2025-12-03T05:51:34.672Z

Spielbericht
Kern Anton war gegen seinem Ex Verein erfolgreich
Kern Anton war gegen seinem Ex Verein erfolgreich

Dritter Sieg in Folge

1. Halbzeit

Der Anpfiff ertönt, doch was ist Das? Ein spitzohriger Langohrhase pfeift die Partie! Die Spieler waren sichtlich irritiert, fragende Blicke glitten durch die aufgeheizte Arena. Man war sich allgemein im Unklaren, ob diese Wendung uns nun zugutekommen, oder uns ins Verderben stürzen würde. Die mit der Situation überforderten Kicker waren dadurch so abgelenkt, dass kaum ein Pass sein Ziel erreichte, sondern den Gegnern in die tollpatschigen Füße viel. In Insiderkreisen munkelt man außerdem, dass das äußerst aufreizende, durch zu kleine, körperbetonende Hosen zur schau gestellte Hinterteil eines gewissen Innenverteidigers, maßgeblich zur Irritation der übrigen Fußballer beigetragen habe. Einem, dem Tiefschlaf verfallenem Mittelfeld, schien die Hitze (oder das Alter) förmlich zu Kopf zu steigen. Statischer als die deutsche Eiche und mit dem Engagement eines Faultiers versuchten sie die Offensivbemühungen zu befeuern, das Resultat: langer Ball in Richtung des gegnerischen 16ers. Doch glücklicherweise waren diese primitiven Mittel unserer Monstrosität im Sturm mehr als Recht, sodass sich diese Urgewalt von Stürmer durch seine „überlegene Statur“ immer wieder die Kugel aneignen und sie in Richtung Flintsbach katapultieren konnte. Nach wiederholter Ausführung dieser eben beschriebenen Vorgehensweise geschah dann das unvermeidliche: Unser besagter Schuppenpanzer, mit starrem Blick auf dem hohen Ball, beschleunigte seinen Astralkörper auf Betriebsgeschwindigkeit. Dabei übersah er tragischer Weise den körperlich unterlegenen oberaudorfer Torwart, dem er in alter Karate-Kid Manier sein Bullenknie an den Kopf schmetterte (Der dumpfe Knall dieses Aufpralls soll ganz Brannenburg erschüttert haben, sagt man sich zumindest). Der von Blut überströmte, schmerzgeplagte Torwart wurde in einer kurzen Unterbrechung vom Täter selbst verarztet, welcher das unglückliche Problem mit dem halb abgerissenen Ohr wie ein richtiger Feuerwehrler liebevoll mit einem stylischen Bandana löste. Auch unser verstopfter Coach konnte diese Spielpause zur seiner Inszenierung nutzen, indem er kurzerhand einen oberkörperfreien, Baywatch-ähnlichen David Hasselhoff-Run über das Spielfeld hinlegte, um den heiligen U-Boot-Koffer zur Rettung aller hitzegeschädigten Spieler mit Schnappatmung herbeizuholen. Nach erneuter Spielaufnahme war der gegnerische Torhüter durch die herz-allerliebste Versorgung unseres Schuppentiers jedoch nur minimal besänftigt, sodass er seinem Unmut, mit einer Faust für des Feuerwehrmanns Auge, Ausdruck verlieh. Audorfer Blut floss nicht nur bei diesem vorhergegangenen Zwischenfall, es fließt auch in den Nikotin-verstopften Venen unseres kernigen Rechtsverteidigers, der seinen ehemaligen oberaudorfer Teamkollegen heute und hier zeigen wollte, wer fußballerisch die Nase vorn hat. Unser Anton hatte mit einem Schuss aus dem Halbfeld, welcher das gegnerische Kreuzeck nur um Nasenlängen verfehlte, beinahe den richtigen Riecher. Doch knapp daneben ist bekanntlich auch vorbei, und so endete die erste Halbzeit ohne große Torgefahr durch die Gegner, einem blutigen Ohr und einem Zwischenstand von 0:0.

2. Halbzeit

Die zweite Halbzeit war geprägt durch schwindelerregende Ballmanöver unseres kleinwüchsigen Fellners, der den Oberaudorfer Nervenstrang durch seine flinken Pirouetten an die Grenze des Zerreißens trieb. Dies sollte unserem Lausbua jedoch noch zum Verhängnis werden: Er kassierte zwei Ellenbogen auf seiner tiefergelegten Augenhöhe, welche letztendlich zu einem bunten Feilchen führten, welches noch heute seine jugendlich anmutende Visage ziert. Außerdem wurde er Opfer eines brutalen Fouls im gegnerischen Strafraum, auf welches ein vielversprechender Elfmeter folgen sollte, den der geplagte Kapitän höchstpersönlich versenken wollte. Bei diesem heroischen Versuch versagte der Schütze jedoch kläglich, sodass sich Euphorie in den gegnerischen Reihen breit machte. Doch die Oberaudorfer hatten nicht mit unserem MVP der Partie gerechnet: Schiedsrichter Hasenöhrl, welcher uns keine Minute später noch eine zweite Chance gab. Diesmal wurden allerdings die richtigen Maßnahmen ergriffen, man kam zur Vernunft und bediente sich der altbewährten Qualität unserer herausragenden Innenverteidigung. Unser erfahrenster und ältester Verteidiger, welcher trotz zahlreichen Verletzungen immer noch nicht den Löffel abgegeben hat, wurde zum Elfmeterpunkt beordert und hämmerte die Kugel gnadenlos in das flatternde Netz der Gegner: 1 zu 0. Ein weiterer Senior sollte im folgenden für Aufmerksamkeit sorgen. Auf dem Platz schwaigt dieser Q bekanntlich nur ungern, sodass ihm vom souveränen Schiedsrichter die gelbe Karte wegen unnötiger Meckerei aufs Auge gedrückt wurde. Zu tiefst getroffen, aber ehrlicherweise nur wenig überrascht, verlies dieser Anschließend das Spielfeld. Kurz vor Ende des Spiels ereignete sich ein weiteres, nur schwer zu beschreibendes Spektakel. Vermutlich war es eine hitzebedingte Fata Morgana, welche den halbglatzerten Astnerix glauben lies, er könne die von rechts kommende, vier Meter hohe Flanke mit einem Seitfallzieher alla „Zaltan Ibrahomovic“ (Zitat Astner 2019) verwandeln. Letztendlich war die Aktion des linken Flügelspielers weniger glamourös als gedacht und ähnelte mehr einer verwirrten Henne die vergeblich das Fliegen versucht. Bald darauf erklang der süße Klang des Sieges durch die Trillerpfeife des heimischen Schiedsrichters/Spielers Hasi. Endstand 1:0, drei Punkte für die Reserve und die goldene Null steht auch nach dem dritten Spiel.

Jarschel Cedric

Aufrufe: 028.8.2021, 17:55 Uhr
Johann NietzoldAutor