
Wiesbaden. Der SV Wehen Wiesbaden gewann im Hessenpokal-Achtelfinale 2:0 beim Verbandsligisten Spvgg- 07 Eschwege: Neuzugang Marcel Titsch Rivero brachte den SVWW nach einer Ecke per Kopfball in der 42. Minute in Führung. Nach der Pause legte Simon Brandstetter mit einem Kopfball (77.) aus sieben Metern Entfernung nach. „Wir hatten das Spiel 90 Minuten lang unter Kontrolle“, sagte Trainer Rüdiger Rehm. Nur einmal habe es vor dem eigenen Tor eine gefährliche Situation gegeben. Im Viertelfinale trifft der Fußball-Drittligist auf den Gewinner des Spiels am nächsten Mittwoch zwischen der SpVgg 03 Neu-Isenburg und dem KSV Hessen Kassel.
Wie schafft der SV Wehen Wiesbaden die Wende in der Dritten Liga?
Folgt nach einem fetten Jahr wieder ein mageres Jahr? In der vergangenen Saison klopfte der SV Wehen Wiesbaden lange und vehement ans Tor zur 2. Bundesliga. Nach sechs Spieltagen der aktuellen Saison ist man bei dem ambitionierten Fußball-Drittligisten aber schon ein gutes Stück von den Aufstiegsplätzen entfernt. Im Gegenteil: Als Drittletzter muss es die Aufgabe sein, schnellstmöglich den Keller wieder zu verlassen. Wie können Rehm und Co. die Wende schaffen und möglichst schon im kommenden Punktspiel am Samstag (14 Uhr, Brita-Arena) gegen den SV Meppen die Serie von fünf sieglosen Liga-Spielen beenden?
Defensive Stabilität herstellen: In der vergangenen Vorrunde stand hinten die Null wie eine Mauer. In dieser Runde wurde das SVWW-Tor zur Schießbude. Die „Krake“ im Tor kann dafür noch am wenigsten, spielt Keeper Markus Kolke doch weiter sehr solide. Doch davor hapert es. Der erzwungene Weggang von Steven Ruprecht war aus sportlicher Sicht nicht nachzuvollziehen. Die anderen Innenverteidiger müssen sich noch finden und auch steigern. Auch auf den Außenpositionen haben Moritz Kuhn und Alf Mintzel noch nicht die überragende Form der Vorsaison. Und Marc Wachs muss erst noch zeigen, dass er Altmeister Mintzel beerben kann. Auch in der Rückwärtsbewegung aller Spieler davor ist viel Luft. Letztendlich sind es aber vor allem die zu vielen individuellen Fehler, die alle taktischen Überlegungen über den Haufen geworfen haben. Fehler, die auch im mentalen Bereich ihre Ursache haben.
Lockerheit finden: Der Erwartungsdruck ist höher geworden beim SVWW. Das Umfeld und auch die Spieler selbst wollen nach Platz vier im Vorjahr mehr. Doch die Favoritenrolle in den meisten Spielen scheint bisher lähmende Wirkung zu haben. Trainer Rüdiger Rehm hat die schwere Aufgabe, die Köpfe seiner Spieler wieder freizubekommen. Beispiel Stephan Andrist: Der schnelle Schweizer erarbeitet sich in jedem Spiel beste Chancen zuhauf. Doch die Ausbeute ist dafür viel zu gering.
Die Waffe schnelles Umschaltspiel einsetzen: Auch wenn Agyemang Diawusie nicht mehr da ist, der SVWW hat weiterhin schnelle Flügelstürmer wie eben Andrist aber auch Nicklas Shipnoski oder auch einen Daniel-Kofi Kyereh, der mehr über die Mitte kommt. Doch zu selten werden sie entsprechend in Szene gesetzt. Auch wenn der klassische Spielmacher im modernen Fußball ausgestorben ist, die ordnende Hand im Mittelfeld fehlte bisher bei den Hessen.
Neuzugänge müssen in Form kommen: Noch haben Patrick Schönfeld und Niklas Schmidt leichte körperliche Defizite. Langsam, aber sicher sollten die behoben sein. Und dann können die zentralen Mittelfeldspieler ihre fußballerische Klasse und Übersicht noch mehr in die Waagschale werfen. Der jüngste Neuzugang ist aber der größte Hoffnungsträger: Marcel Titsch Rivero soll es nun richten. Aber es darf nicht vergessen werden, dass der gestandene Zweitliga-Kicker erst wieder Spielpraxis benötigt, um zum großen Zampano zu werden.
Torjäger wiederbeleben: Manuel Schäffler hat’s nicht leicht. Er wird an 22 Treffern und der Torjägerkanone in der vergangenen Saison gemessen. Dazu kamen vor der Runde Wechselgerüchte und in der Saison eine hartnäckige Knöchelverletzung, die ihn sichtbar hemmt. Aber auch wenn dem Mann mit der Nummer 9 immer zwei Gegenspieler auf dem Fuß stehen, den Durchsetzungswillen hat er. Und den Instinkt hat er auch nicht verloren. Die Mitspieler müssen ihrem Mittelstürmer eben aber auch mal den Ball mundgerecht auflegen.
Einfach mal gewinnen: Was so banal klingt, ist für Fußballer-Köpfe ganz wichtig. Ein dreckiges 1:0 gegen Meppen kann Wunder bewirken. Und eventuell der Startschuss sein für eine Aufholjagd.
DFB terminiert Spieltage 11 bis 18
Der DFB hat die Spieltage 11 bis 18 in der Dritten Liga terminiert- Der SVWW muss dabei dreimal sonntags und zweimal montags ran. Die SVWW-Spiele im Überblick: So., 7. Oktober (14 Uhr): Hallescher FC (H), Mo., 22. Oktober (19): Karlsruher SC (A), Sa., 27. Oktober (14): FSV Zwickau (H), So., 4. November (14): Fortuna Köln (A), Mo., 12. November (19): Carl-Zeiss Jena (H), So., 25. November (14): 1. FC Kaiserslautern (A), Sa., 1. Dezember (14): SF Lotte (H), Sa., 8. Dezember (14): VfL Osnabrück (A).