
Waldböckelheim. Die Fußballmädchen der SG Waldböckelheim/Weinsheim spielen nicht so gerne gegen Bubenteams. Da muss Trainer Jens Lehnhoff manchmal schon ein bisschen ,,nachhelfen" und einfach nur von einer Turnierteilnahme erzählen, ohne zu verraten, dass da gegen Jungs gekickt wird. Beim vereinseigenen Walter-Schmidt-Gedächtnisturnier sprangen die U14-Spielerinnen aber bereitwillig im ,,überwiegend männlichen" D-Junioren-Turnier ein, nachdem die D2 kurzfristig passen musste.
,,Ich habe ihnen aber nicht gesagt, wo ihre Gegner spielen", verriet der Coach schmunzelnd. Mit den Verbandsligateams von Wiesbaden-Biebrich und Hassia Bingen hatten seine Mädchen nämlich eine echte Hammergruppe erwischt, was Lehnhoff aber ,,gar nicht so unrecht" war: Mit einem 0:2 gegen Hassia und einem 0:1 gegen die Hessen hielt die MSG nämlich wirklich gut mit. Und gegen die Meisenheimer Landesliga-Junioren fehlte es für einen möglichen Sieg vorne an der Durchschlagskraft, sodass es beim torlosen 0:0 blieb. Im Verbandsliga-Finale setzte sich hier Bingen 4:2 nach Elfmeterschießen gegen Biebrich durch, im kleinen Finale musste sich die Waldböckelheimer D1 knapp 1:2 den Ingelheimern geschlagen geben. Torschützenkönige wurden mit je vier Treffern Leart Rexhepi (Hassia Bingen) und Lokalmatador Niklas Weger, bester Torhüterin war Leoni Haas vom gastgebenden TuS.
Beim D-Juniorinnen-Turnier belegten die jungen Lokalmatadorinnen Rang zwei hinter dem 1. FFC Ingelheim, gegen den man knapp 0:1 die einzige Niederlage kassiert hatte. Bei den C-Junioren setzte sich Bingen ungeschlagen vor Hüffelsheim, JSG Weinsheim und Waldböckelheim durch.
Im stark besetzten Feld der E-Jugend mit gleich 15 Teams belegte Degenia I und II Rang drei und vier hinter Biebrich und Ingelheim und stellte zudem mit Muhammed Bayir und Guiliano Valentino (5 Treffer) den besten Torwart und den Torschützenkönig.
Auf der ,,Turnierleitungstribüne" erinnerte sich Urgestein Willi Lange, einst einer der Turniergründer und heute wieder Stadionsprecher an die Anfangsjahre, als man noch mit einer Schreibmaschine Turnierpläne getippt hatte. Aus ,,alten Zeiten" stammen auch noch die Gäste aus Lechenich: Die feierten als Jugendspieler beim Turnier stets mit einem kleinen Zeltlager ihren Saisonabschluss - und treffen sich heute als Erwachsene immer noch auf dem angestammten Zeltplatz zum fröhlichen Wiedersehen.