
"Das wird heute eklig," meinte Trainer Beck vor der Partie, "das wird eklig, kleiner Platz, Schlamm...". Und erinnerte dann an die bisherigen Erfolge der Gastgeber in der Pokalrunde 23/24: 3:1 gegen Langenberg und in Runde 2 3:1 gegen Kreisoberligist Zeulenroda.
BERICHT von H. Suhr // SV BW Niederpöllnitz
Nach 18 Minuten ein erster Aufreger: Menzel köpft und Keeper Plarre flutscht das Leder aus den Handschuhen aber gottlob für die Hausherren zur Ecke und nicht hinter die Linie. Nach 30 Minuten gab es hinsichtlich der Präzision im Offensivspiel und im Einsetzen von Kapitän Müller bei Niederpöllnitz immer noch keine Besserung zu berichten. Das lag aber auch am Kampfgeist von Pforten, die sich für keine Zweikampf zu schade waren und für jede gelungene Aktion stürmisch bejubelt wurden. So in der 39. Minute, als Sindermann, Blinde und Mülle Richtung Tor ballern, aber das Spielgerät im Stutzendschungel steckenbleibt. Eine Großchance gab es dennoch vor der Halbzeit für die Gäste: Müller ist zunächst schneller als Plarre, der aber mit einem tollen Reflex den Ball noch irgendwie erwischt, den Nachschuss verzieht Blinde um Zentimeter (44.).
Nach der Pause bestimmte nur noch einer die Szenerie: Schiri Grimm entglitt die hektisch und unschön werdende Partie zusehends, wild verteilte er beidseitig gelbe Karten, zum Schluss waren es acht, inklusive der beiden Trainerkarten. Der Spielfluss war dahin, beide Teams hatten mit sich und ihren Disputen mit dem Schiedsrichter zu tun. Trainer Beck konstatierte dann auch missmutig: "Das ist heute gar nichts" und spielte auf den geschätzten hundertsten Fehlpass in die Spitze an. Wenn überhaupt etwas klappte, dann war es die Tatsache, dass Niederpöllnitz den Kampfschweinmodus auch angenommen hatte und gegenhielt. Die Hausherren kämpften verbissen, die Abschlüsse auf das Engelbrecht-Gehäuse waren aber ungenau. 11 Minuten vor dem Ende dann die beste Chance für die Gäste: Einen Freistoß von Menzel aus 25 Metern kann Plarre sensationell parieren und das Leder an die Latte lenken. 4 Minuten spätrer ist er aber machtlos, als endlich mal ein Pass Müller erreicht und der schlenzt das Leder halbhoch am Keeper vorbei. Nun ging Trainer Brümmer ins Risiko, stellte auf 4-4-2 um und verlangte totale Offensive. Das klappte auch, Pforten kam noch einmal mit Wucht und hatte zwei große Chancen, die Engelbrecht stark entschärfte. Wermutstropfen am Niederpöllnitzer Sieg: Torgarant Müller holte sich unnötig die gelbrote Karte ab bei einem Foul am Mittelkreis (90+4.) und wird in der nächsten Runde fehlen. Gegen wen auch immer.