
Auf dem Papier war die Partie schon von vornherein entschieden. TuS Sachsenhausen Tabellenfünfter, der FC 98 Hennigsdorf Letzter in der Brandenburgliga. Auf dem Platz entwickelte sich dann doch ein relativ ausgeglichenes Match. Nach dem Schlusspfiff ließen die Fans des FC 98 einmal mehr die Köpfe hängen. Besonders bitter endete der Tag aber für einen: den Hennigsdorfer Routinier Kevin Kepler.
Es hätte der Tag des Kevin Kepler werden können. Am Ende wurde das Oberhavel-Derby in der Brandenburgliga genau das Gegenteil. Aber von vorn: Auf dem Spielberichtsbogen musste der Name des Hennigsdorfer Routiniers gegen TuS Sachsenhausen noch per Hand nachgetragen werden. Der 32-Jährige ist eigentlich Leistungsträger in der Zweiten. Im Oberhavel-Duell gegen Sachsenhausen sollte Kepler am Sonnabend aber in der stark abstiegsbedrohten Ersten aushelfen. Order von Neu-Trainer Gerd Pröger, der vor der Partie sagte: „Keiner erwartet von uns den Klassenerhalt“. Dass diese Prophezeiung wahr werden könnte, zeichnete sich am Sonnabendnachmittag auf dem Feld an der Fontanestraße ab. Zu viele Chancen ließ der FC 98 liegen.
TuS agierte cleverer und tauchte häufig blitzartig vor dem Hennigsdorfer Tor auf. Immer wieder scheiterte der Sachsenhausener Sturm aber an 98-Keeper Patrick Bobermin, dem sein Team danken sollte, dass es am Ende nur 0:1 verlor.
Aber zurück zu Kevin Kepler. In der 69. Minute hatte er seinen großen Auftritt. Einwechslung und sofort rannte und rannte und rannte der 32-Jährige. Ackerte hier, grätschte da. Bis kurz vor Schluss rieb er sich auf. In der 90. Minute dann ein Laufduell in Richtung Mittellinie. Sachsenhausens Andor Müller von vorn. Kepler von der anderen Seite, hält voll drauf und senst Müller um. Rudelbildung.
Der Schiedsrichter Christopher Musick hat derweil schon die Hand an der Roten Karte in seiner Gesäßtasche. Wenig später zeigt er den Karton der Nummer fünf: Kevin Kepler. Der zieht protestierend vom Feld und muss sich behandeln lassen. Eisspray für das Schienbein und ein bisschen fürs Gemüt. Denn seine Bilanz dieses Spiels ist bitter: Nachgemeldet. Eingewechselt. Zwanzig Minuten gespielt. Drei Spiele gesperrt. Und das auch noch kurz vor dem Abpfiff.
Seine Sperre gilt sowohl in der Ersten als auch in der Zweiten, wo er am Sonnabend ebenfalls aufgelaufen war und gegen die Reserve von Sachsenhausen eine 1:2-Niederlage hinnehmen musste.