
Noch zwei Spiele für den FC 07 Bensheim II in der Relegation – und dann ist Schluss mit dem Kicken für Daniel Nischwitz. 23 Jahre hat der Stürmer im Seniorenbereich gespielt. Er war in Kreisober-, Gruppen-, Verbands-, Hessen- und Regionalliga am Ball. Neben dem FC 07, seinem Stammverein, ist er für RW Frankfurt, Eintracht Frankfurt II und die SG Hoechst aufgelaufen.
Was bleibt nach so langer Zeit im Fußball? Dieser Sport habe ihm Türen geöffnet und sein Leben beeinflusst, sagt Nischwitz. Und ihm den Sprung in die USA ermöglicht, wo er studierte, sich entschloss, Lehrer zu werden und für das Southern College Birmingham (Alabama) fußballerisch aktiv war. „Ohne Fußball wäre das alles ganz anders gelaufen.“ Wehmut ist dennoch nicht dabei, wenn er sich jetzt aus dem offiziellen Spielbetrieb ins AH-Lager des FC 07 verabschiedet: „Alles okay. Aber vielleicht kommt das ja noch, wenn die Sommervorbereitung losgeht.“
Einer der besten Bensheimer aller Zeiten
Bei den Nullsiebenern durchlief Nischwitz alle Jugendmannschaften, kehrte nach zwei Jahren USA und den diversen Inlands-Stationen 1999 zurück ins Weiherhaus. 17 Jahre war er für den FC 07 in erster und zweiter Mannschaft unterwegs. Er zählt zu den besten Spielern, die für den Club in seiner über 100-jährigen Geschichte jemals am Start waren. Die Wertschätzung, die er beim Verein auf und außerhalb des Platzes genießt, zeigt sich unter anderem darin, dass Daniel Nischwitz das Titelblatt der Festschrift zum Hundertjährigen des Vereins ziert.
Auf dem Platz steht Nischwitz neben außergewöhnlichen fußballerischen Fähigkeiten für hohe Einsatzbereitschaft. Aufgeben gab’s und gibt’s nicht für den fairen Sportsmann. Eine Eigenschaft, die er in gesetzterem Fußballeralter Woche für Woche aufs Parkett bringt. Und kaum einer ärgert sich derart impulsiv über eine misslungene Aktion.
Er sei im Alter etwas ruhiger geworden, lautet eine Selbsteinschätzung, der langjährige 07-Beobachter nicht uneingeschränkt zustimmen dürften. Die erbosten Gesichtszüge, das typische Abwinken oder die kurzen, stampfenden Schritte, nachdem er sich über sich selbst oder andere geärgert hat - all das hat sich kaum verändert in den letzten 17 Jahren.
Dass zum Abschluss für ihn zwei Relegationsspiele gegen den Abstieg anstehen, findet er zwar spannend, aber mit einem etwas wenig aufregenden Karrierefinale wäre Nischwitz ebenfalls einverstanden gewesen.