
Arminias österreichischer Neuzugang Sandra Hausberger hatte für die Auftaktpartie in Meppen ein „Spiel auf Messers Schneide“ vorausgesagt – und das wurde es auch! Leider zogen die Bielefelderinnen in einem offenen Schlagabtausch am Ende mit 0:1 den Kürzeren. Wie knapp die Gäste an einem Remis oder gar an einem Sieg vorbeischrammten, beweist allein die Tatsache, dass Annabel Jäger sowie Laura Liedmeier gleich dreimal an Pfosten und Latte des Meppener Tores scheiterten.
SV Meppen - DSC Arminia Bielefeld 1:0
„Heute hat uns die letzte Konzentration und Konsequenz im Abschluss gefehlt“, monierte Trainer Markus Wuckel, der mit einer gehörigen Portion Galgenhumor weiter ausführte, „dass wir wohl noch zwei Stunden hätten weiterspielen können, ohne dass uns ein Treffer gelungen wäre“. Wesentlich ernster war da schon seine Analyse, „dass wir drei, vier Totalausfälle im Team hatten“. Namen wollte der Coach indes nicht nennen. Arminia startete mit einer gewissen Anfangsnervosität, bekam aber nach einer Viertelstunde einen recht guten Zugriff auf die Partie und stellte in der Defensive die Räume geschickt zu. „Nach einigen Ballgewinnen konnten wir gut und zügig nach vorne umschalten“, meinte Wuckel, doch die meisten Angriffe wurden nicht richtig ausgespielt. Nicht so jener Vorstoß in der 38. Minute, als Annabel Jäger allein auf die Meppener Torfrau zustrebte, mit ihrem Schuss aber nur den Pfosten traf.
„Den darf sie schon mal machen“, fand ihr Trainer, dem eine Führung auf des Gegners Platz natürlich in die Karten gespielt hätte. Ausgerechnet in diese starke Phase der Gäste hinein fiel kurz vor der Pause ein wenig überraschend das 1:0 für Meppen. „Das machen sie gut und schließen die Situation vor allem gekonnt ab“, zollte Wuckel dieser schönen Kombination des Gegners Respekt. Nach dem Pause kamen die Armininnen mit viel Schwung aus der Kabine und sorgten nun immer wieder vor Gefahr vor dem Meppener Tor, ohne allerdings zu einem Erfolgserlebnis zu kommen. Die wohl größte Chance vergab Annabel Jäger in der 65. Minute, als sie frei stehend einen Kopfball knapp neben den Kasten setzte. In der Schlussphase erhöhten die Gäste noch einmal den Druck – und entwickelten zwei weitere Male großes Pech: Zwei präzise Schüsse von Laura Liedmeier (79.) und Annabel Jäger (89.) klatschten an den Querbalken – der erlösende Ausgleich wollte einfach nicht mehr fallen.
„So ist das im Fußball: Wir haben gleich am ersten Spieltag gesehen, wo unsere Defizite liegen“, bilanzierte Markus Wuckel, der der Mannschaft noch gleich auf dem Platz einige Dinge aufzeigte. Auch Maxi Birker ärgerte sich über den Misserfolg, „weil wir eigentlich über 90 Minuten gleichwertig waren“, wollte aber nicht den Stab über der Mannschaft brechen: „Wegen einer unglücklichen Niederlage werden wir jetzt nicht alles in Frage stellen“, sagte die DSC-Kapitänin. Es gelte in den nächsten Tagen aber schon aufzuarbeiten, „warum die eine oder andere Spielerin heute nicht ihren besten Tag erwischt hatte“.
Tore: 1:0 Shiho Shimoyamada (41.)