
Wiesbaden. Die letzte Minute der offiziellen Spielzeit war angebrochen. Der quirlige Osnabrücker Anas Ouahim startete über die linke Außenbahn noch einen Angriff der Gäste. Doch aus der Mitte eilte Sascha Mockenhaupt mit langen Schritten herbei. Der Innenverteidiger setzte zur Monstergrätsche an – und traf wie so oft in diesem Spiel einfach nur fair den Ball. Szenenapplaus von den Rängen, die eventuell zuvor einkalkulierte fünfte Gelbe Karte für den 27-Jährigen gab es aber nicht. Die holte sich in der Nachspielzeit dann aber noch Moritz Kuhn mit einem verzögerten Einwurf ab. Denn die Drittliga-Fußballer des SV Wehen Wiesbaden wussten zu diesem Zeitpunkt. Mit dem verdienten 1:0 (1:0)-Sieg in einem hochintensiven Spiel gegen den Meister VfL Osnabrück vor rund 5500 Zuschauern ist den Hessen der Relegationsrang nicht mehr zu nehmen.
Das letzte Punktspiel am Samstag beim KFC Uerdingen in Duisburg ist damit sportlich bedeutungslos. Dort wird dann Kuhn mit Sicherheit nicht spielen und die anderen mit vier Gelben vorbelasteten Spieler wie Mockenhaupt, Jeremias Lorch und Daniel Kofi Kyereh und der zusätzlich an der Schulter verletzte Niklas Schmidt wohl auch nicht. Denn alle Kraft und Konzentration gilt nun den zwei Extraspielen am 24. und 28. Mai gegen den Zweitliga-Drittletzten. Dieser Gegner entscheidet sich erst am letzten Zweitliga-Spieltag. Stand jetzt ist es der FC Ingolstadt. Die Schanzer (in Heidenheim) können aber den zwei Punkte besseren SV Sandhausen (in Regensburg) noch überholen und das rettende Ufer erreichen. Der Karlsruher SC ist nach dem 4:1 in Münster als Zweiter neben Osnabrück schon fix im Bundesliga-Unterhaus. Der Vierte Halle muss alle Hoffnungen auf den Aufstieg begraben.
Zweitligareif war die SVWW-Vorstellung gegen den Aufsteiger Osnabrück schon in weiten Teilen. Keeper Markus Kolke zeigte vor allem in der ersten Halbzeit drei Riesen-Reflexe und hielt damit im vierten Heimspiel nacheinander in der Baustelle Brita-Arena den Kasten sauber. Die gesamte Defensive stand dann nach dem Wechsel bombensicher und gestattete den Niedersachsen eigentlich nur noch Halbchancen. „Ich spiele überall, wo mich der Trainer aufstellt“, überzeugte einmal mehr der im Crash-Kurs zum Innenverteidiger umfunktionierte Kapitän Sebastian Mrowca. Im Mittelfeld ist mit Marcel Titsch Rivero und Patrick Schönfeld ein Duo mit viel Zweitligaerfahrung am Werke. Das Duo war auch entscheidend am Goldenen Tor in der 35. Minute beteiligt. Den Schuss von Titsch Rivero konnte VfL-Keeper Philipp Kühn noch abwehren, den leicht abgewehrten Nachschuss von Schönfeld nicht mehr.
Auch wenn das erlösende 2:0 nach dem Wechsel beim Kopfballaufsetzer von Jeremias Lorch an die Latte, beim Schuss von Manuel Schäffler, der vom ehemaligen SVWW-Spieler David Blacha auf der Linie abgewehrt wurde, und in der Schlussphase bei schon slapstickartig vergebenen Kontern von Agyemang Diawusie und Titsch Rivero nicht fallen wollte. Egal. Das 1:0 reichte und der SVWW hat das erste Etappenziel erreicht. „Noch haben wir aber nichts erreicht. Jetzt wollen wir den dritten Platz vergolden“, fiebert nicht nur Rüdiger Rehm den zwei Relegationsspielen entgegen.
Am Freitag, 24- Mai, erwartet der SVWW ab 18.15 Uhr im Relegationshinspiel den Zweitliga-Drittletzten. Am Dienstag, 28. Mai, steigt dann ebenfalls um 18.15 das Rückspiel. Der Vorverkauf für das SVWW-Heimspiel startet am Dienstag in der SVWW-Geschäftsstelle oder im Internet für Dauerkarteninhaber mit Hilfe des vierstelligen Dauerkarten-Codes über den SVWW-Onlineshop (http://bit.ly/svwwrelegation) bzw. telefonisch über die Bestellhotline des Ticketanbieters Reservix (01806/700 733). Dauerkarteninhabern und Mitgliedern räumt der Verein ein Vorkaufsrecht bis Freitag ein. Dauerkarteninhaber können neben ihrem eigenen Platz zusätzlich einen weitere Karte kaufen. Der freie Vorverkauf beginnt dann am 21. Mai.