
Der SV Perlesreut war einer der größten Verlierer des vorzeitigen Abbruches der Corona-Saison samt Quotienten-Regelung. Am "Grünen Tisch" mussten die Waidler den bitteren Gang in die Kreisliga antreten. Brandl, Billinger & Co. haben es aber auf eindrucksvolle Weise geschafft, aus dieser Enttäuschung neue Kraft zu ziehen. Am vergangenen Wochenende schlug der SVP Spitzenreiter Vornbach deutlich, ist auf Rang 3 der Kreisliga Passau zu finden. Und nun spricht der Sportliche Leiter Maxi Göttl im FuPa-Interview...
Maxi, warum ist die Mannschaft des SV Perlesreut derzeit so stark - die Niederlage gegen Hintereben einmal ausgeklammert?
Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader und die Jungs haben richtig Spaß an der Sache. Dass wir uns gleich im oberen Tabellendrittel festbeißen konnten, freut uns natürlich alle sehr.
Ihr seid einer der größten Verlierer des vorzeitigen, Corona-bedingten Saisonabbruches gewesen. Euer Abstieg aus der Bezirksliga wurde durch die Quotientenregel besiegelt. Wie blickst Du auf diesen bitteren Gang in die Kreisliga zurück?
Der Abstieg aus der Bezirksliga war natürlich eine bittere Pille. Wir hätten den Abstieg gerne auf dem Rasen noch abwenden wollen, doch leider blieb uns das verwehrt. Dass die Bezirksliga-Ost mit 15 Mannschaften in die neue Saison ging, lag aber noch lange schwer im Magen. Wir blicken aber zurück auf vier schöne Jahre in der Bezirksliga und zeigen uns auch dankbar für diese Zeit.
Sind diese Wunden inzwischen verheilt bzw. habt Ihr daraus vielleicht sogar neue Motivation und Kraft gezogen?
Absolut! Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Mannschaft nach so einem Rückschlag zusammen bleibt und daraus sofort neue Kraft schöpft, um wieder Gas zu geben. Die Spieler wollten nach der Zwangspause unbedingt wieder kicken - und das Liga-unabhängig. Dafür zolle ich Ihnen meinen allerhöchsten Respekt und auch Dank für die Treue zum Verein.
Der SVP wird von drei Trainern - Felix Bachl, Matthias Url und Sebastian Kern - geleitet. Wie funktioniert das Zusammenspiel dieses Trios? Wer macht was?
Die drei harmonieren super miteinander und machen einen klasse Job. Felix fungiert als Cheftrainer, so dass sich Matthias und Sebastian auch noch voll auf Ihre Aufgaben als Spieler konzentrieren können. Bei der Spielvorbereitung, Analyse, Aufstellung oder auch allgemeinen Planungen haben alle dasselbe Mitspracherecht.
Birgt diese Konstellation nicht die Gefahr, dass die Hierarchie verwässert wird?
Dieses Gefühl hatte ich nie. Auch besteht auf keinen Fall die Gefahr, dass diese Konstellation in einem Machtkampf ausarten könnte. Felix und Sebastian waren 2017 schon maßgeblich am Aufstieg in die Bezirksliga beteiligt und schon immer die absoluten Leader im Team. Matthias ist wohl der beste Fußballer, den Perlesreut die vergangenen Jahrzehnte hatte. Wenn drei verdiente Spieler noch mehr Verantwortung bei Ihrem Heimatverein übernehmen wollen, dann profitiert der ganze Verein davon.
Der Kern des aktuellen Kreisliga-Teams ist gewachsen, spielt seit Jahren zusammen. Das war in Perlesreut nicht immer so. Was hat sich getan bei Euch in dieser Hinsicht?
Wir mussten die vergangenen Jahre immer wieder wichtige Leistungsträger ersetzen, und so wurde schrittweise ein ungewollter Umbruch vollzogen. Aus der Not wurde eine Tugend: Der aktuelle Kader ist eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen willigen Talenten, an denen der Verein in Zukunft noch viel Spaß haben wird.
Abschließend der Blick in die Zukunft: Ist die Bezirksliga schon wieder nah?
Damit beschäftigen wir uns überhaupt nicht. Wir fühlen uns jetzt in der Kreisliga angekommen und wissen ganz genau, wie gut besetzt diese Liga ist. Die bisherigen Spieltage in der noch jungen Saison haben gezeigt, dass jeder gegen jeden gewinnen kann und es deshalb für kein Team ein Spaziergang werden wird. Für uns liegt das Hauptaugenmerk auf der Entwicklung unserer Spieler und unserer Mannschaft. Wenn wir bis zum Schluss im oberen Tabellendrittel dabei bleiben können, dann wäre das ein riesen Erfolg für uns.
Vielen Dank für das Interview - und alles Gute für die Zukunft.
