
Rheinhessen. Türkgücü Mainz und der SV Italclub, das Spitzenduo der abgelaufenen A-Klassen-Saison, sorgten im Fußball-Verbandspokal für die ersten Überraschungen.
SV Klein-Winternheim – TSG Bretzenheim 46 10:9 n.E. (0:1, 1:1, 2:2). – Eine Geschichte, die man nicht erfinden kann, schrieb das letzte aller Erstrundenspiele: SV-Schlussmann Andreas Knaack musste nach der regulären Spielzeit zum Nachtdienst ins Krankenhaus, C-Klassen-Torwart Patrick Fueloep, die Nummer vier der Klein-Winternheimer Keeper-Hierarchie, kam rein – und setzte im Elfmeterschießen den entscheidenden Treffer, während TSG-Torwart Alexander Merz an den Pfosten zielte. Der Bezirksligist war nach Gelb-Rot gegen Oliver Kubis (116.) und Jan Becher (118.) doppelt in Unterzahl. „In der ersten Halbzeit war Bretzenheim haushoch überlegen, danach haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt“, sagt SV-Co-Trainer Roland Kaufmann, „letztlich war der Sieg sehr glücklich.“ Fynn Pierrets (35.) brachte den Landesligisten in Führung, Kubis (50.) und Becher (93.) drehten das Spiel, Felix Rentschler (120.) erzwang das Elfmeterschießen, „Wir hatten gefühlt 30:2 Chancen, so weit darf es nie kommen“, schimpft 46-Coach Timo Schmidt.
Türkgücü Mainz – TSG Hechtsheim 2:0 (0:0). „Das ist schon gut so“, gibt sich TSG-Co-Trainer Donald Lepper ganz entspannt nach den Gegentreffern durch Tugay Genc (72.) und Frank Egger (89.): „Wichtig war, dass sich niemand verletzt hat.“ Als „Fingerzeig“ deutet Trainer Gerd Jennewein den verdienten Sieg seiner Hausherren, die gegen eine zur Hälfte umgekrempelte TSG-Elf ja eigentlich Underdog sein sollten: „Wenn wir spielen, gibt es kein eigentlich. Da hat man keinen Klassenunterschied gesehen, nach der Pause waren wir sogar noch dominanter als vorher.“
SV Gimbsheim – VfB Bodenheim 1:2 (1:0). – Nach einer verdienten Führung des einsatzfreudigen Bezirksligisten (Daniel Gawlik, 36.) drehten vor allem die „Joker“ Calvin Faßnacht, Maurice Göbig und Sabian Cooper die Partie zugunsten des Landesligateams. Faßnacht traf mit Wucht zum Ausgleich (79.) und flankte auf Kevin Handrick, der die Kugel mit rechts annahm und mit links versenkte, ohne dass sie den Boden berührt hat (89.). „Ein tolles Tor“, jubelt VfB-Trainer Ludwig Anspach, „in der ersten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen, die Eingewechselten haben die Wende gebracht.“
SV Italclub Mainz – SVW Mainz 4:0 (1:0). – Der annähernd in der aktuellen Bestbesetzung angetretene Landesligist bot bei den klassentieferen Italienern einige „Slapstick-Nummern“, wie Trainer Bert Balte sagt. Erst will Daniel Richter im eigenen Strafraum seinen Gegenspieler überlupfen, was Hakim Hamadouche zum 1:0 nutzt (44.). Fatmir Pupalovic nach einem von Dominik Higi verursachten Foulelfmeter (55.) sowie Higi mit einem Eigentor – Keeper Patrick Landersheim säbelte über einen Rückpass (66.) – und erneut Hamadouche (75.) sorgten für das deutliche Resultat. „Vorne hat die Durchschlagskraft gefehlt“, erklärt Balte, „was mir nicht gefallen hat, ist, dass einige sich hängen gelassen haben.“
Spvgg. Essenheim – TuS Marienborn 0:3 (0:2). – Der Bezirksligist ließ beim einsatzfreudigen A-Klasse-Klub nichts anbrennen. Etienne Portmann (14./Elfmeter) und Marius Weiner (26.) per Kontertor stellten die Weichen auf Sieg, Torjäger Frank Berninger (67.) machte nach einer hübschen Kombination den Sack zu. „Es war eine klare Angelegenheit, die Jungs haben nichts anbrennen lassen“, lobte TuS-Trainer Ali Cakici, „unsere Truppe hält gut zusammen. Es sagt doch alles, dass die meisten nach dem Abstieg geblieben sind, obwohl viele auch höher spielen könnten.“
TSV Zornheim – Spvgg. Ingelheim 2:4 (2:1). – „Wir haben 60 Minuten gut mitgehalten, aber die Niederlage war letztlich verdient“, sagt Wolfgang Görlich, Trainer der Zornheimer. Nach Jan Schießers 0:1 (4.) führte der Bezirksligist zur Pause durch die Treffer von Dennis Mastel (19.) und Florian Marschall (36.) sogar. Doch Adrian Lieber (72.), Tim Schweikardt (78.) und Frederic Samtleben (87.) drehten die Partie für die klassenhöhere Spvgg. „Zur Pause können wir sogar 3:1 oder 4:1 führen, aber in den letzten 30 Minuten hat Ingelheim den Druck immer weiter erhöht und unsere Fehler bestraft“, erklärt Görlich. Daran änderte auch die Gelb-Rote Karte von Gäste-Verteidiger Pascal Janke (90.) nichts.
FSV Saulheim – TSV Lalo Laubenheim 0:3 (0:0). – Schon in der ersten Hälfte hatten die Gäste aus der Bezirksliga Nahe auf dem unwirtlichen Saulheimer Hartplatz die besseren Chancen. Nach Matthias Schiers 0:1 (46.) vergaben Simon Schmitt und Dominik Klein dicke Chancen zum Ausgleich. Das rächte sich, Nico Dorfey (87.) und Philipp Graffe (89.) machten den Sack zu.
SV Guntersblum – RWO Alzey 0:1 (0:0). – „Ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagt SVG-Coach Alexander Petkau, „nur das Ergebnis ist ein wenig ungerecht.“ Erst scheiterte der gut verteidigende Bezirksligist mehrfach an RWO-Keeper Harald Czyzewski, dann nutzte Manuel Helmlinger (77.) die erste Chance des Landesligisten aus dem Spiel heraus.