
Getrennt werden sie wohl niemals auf dem Fußballfeld stehen, da sind sich beide einig. Seit sie in der G-Jugend beim FC Saltendorf zum ersten Mal gegen den Ball traten, spielten Marco und Benjamin Epifani stets Seite an Seite – der eine im Tor, der andere im Sturm. Geändert hat sich daran bis heute nichts. Nach ihrer fußballerischen Ausbildung in den Jugendabteilungen beim SSV Jahn Regensburg und dem TSV Kareth-Lappersdorf fanden die Zwillinge in Burglengenfeld ihre sportliche Heimat. Beim ASV stehen sie mittlerweile vor ihrer achten Saison. Kontinuität ist den Epifanis wichtig. Und wegzudenken sind sie längst nicht mehr.
Für Burglengenfelds Coach Matthias Bösl zeichnen sich die Epifanis vor allem durch ihren Ehrgeiz aus. „Auch ihre Loyalität spricht für Benny und Marco. Dass zwei solche Spieler über sieben Jahre bei einem Verein bleiben, der nicht die großen finanziellen Mittel hat, ist außergewöhnlich“, sagt Bösl. Zu ihm pflegen die Epifanis nach jahrelanger Zusammenarbeit ein ganz besonderes Verhältnis. Der heutige ASV-Trainer begleitete die Entwicklung der Zwillinge aus Teublitz schon in der Jugend bei Kareth. Drei Jahre coachte Bösl dort die Epifanis, ehe ihr gemeinsamer Weg schließlich zum Burglengenfelder Seniorenteam führte. „Wir haben insgesamt vier Aufstiege zusammen geschafft: zwei in Kareth, zwei beim ASV. Das kommt nicht von ungefähr. Da spielt auch das Vertrauen eine große Rolle“, erklärt Stürmer Benjamin. Bösl habe für ihn und seinen Bruder ohne jeden Zweifel einen maßgeblichen Anteil an ihrer sportlichen Entwicklung. „Er sagt es auch mal knallhart, wenn man etwas an sich verbessern muss. Andererseits hat er aber auch immer ein offenes Ohr.“
Fixpunkte in der Mannschaft
Auf dem Platz zahlen die Epifanis das Vertrauen ihres Trainers mit Leistung zurück. Mit lediglich 40 Gegentoren avancierte die Burglengenfelder Abwehr um Keeper Marco Epifani in der vergangenen Saison zu einer der besten Defensiven der Liga. Nur die letztjährige Spitzengruppe mit dem SSV Jahn II, dem TSV Waldkirchen und dem FC Sturm Hauzenberg fing sich weniger Treffer ein. In der Offensive des ASV sorgte Marcos Bruder Benjamin für die nötige Durchschlagskraft: Mit zwölf Treffern und drei Assists in seinen 25 Einsätzen war der 25-Jährige der Topscorer der Burglengenfelder. Auch die Mitspieler der Epifanis schätzen den Einsatz und die Fähigkeiten der Zwillinge.
Thomas Rappl, der in der Sommerpause vom ATSV Kelheim nach Burglengenfeld wechselte und mit dem TSV Bad Abbach mehrfach gegen die Bösl-Elf antrat, findet nur lobende Worte: „Marco ist sicher einer der besten Keeper in dieser Liga.“ Benjamin sei für ihn ebenfalls ein herausragender Spieler. „Normalerweise kommen Stürmer entweder über ihre Physis oder über ihre Spielstärke. Bei Benny ist beides der Fall. Ich spiele auf jeden Fall lieber mit den beiden, als gegen sie.“
Sportlich profitieren die Aushängeschilder des ASV voneinander. „Unterbewusst ist es, denke ich, schon so, dass die Motivation im Training vielleicht ein kleines Stück größer ist, wenn der eigene Bruder im Tor steht“, erklärt Benjamin. Auch die Kommunikation auf dem Feld zwischen ihm und seinem Bruder funktioniert blind. „Unser Verständnis ist gut“, sagt Marco. „Wir spielen jetzt schon so lange zusammen, dass wenn ich einen Ball fange, der Blick sofort nach vorne geht, ob ich Benny in Szene setzen kann.“ Schließlich könne er bei keinem anderen so auf die Schnelligkeit und die Abschlussqualität vertrauen wie bei seinem Bruder. Die Epifanis sind extrovertierte Typen – auf und neben dem Platz. „Ich sage mal so: Beide haben einen starken Charakter“, beschreibt Bösl. Marco sei der etwas ruhigere Typ, „Benny ist dagegen einer, der seine Meinung auch mal kundtut –- allerdings immer im Sinne der Mannschaft“.
Zwei extrovertierte Typen
Acht Neuzugänge haben den ASV in der Sommerpause verstärkt. Bei der Zielsetzung für die neue Saison stapelt Bösl dennoch tief: „Die Landesliga ist noch mal ein Stück enger zusammengerückt, jeder kann jeden schlagen. Eine Übermannschaft wie den SSV Jahn II im vergangenen Jahr wird es nicht geben.“ Mit Werten wie Bodenständigkeit und Kameradschaft wollen die Burglengenfelder ihre jungen Verstärkungen integrieren und am Ende einen einstelligen Tabellenplatz belegen. „Im letzten Jahr wurden wir Sechster. Wenn wir dieses Ergebnis bestätigen könnten, wäre das ein Erfolg.“
Nachdem mit Patrick Schleicher und Philipp Sander zwei Führungsspieler ihre Karriere beendeten, ist die Qualität der Epifanis beim Umbruch des ASV mehr denn je gefragt. Und die wollen mit ihren alten und neuen Kollegen weiter an einem Strang ziehen. „Es ist uns wichtig, dass wir uns außerhalb des Platzes genauso gut verstehen wie auf dem Platz. Ich spiele lieber mit meinen Freunden zusammen, als bei einem anderen Verein“, erklärt Benjamin. Vor allem aber spielt er gerne mit seinem Bruder – und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. „Ich kann es mir nicht vorstellen, egal, wie alt ich bin, einmal in einer anderen Mannschaft als mein Bruder zu spielen.“ Marco nickt und stellt klar: „Wir gehören zusammen.“ Die Epifanis gibt es eben nur im Doppelpack.