Aufsteiger aus dem Mittelmaß?
In der SH-Liga der Frauen verzichten die Topteams auf einen Aufstieg
von SHZ / sun · 09.03.2015, 14:30 Uhr · 0 Leser
Selten bot die SH-Liga der Frauen so viel Ausgeglichenheit wie in dieser Saison. Derzeit sind es vier Mannschaften, die die besten Aussichten auf die Meisterschaft haben. Und genau diese vier Teams gaben mehr oder weniger endgültig ihren Verzicht auf eine mögliche Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord bekannt.
Das Aufstiegsrunden-Recht definitiv nicht wahrnehmen wird Tabellenführer SSC Hagen Ahrensburg. Trainer Tristan Gollnest stellte klar: ,,Das hat bei uns mehrere Gründe. Zum einen werden wir die Voraussetzung, eine Großfeldmannschaft im B-Mädchenbereich zu stellen, wahrscheinlich nicht umsetzen können. Für mich viel entscheidender ist aber, dass in unserem Team ein sehr großer Zwiespalt hinsichtlich eines möglichen Aufstiegs herrscht. Und wenn wir uns da nicht alle einig sind, machen solche Gedankenspiele keinen Sinn."
Nicht gänzlich ausschließen möchte der Eichholzer SV ein Aufstiegsszenario. Doch auch hier bremst Coach Hanifi Demir Hoffnungen: ,,Wir fühlen uns sehr wohl in der SH-Liga. Hier begegnen wir Gegnern auf Augenhöhe und haben viel Spaß. Die Strukturen könnten wir unter Umständen schaffen, doch spielen bei uns beispielsweise junge Mütter, für die der Mehraufwand einfach zu groß wäre. Und wir wollen ehrlich sein, wir alle haben keine Lust, regelmäßig mit hohen Niederlagen die weiten Heimreisen anzutreten."
Aus rein sportlicher Sicht würde Michael Heuer seiner Klausdorfer Elf den Aufstieg zutrauen: ,,Doch wir haben das Problem, dass wir den notwendigen Unterbau nicht leisten können." Aus eben diesen Gründen verzichtet die SG Ratekau-Strand schon seit Jahren. ,,Für uns sind die Voraussetzungen einfach nicht umsetzbar", bemängelt Trainer Andreas Passow den wieder anstehenden Verzicht.
Frank Weschke, Coach des Kieler MTV: ,,Die durch den Verband geregelten Vorbedingungen sind wichtig und richtig. So wird Nachhaltigkeit garantiert." Und so stellt der KMTV als derzeit Siebter tatsächlich eine von nur zwei Mannschaften, die zumindest über eine mögliche Aufstiegsrunde nachdenken werden. Weschke: ,,Bisher konnten wir uns noch nicht damit befassen. Doch jetzt, wo die Verzichte nach und nach bestätigt werden, müssen wir zumindest darüber diskutieren."
Ein klares ,,Ja" gab es lediglich von Holstein Kiel. Sollten die Holstein-Women die 2. Bundesliga halten, ist die Regionalliga für Christina Fischer als Hauptverantwortlicher im Frauenfußball er KSV Holstein sogar erstrebenswert.