TuS GW Wuppertal – SC Ayyildiz Remscheid 7:5 (3.1) – Normal geht in diesen Tagen bei den Gästen nicht. Erst der kuriose Fast-Abbruch am Donnerstag gegen Neandertal, jetzt der "Tag der offenen Tore" am Höfen. "Unfassbar", stöhnte SC-Coach Ramazan Dagdas nach den 90 irren Minuten: "Da machst du auswärts fünf Tore – und stehst trotzdem mit leeren Händen da. Dabei war auch ein 7:7 drin." Allerdings entfachten zunächst die Gastgeber einen Offensivwirbel, dass den Remscheidern Hören und Sehen verging. Schon früh sah sich Dagdas zu Wechseln gezwungen, "weil die Jungs die taktischen Vorgaben nicht umgesetzt haben". Vor allem Kalkavan und Tavarez (trafen zusammen fünfmal) hatten zu viele Räume, die sie weidlich nutzten. Obwohl es nach dem Seitenwechsel vier weitere Gegentreffer gab, war Dagdas nun mit der Darbietung seines Teams zufrieden: "Wir standen besser und hatten auch noch einige gute Möglichkeiten." Am Ende stand nach Gäste-Toren von Serkan Cetin (2), Vincenzo Stefano Gioiello, Volkan Gülenc und Alican Karul aber eine ungewöhnliche Niederlage. Einziger Trost für Dagdas: "Wenigstens sind die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen."
Türkgücü Remscheid – BV Burscheid 1:1 (1:0) – Emin Akgün hätte gerne mehr Kontrolle. Nach dem Remis im Derby wetterte der Trainer der Gastgeber nicht zuletzt gegen Schiedsrichter Christian Szewczyk. Der hatte beim Burscheider Ausgleich nach 55 Minuten ein Handspiel des Gästespieler Aydin Türksoy übersehen, zugleich aber ein – aus Sicht von Akgün – nicht vorhandenes Foul von Idris Cicir an Türksoy erkannt und auf Strafstoß entscheiden. Akgün: "Wenn er das pfeift, muss er Idris wegen einer Notbremse auch ,Rot' zeigen. Hat er aber nicht." Dennoch schließt der Türkgücü-Coach daraus: "Es war nicht das erste Mal, dass wir gegen zwölf Mann spielen mussten. Das ist auf Dauer kein Zustand, vielleicht wäre eine häufigere Schiedsrichter-Beobachtung bei unseren Spielen eine Lösung." Allerdings bekam nicht nur der Unparteiische Akgüns Zorn ab. Auch seine Spieler. "Wir waren heute einfach alle schlecht und sind fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen. Das war teilweise überheblich." Für die Treffer der Partie sorgten der Remscheider Alit Osmani (38.) und Marco Rzeha mit dem geschilderten Strafstoß (55.). "Wenn man bedenkt, dass wir auswärts noch keinen Punkt geholt haben und Remscheid zu Hause nur gegen den Tabellenführer einen abgegeben hat, dann ist das Ergebnis heute eine tolle Sache. Zwar bringt es uns in der Tabelle nicht großartig nach vorne, aber für die Moral war das wichtig", meinte BVB-Interimstrainer Sebastian Sauer. Anfang dieser Woche entscheidet sich seine Zukunft und die künftige Besetzung des Trainerpostens bei den Griesbergern in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Vorstand. Alle Anzeichen deuten aber im Moment daraufhin, dass es mit Sauer weitergeht.
Dabringhausener TV – SSVg. Heiligenhaus 1:2 (0:1) – Der DTV kassierte die zweite Pleite binnen vier Tagen. Und wer gestern das Spielgeschehen am Höferhof verfolgte, musste sich unweigerlich an die Bundesliga-Partien vom Vortag zwischen den Borussias aus Mönchengladbach und Dortmund sowie Bayer Leverkusen und Bayern München erinnert fühlen: Über 90 Minuten dominerte ein Team – in diesem Fall der DTV –, welches aber nicht für seinen Aufwand belohnt wurde. Die Gastgeber nahmen von Beginn an das Zepter in die Hand, ohne allerdings die Überlegenheit auch in Torerfolge ummünzen zu können. Die Treffer erzielten hingegen die Gäste: Hidayet Aydogan nutzte vor der Pause den Nachschuss eines unberechtigten Handelfmeters zur Führung (17.) und erhöhte kurz nach dem Seitenwechsel auch auf 2:0. Die Dabringhausener ließen sich in der Folge trotz "mehrerer verweigerter Strafstöße" (Sar) nicht aus dem Konzept bringen und erarbeiteten sich Chancen im Minutentakt. Allerdings reichte es lediglich noch zum Anschlusstreffer durch Marvin Dattner, der den Ball nach einem Freistoß per Volleyabnahme versenkte (69.). Dabringhausens Coach Acar Sar: "Heute kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben eine gute Reaktion nach dem schwachen Spiel gegen Velbert gezeigt. Das einzige Manko ist das Ergebnis."