
Der TSV Weilimdorf hat am Sonntag seinen finalen Matchball in der Fußball-Bezirksliga zum Gewinn des Meistertitels – ein Punktgewinn auswärts beim SSV Zuffenhausen genügt dem Spitzenreiter, um nach dem Sieg im Bezirkspokal das Double zu feiern. Am Tabellenende stellt sich aus Filder-Sicht derweil für den SV Bonlanden II die bange Frage, ob das Auswärtsspiel in Münster überhaupt noch den Stellenwert eines Endspiels hat.
Noch 90 Spielminuten, dann endet nach gut eineinhalb Jahren die Ära des Plattenhardter Trainergespanns Bernd Giersdorf/Paulo Bayrak. Während Letzterer künftig im Gespann mit dem B-Lizenz-Inhaber Sascha Krammer (38) die Verantwortung für die Filderstädter tragen wird, sagt Giersdorf im Rahmen der morgigen Heimpartie gegen die noch um den Klassenverbleib ringenden Gäste aus Nord-Stuttgart „servus“ – um künftig mehr Zeit für die Familie zu haben. Ein „bisschen Melancholie“ beschleiche ihn schon, sagt er, gleichwohl werde ihm die Aufgabe im Weilerhau als eine „rundum positive Geschichte“ in Erinnerung bleiben. Verabschiedet werden von Abteilungsleiter Christoph Scholz auch Reto Briem und Alexander Morell, die ebenfalls aus persönlichen Gründen kürzertreten. Morell wird aber vermutlich in der aktuell in die Kreisliga A zurückgekehrte zweite Mannschaft die Kickstiefel schnüren.
Die Tore und Highlights vom Hinspiel
Die Möhringer nehmen morgen Abschied von Olivier Mendi, Manuel Klopfer und Steffen Müller. Der 31-jährige Torjäger Müller, den sein Trainer Jörg Elser „als Ikone der Spvgg Möhringen“ adelt, wird seine Kickstiefel endgültig an den Nagel hängen. Demgegenüber müssen seine Kollegen Mendi und Klopfer beide aus beruflichen Gründen kürzertreten und werden an der Hechinger Straße allerhöchstens noch als Stand-by-Spieler zur Verfügung stehen. Ob Elser, der mit den Folgen eines Bandscheibenvorfalls kämpft, am Spieltag überhaupt auf der Bank sitzt, ist offen. Sicher ist allerdings, dass er „unseren Jungs zum Abschied ein rundum positives Erlebnis wünscht“, sagt der Coach. Nach jetzigem Stand wird aus dem genannten Trio wohl nur Müller auf dem Rasen stehen. Sportlich betrachtet können die Teams die Partie entspannt angehen, nachdem beide bereits am vergangenen Spieltag den Klassenverbleib klar gemacht haben.
Rettung, Relegation oder Abstieg? Aus Sicht des SV Bonlanden II, der aktuell als Tabellen-13. den Relegationsrang belegt, ist vor diesem Spieltag noch alles möglich. So viel ist vorab klar: mit einem Auswärtssieg beim punktgleichen Kontrahenten in Münster hätte das Team des von Bord gehenden Trainers Robert Stadtmüller den Klassenverbleib definitiv geschafft. Jedoch: dieses Szenario gilt nur, wenn das Landesliga-Aufgebot der Bonlandener in seinem heutigen Abstiegsfinale daheim gegen den TSV Bad Boll seine eigene Rettung feiern sollte – bei einem Abstieg bedeutete dies für die zweite Mannschaft automatisch den Zwangsabstieg, wonach deren morgiger Auftritt sportlich betrachtet so gut wie bedeutungslos wäre. „Angesichts dieser vielen Fragezeichen müssen wir den Samstag abwarten. Dann wissen wir erst, um was es für uns in Münster tatsächlich noch geht“, sagt Stadtmüller, der diese Situation als „unheimlich schwierig für alle Beteiligten“ einordnet. Ausfallen werden der Torjäger Niels Wüllbier (Rippenprellung) sowie der rotgesperrte Kapitän Yannic Buchwald. Bestätigt hat der Bonlandener Abteilungsleiter Kurt Adam derweil den in dieser Woche vermeldeten Wiedereinstieg von Stadtmüllers Vorgängers Roger Bay „Wir sind uns im Prinzip einig“, sagt Adam.
Auf dem Kunstrasenplatz des TB Cannstatt am Emil-Kienlen-Weg endet morgen die traditionsreiche Bezirksliga-Ära des SV Vaihingen. Der Filderclub war seit seinem Aufstieg 1988 immer mindestens in Stuttgarts höchster Spielklasse vertreten und hatte insgesamt fünf Spielzeiten sogar in der Landesliga gekickt. „Es ist sehr traurig, dass es überhaupt so weit gekommen ist“, sagt Carmine Napolitano, der Trainer des Tabellenschlusslichts, der am Sonntag auf den Tag genau ein halbes Jahr im Amt ist. Eingestiegen war der 38-Jährige nach der Trennung von Marco Stilp als verantwortlicher Coach mit einem 2:1-Erfolg am 5. Dezember, dem eine Woche später am letzten Spieltag vor der Winterpause noch ein 4:2 gegen Croatia Stuttgart folgte – es war der bis dato letzte Punktspielsieg der Vaihinger. „Es wäre zur Sinnschärfung vielleicht besser gewesen, wir hätten diese Spiele damals verloren“, sagt Napolitano, der auch eine Etage tiefer am Schwarzbach das sportliche Sagen haben wird. Wie sein künftiger Spielerkader aussehen wird? Napolitano gibt sich diesbezüglich weiter zugeknöpft. Namen könne er frühestens in der kommenden Woche nennen, sagt er.