
FuPa: Was habt Ihr gedacht, als Ihr den Artikel über die SpVgg Plattling gelesen habt, in dem Ihr als "Störenfriede" bezeichnet wurdet?
Andreas Bauer: Ich bin über den Artikel per SMS aufmerksam gemacht worden, mit dem Zitat "Schau mal Andi, was da für eine Sauerei in der Zeitung steht". Als ich es dann selbst gelesen habe, dachte ich: „Wahnsinn! Wie niveaulos ist das denn“. So verabschiedet dich ein Verein, für den du fünf Jahre lang alles gegeben hast. So etwas habe ich in meiner 22-jährigen Laufbahn noch nicht erlebt. Ich konnte nicht fassen, wer sich so etwas zusammenreimen konnte. Es wäre hier ein Vorteil für mich, wenn ich wenigstens wüsste, was der Anlass dazu war. Es kann ja nicht sein, drei Spieler einer Mannschaft verantwortlich zu machen für Erfolg oder Misserfolg. Von Vereinsseite wurde diesbezüglich nie etwas an mich herangetragen.
Florian Fischer: Zuerst konnte ich es nicht glauben, aber als ich es dann noch einmal gelesen habe, war ich richtig frustriert. Öffentlich derart diskreditiert zu werden, das ist kein Leckerbissen. Als Störenfried und mit negativer Stimmung soll ich verantwortlich für den Nichtaufstieg sein – das ist einfach primitiv! Ausgerechnet die SpVgg Plattling, mit der ich als junger Spieler 2001 auf Anhieb in die BOL aufgestiegen war und von 2007-2010 als erfahrener Spieler mitgeholfen habe, eine Mannschaft gespickt mit jungen Spielern aufzubauen. Das tat nicht gut und war sehr verletzend!
FuPa: Habt Ihr mit den Verantwortlichen der SpVgg Plattling über diesen Artikel gesprochen?
Bauer: Die Verantwortlichen der SpVgg bestreiten nach wie vor, solche Aussagen getätigt zu haben. Da sich niemand darum bemüht hat, diese Sache klar zu stellen, kann ich nur meinen, dass es von der SpVgg kommt. Mir ist es auch von der Zeitung so gesagt worden, dass der Verfasser aus dem Bericht hervorgeht.
Fischer: Ich habe mit einigen Verantwortlichen der SpVgg (Vorstand, Presseverantwortlicher und Sportlicher Leiter) über den Artikel persönlich gesprochen. Keiner fühlte sich für die genannten Passagen des Artikels verantwortlich und jeder versicherte mir, das die Bezeichnungen "Störenfriede, etc.“ nicht von ihnen kommen. Jedoch bestätigte auch mir der zuständige Redakteur der Zeitung, dass die Informationen von hochrangigen Mitgliedern des Vereins stammen. Wie der Artikel tatsächlich entstanden ist, kann man nur mutmaßen.
FuPa: Wie war Euer Verhältnis zum Verein und Trainer in der vergangenen Saison?
Bauer: Das Verhältnis war wie in den letzten fünf Jahren aus meiner Sicht normal. Der Trainer hat in dieser Saison andere besser gesehen, was ich auch akzeptiert habe. Natürlich will jeder spielen, sonst wäre man fehl am Platz. Über gute Leistungen in den Trainingseinheiten als auch in Kurzeinsätzen wollte ich mich hier wieder anbieten. Was mir auch nach dem sechsten Spieltag der Rückrunde wieder gelungen ist. Leider konnte ich das letzte Spiel nicht bestreiten, da mir eine Woche zuvor ein Wirbel herausgesprungen war.
Fischer: Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil und seine eigene Auffassung. Das muss man als Spieler akzeptieren und das habe ich auch. Das Verhältnis zwischen mir und dem Trainer war über die vergangenen zwei Saisonen meistens normal und stimmig. Leider wurde seine Arbeit nicht mit dem Aufstieg belohnt.
FuPa: Erwartet Ihr von Seiten der SpVgg eine Entschuldigung oder Ähnliches?
Bauer: Ich erwarte mir überhaupt nichts. Jedoch wünsche ich mir, dass der Verein zukünftig abgehende Spieler fair behandelt und nicht via Zeitung demontiert. Die Verabschiedung war alles andere als sportlich. Wer dann verantwortlich für das ganze war, ist uns leider nur von der Zeitung weiter gegeben worden.
Fischer: Uns wurde versichert, dass eine Klarstellung in der Zeitung veröffentlicht wird. Entweder wurde diese nicht gedruckt oder sie wurde nie verfasst. Man wird sehen, wie sich die SpVgg Plattling noch äußert.
FuPa: Könnt Ihr Euch vorstellen, irgendwann noch einmal für die SpVgg aufzulaufen?
Bauer: Nach diesem Artikel wird kein Weg mehr zur SpVgg führen. Dafür wurde ich zu sehr enttäuscht.
Fischer: Solange sich die SpVgg Plattling nicht öffentlich von dem Artikel distanziert, kann ich es mir nicht vorstellen für den Verein noch einmal tätig zu werden.
FuPa: Wie sieht Euere fußballerische Zukunft aus?
Bauer: Im Moment mache ich eine Pause - vielleicht für immer, vielleicht auch nicht. Ich wollte jetzt kein Angebot annehmen, da ich meine Prioritäten neu gesetzt habe: Familie, Freunde und Beruf stehen jetzt einfach im Vordergrund. So habe ich es auch dem Vorstand der SpVgg persönlich mitgeteilt. In Zukunft sehe ich mich schon einmal als Trainer, aber wo und wann, schau ma mal. Ich muss auch erst mal sehen wie ein Leben ohne Fussball ist, der Fussball war ja bisher immer da.
Fischer: Eigentlich wollte ich bis zum Winter ein Pause einlegen und vorerst nicht mehr kicken. Aber wie so oft kommt es anders und ich hab wieder einen Verein gefunden, wo ich mich wohl fühle und das Umfeld passt. Ganz ohne Fußball geht es bei mir nicht, dafür bin ich zu leidenschaftlich.
FuPa: Glaubt Ihr, dass die SpVgg Plattling in diesem Jahr den ersehnten Aufstieg schafft?
Bauer: Der Mannschaft würde ich es wünschen. Es ist ja Potential da, wie man letzte Saison gesehen hatte. Man hätte es meiner Meinung nach, letzte Saison schaffen müssen. Das tut mir auch leid, für die kleine Fangemeinschaft, die uns immer toll unterstützt hat. Ob man dieses Scheitern an drei Spielern festmachen kann, sehr fraglich.
Fischer: Der Mannschaft und den treuen Anhängern der SpVgg Plattling würde ich es sehr wünschen, dass der ersehnte Aufstieg in die BOL geschafft wird. Die SpVgg verfügt über willige Spieler mit großem Potential. Mit ein bisschen Glück kann man den Aufstieg in dieser Saison schaffen. Wobei ich die Konkurrenz stärker einschätze, wie in der vergangenen Saison.