
Timo Rost war es am Ende egal: „Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, egal wie. Das ist uns gelungen, natürlich war es ein glücklicher Sieg vor einer super Kulisse.“ Sein Trainerkollege Andi Speer dagegen zeigte sich schon etwas enttäuscht: „Schade, dass wir durch solch ein dummes Tor als Verlierer vom Platz gehen mussten. Für uns war es schon eine bittere Niederlage, wir haben ganz klar einen Punkt verschenkt.“
Damit traf Speer sicherlich auch den Nagel auf den Kopf, denn ein Unentschieden hätte den Spielverlauf entsprochen. So aber stand die ersatzgeschwächte DJK Ammerthal, die neben Abwehrspieler Jan Fischer fast auf die komplette Offensivabteilung verletzungsbedingt verzichten musste, am Ende mit leeren Händen da. Klar, dass aufgrund dieses Mankos die DJK die Partie zunächst auch etwas verhalten und ängstlich anging, man wollte kein Risiko gegen den FC Amberg eingehen.
Dementsprechend verhalten verlief auch die Anfangsviertelstunde, in der auch der favorisierte und bis auf den verletzten Buran Karasu mit dem kompletten Kader angereiste FC Amberg nicht viel zuwege brachte. Es dominierten nach nervösem Beginn bei ausgeglichenem Spielverlauf beiderseits die Abwehrreihen. Erst nach rund 15 Minuten bekam der FC Amberg etwas Oberwasser, daraus resultierte auch nach einem Stellungsfehler von Alexander Braun durch Michael Plänitz die erste nennenswerte Torchance – sein Schuss streifte noch die Querlatte.
Nach gut 20 Minuten legte die DJK ihren Respekt ab und kreierte ihrerseits einige gute Aktionen, die durchaus die Führung hätten bedeuten können. Zunächst scheiterte Carmine De Biasi mit einem herrlichen Schuss an FC-Schlussmann Matthias Götz (20.). Kurz darauf war es Dominik Siebert, der nach einem Fehler in der FC-Abwehr urplötzlich frei vor Götz auftauchte, diesem aber erneut nicht überwinden konnte. Ein richtiger Spielfluss wollte aber hüben wie drüben weiterhin nicht aufkommen, stattdessen gab es nach vielen kleineren Fouls nur zahlreiche Standartsituationen.
Eine davon hätte für die Amberger fast zum Erfolg geführt, doch der Kopfball des mit aufgerückten FC-Innenverteidigers Alexander Konjevic strich haarscharf am langen Pfosten vorbei. Ohne weiteren Höhenpunkt wurden die Seiten gewechselt, am Spielgeschehen änderte sich allerdings relativ wenig. Es fehlten weiter zündende Ideen und auf beiden Seiten die Kreativität. Obwohl man den Aktiven ein Bemühen sicherlich nicht absprechen kann, blieb vieles Stückwerk.
Es passierte lange Zeit nichts, nur zwei Distanzschüsse von André Karzmarczyk (60.) und Oliver Georgiev (64.) brachten etwas Gefahr, doch beide Male zeigte sich DJK-Schlussmann Kevin Schmidt auf dem Posten. Speer brachte mit dem angeschlagenen Tobias Wiesner eine Offensivkraft ins Spiel, wollte dadurch für etwas mehr Unruhe in der FC-Abwehr sorgen. Erst in der Schussviertelstunde kam dann doch mehr Belebung in die Partie, wobei weiterhin das Spiel durch zahlreiche Fouls immer wieder unterbrochen werden musste.
In der 81. Minute sorgte Konjevic für die bis dahin beste Tormöglichkeit für die Amberger, sein Kopfball strich knapp am Tor vorbei, zuvor verfehlte ein Schuss von Ammerthals Christian Richter ebenfalls denkbar knapp das Ziel. In der 82. Minute fabrizierte die DJK dann einen mehr oder weniger vermeidbaren Eckball, der Folgen haben sollte. Der eingewechselte Friedrich Lieder brachte den Ball nach innen, Bastian Leikam sprang das Spielgerät unglücklich ans Schienbein und plötzlich lag das Leder im Netz.
Ammerthal warf logischer Weise alles nach vorne und bekam Gelegenheiten, den verdienten Ausgleich zu erzielen. Letztendlich hielt FC-Torwart Götz den glücklichen Dreier fest, nachdem er einen Freistoß von Thomas Götz gerade noch entschärfen konnte, im Nachsetzen köpfte Patrick Harmel den Ball nur ganz knapp über das Tor. „Trotz der Niederlage kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir mussten zuletzt einiges wegstecken, das war sicherlich nicht ganz einfach für uns“, sagte DJK-Trainer Andi Speer.