
Breitscheid. „Ein Leben ohne Fußball ist möglich, aber sinnlos“, lautet das nicht ganz ernst gemeinte Motto einiger Fans der beliebtesten Sportart auf dem Planeten Erde. Wie ein Leben ohne „die schönste Nebensache der Welt“ tatsächlich aussieht, bekamen vor allem die Liebhaber des kleinen Fußballs in den letzten Monaten knallhart zu spüren. Auch in der Kreisoberliga West ruht seit mittlerweile mehr als 160 Tagen der Ball, doch das Ende der Leidenszeit steht unmittelbar bevor.
Dillenburgs Kreisfußballwart und Klassenleiter Martin Seidel begrüßte alle 16 Ligateilnehmer, die der Einladung des Aufsteigers SSC Breitscheid gefolgt waren, um die Rahmenbedingungen und den Spielplan für die neue Spielzeit festzuzurren. Neben den Gastgebern sind die SG Türk Ata/Türkgücü Wetzlar und der VfL Fellerdilln neu dabei in Deutschlands achthöchster Spielklasse und ersetzen die beiden Aufsteiger SG Eschenburg und RSV Büblingshausen sowie den SSV Dillenburg (freiwilliger Abstieg).
Der Startschuss fällt nach aktuellem Stand am Freitag, den 4. September, mit der Begegnung zwischen der SG Quembach/Oberwetz/Schwalbach gegen die Tuspo Beilstein (18.45 Uhr). Als Zuschauerobergrenze gilt künftig die Zahl 250, eine Relegation fällt aus, die Zahl der Absteiger beläuft sich maximal drei Mannschaften. Auf ein Schiedsrichter-Soll wird verzichtet, die Eintrittspreise belaufen sich weiterhin auf 3,50 Euro. So lauten die wichtigsten Entscheidungen, die im Einvernehmen aller beteiligten Vereine festgelegt wurden.
Mit Rückblick auf die abgelaufene Spielzeit zog Seidel trotz des Corona-Abbruchs mit wenigen Ausnahmen ein positives Fazit. Einzig die ausgefallene Begegnung zwischen dem SV Volpertshausen und dem SSV Frohnhausen, die das Sportgericht lange beschäftigte und bis zu deren Urteil mehr als vier Monate verstrichen, sorgte beim Klassenleiter für ein ungläubiges Kopfschütteln.
Kreisschiedsrichterobmann Jörg Menk machte anschließend auf die Thematik „digitaler Spielerpass“ aufmerksam. Zum einen vermutet Menk, dass „einige Kollegen noch nicht damit zurechtkommen“, zum anderen nimmt er die Vereine in die Pflicht, die Einführung so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Die endgültige Einführung wurde vorerst auf die Saison 2021/22 verschoben. Darüber hinaus wurde bekannte gegeben, dass aus Hygienegründen bis auf Weiteres auf das Einlaufen vor dem Spiel, den Handshake und auf Auswechselkarten verzichtet wird.
Die kurze Bilanz von Bernd Herrmann, Vorsitzender des Kreissportgerichts Dillenburgs, der in der abgelaufenen Saison lediglich ein Einzelurteil fällen musste, fiel entsprechend positiv aus. Als eine Art „Coronabonus“ werden ausstehende Rotsperren (außer bei Tätlichkeiten) um zwei Spiele reduziert.
Insofern alle Hygienekonzepte pünktlich zum Saisonstart vorliegen und eine zweite Corona-Welle ausbleibt, sollte dem mit Spannung erwarteten Neu-Start der Kreisoberliga in weniger als drei Wochen nichts mehr im Wege stehen.
Erster Spieltag, Freitag 4- September: SG Quembach/Oberwetz/Schwalbach – Tuspo Nassau Beilstein (18.45 Uhr), Sonntag, 6. September: Türk Ata/Türkgücü Wetzlar – SG Oberbiel, FC Werdorf – VfB Aßlar, SSV Medenbach – SG Ehringshausen/Dillheim, SSV Frohnhausen – SSV Sechshelden (alle 15 Uhr), TuS Naunheim – SG Reiskirchen/Niederwetz (16 Uhr), VfL Fellerdilln (16.30 Uhr), SC Münchholzhausen/Dutenhofen – SV Volpertshausen (17 Uhr). (tkö)