, dennoch ist nicht alles sauber

Staffeltag der Münsinger Kreisligen A1, B1 und C1 Alb

von SWP / Albert Pukall · 22.07.2017, 07:42 Uhr · 0 Leser
Engagierte Staffeltagsleiter in Auingen (von links): Marco Engesser (Staffelleiter C2, Schiedsrichtereinteiler), Horst Beck (Bezirksvorsitzender), Richard Grübel (A1 und C1), Daniel Leyhr (B1).
Engagierte Staffeltagsleiter in Auingen (von links): Marco Engesser (Staffelleiter C2, Schiedsrichtereinteiler), Horst Beck (Bezirksvorsitzender), Richard Grübel (A1 und C1), Daniel Leyhr (B1).
Staffeltag der Münsinger Kreisligen A1, B1 und C1 Alb. Schiedsrichtermangel belastet den Spielbetrieb. Während auf dem Platz mehr Disziplin einkehrt, geht abseits davon nicht alles ganz sauber zu.

Insgesamt 37 Vereinsvertreter waren beim diesjährigen Staffeltag der Münsinger Fußballligen A1, B1 und C1 Alb für Aktiven-Mannschaften im Münsinger Stadtteil Auingen anwesend.

Was diese dort von den jeweiligen Staffelleitern, dem Schiedsrichterobmann Markus Werthmann und dem Bezirksvorsitzenden Horst Beck zu hören bekamen, war zwar viel Positives, doch auch viele kritische Äußerungen blieben nicht verborgen.

Den Auftakt zum zweieinhalbstündigen Staffeltag machte Richard Grübel, seines Zeichens Staffelleiter der Kreisliga A1 Alb und der Kreisliga C1 Alb. In seinem Rückblick auf die abgelaufenen Saison berichtete er gleich von Schwierigkeiten vor und am ersten Spieltag. „Mein Wunsch war es, die Wünsche der Vereine zu minimieren“, so Richard Grübel.

Dennoch hatte er vor dem ersten Spieltag insgesamt 40 Spielverlegungswünsche der Vereine auf dem Tisch liegen. Obwohl Grübel alles tat, was in seiner Macht steht, konnte er diese nicht alle erfüllen. Am ersten Spieltag kam es dann dennoch gleich zum Nichtantritt des TSV Steinhilben bei der TSG Upfingen. „Das ist natürlich ärgerlich, aber absolut die Schuld von Steinhilben gewesen“, so Grübel.

Staffelleiter fühlt sich getäuscht

Weitere Nichtantritte, vor allem in der Endphase des Saison und den Abbruch des Gastspiel des SV Auingen in der 86. Minute beim FC Römerstein, wunderten Grübel genauso, wie ein Spielabsagewunsch auf Grund des vielen Schnees des FC Römerstein an einem Freitagabend bezüglich des Spieltags Sonntag.

„Als ich dann mitbekommen habe, dass am Samstag auf dem Platz in Römerstein Jugendspiele ausgetragen wurden, fühlte ich mich angelogen und war richtig sauer“, so Grübel.

Um dies in Zukunft zu verhindern, nimmt sich Grübel vor, die Plätze bei entsprechenden Absagewünsche selbst unter Augenschein zu nehmen oder von einem Schiedsrichter überprüfen zu lassen. „So etwas lasse ich mir nicht gefallen und kommt auch nicht mehr vor“, kündigt Richard Grübel an.

Insgesamt hatte Grübel in den Kreisligen A1 und C1 Alb 30 Neuansetzungen zu terminieren. „Das ist natürlich für die Vereine dann schon ein Kraftakt mit den vielen Spielen unter der Woche, aber dann leider nicht anders zu regeln“, so Grübel.

Von „Spielmanipulationen“ sprach der Staffelleiter dann gar bei einigen C-Liga-Nachholspielen, als „urplötzlich Spieler aus den höherklassigen Vereinen auf dem Spielberichtsbogen auftauchten.“

Absolut begeistert zeigte sich Richard Grübel von den Platzverweisen: „Es scheint so, dass wir auf der Alb anständiger geworden sind.“

In der A1-Liga gab es nur sieben Rote Karten (im Vorjahr zehn) und nur zehn Gelb-Rote Karten (im Vorjahr 28). Auch in der C 1 Alb sind die Roten Karten von zwei (im Vorjahr vier) und die Gelb-Roten Karten von zehn (im Vorjahr 20) stark zurückgegangen. Die Bußgelder in der A-Liga sind dagegen auf 880 Euro gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen, während sie in der C 1 auf 385 Euro einen starken Rückgang erlebten.

Grübels größter Wunsch für die neue Spielzeit ist „mehr Fairness gegenüber dem Schiedsrichter, da dieser zum Fußball gehört wie das Amen in die Kirche.“

Grübel, seit 1972 als Staffelleiter im Einsatz, bedankte sich schließlich noch für die überwiegend sehr gute Zusammenarbeit mit den Vereinsverantwortlichen und dem „Top-Verhältnis“ zu den Schiedsrichtergruppen und den Schiedsrichtereinteilern.

Doppelbestrafung neu geregelt

Ähnlich sah das Resümee zur letzten Saison von Daniel Leyhr, Staffelleiter der Kreisliga B1 Alb aus. Auch hier gab es nur sieben Rote Karten (gegenüber zehn im Vorjahr) und 18 Gelb-Rote (gegenüber elf im Vorjahr). „Es scheint so, als haben die Schiedsrichter die neuen Regeländerungen der Doppelbestrafung gut umgesetzt“, so Daniel Leyhr, der selbst als aktiver Schiedsrichter im Einsatz ist. Besonders den FC Dottingen/Rietheim und den FV Bad Urach II hob Leyhr hervor, da diese beide Teams in der ganzen Saison ohne einen Feldverweis ausgekommen sind. Bei den 132 angesetzten Spielen hatte es in der Kreisliga B1 nur sieben Spielverlegungen gegeben. „Das war sicherlich der Tatsache geschuldet, dass wir bereits am 12. November 2016 in die Winterpause gegangen sind“, so Leyhr.

Die Spielausfälle, insbesondere in der Schlussphase der Saison, bemängelte der Staffelleiter entsprechend, primär auch deswegen, weil diese maßgeblichen Einfluss auf die Meisterschaft hatten. Besonders bitter traf es den SV Zainingen II, der zu Saisonbeginn einen abgemeldeten Spieler einsetzte und deswegen drei Punkte abgezogen bekam.

Marco Engesser, Staffelleiter der Kreisliga C2 Alb, hatte in Auingen ein „Heimspiel“ und berichtete von der kleinsten Staffel mit insgesamt fünf Teams und 40 Spielen.

Vier verlegte Spiele entsprechen hier einer Verlegungsquote von satten zehn Prozent. Auch mit der Ergebnismeldung zeigte sich Engesser nicht zufrieden: „20 Prozent der Ergebnismeldungen gingen erst nach 18 Uhr ein, das ist absolut zu viel.“ Auch in der C2 hatten die vier Spielabsagen, zwei davon von der TSG Münsingen II, speziell in der Schlusspase der Saison, maßgeblichen Einfluss auf die Meisterfrage. „Das ist schon eine grobe Unsportlichkeit“, so Marco Engesser.

Der letzte Tagesordnungspunkt des Staffeltages war schließlich Schiedsrichterobmann Markus Werthmann vorbehalten. Dieser ging vor allem auf den aktuellen Schiedsrichtermangel ein. So hat die Schiedsrichtergruppe Münsingen derzeit nur noch 91 aktive Schiedsrichter, den niedrigsten Stand seit Jahren.

„Mit dieser Zahl können wir den Spielbetrieb für die neue Saison nicht mehr aufrecht erhalten. Wir sind angewiesen auf umliegende Schiedsrichtergruppen und von da bekommen wir derzeit auch nicht die 100prozentige Abdeckung. Es kann durchaus sein, dass wir in dieser Saison Spiele nicht besetzen können“, so Markus Werthmann.

Zum Abschluss informierte Richard Grübel noch, dass es geplant sei, den letzten Spieltag der Kreisligen A 1 und der C 1 gemeinsam auf den Samstag zu legen.

„Das war der Wunsch einiger Vereine, welche ich auch versuche umzusetzen, sollte es nicht mit Jugendspielen kollidieren“, erklärt der routinierte und enorm erfahrene Staffelleiter Richard Grübel.