
GIESSEN (smz). Die Kreisliga A Gießen ist nicht A-Klassig. Rein formell schon, klar. Doch in Sachen Tore ist jenes Klassement eher erstklassig, ein Reservoir an Jubelarien. Jede Woche fallen Buden en masse. Noch keine Partie endete torlos. Auch gestern und am Samstag nicht. Tore, Tore, Tore. Frühe Tore, späte Tore, Eigentore – alles im Repertoire. Die Favoriten gaben sich keine Blöße. Burkhardsfelden zeigte sich dem Beinamen zuwider überhaupt nicht freundlich, und auch die FSG Wettenberg jubelte.
Der SV Annerod verlor sein zweites Spiel binnen zweier Tage. Eine Malaise, welche Annerod abrutschen lässt. Neues Schlusslicht ist die SG Upthe: Sie verlor klar. Buseck II, als designierter Absteiger verschmäht, gewann. Geht da noch etwas?
TSF Heuchelheim II – TSV 05 Allendorf/Lahn 0:1 (0:0): Ja, eine Situation zu unterschätzen, hat nicht immer etwas mit hochnäsiger Einstellung zu tun. Es kann auch genau so gut eine falsche Einschätzung sein. Der Ball zu hoch, die ausgestreckten Hände zu kurz. Ähnlich erging es TSF-Torwart Benjamin Leib in der 67. Minute gegen die TSV Allendorf. Freistoß, 30 Meter Torentfernung, komfortabel – eigentlich. Dennis Haese schoss den Ball, leicht flatternd, in Richtung Tor. Vielleicht kommt irgendjemand dran, wird er sich vermutlich gedacht haben. Es touchierte keiner mehr den Ball, und das war gut so. Denn wenige Sekunden später zappelte der Ball im Netz – 0:1, der Siegtreffer. Der heimische Berichterstatter sah keinen unverdienten Triumphator in einem „chancenarmen Spiel.“
SG Trohe/Alten-Buseck II – TSG Wieseck II 2:0 (1:0): „Ich habe das 1:1 schon aufgeschrieben,“ sagte Pressesprecher Sven Scheer nach der Partie. Folgendes war passiert: Es stand 1:0 für die SG, 89 Minuten waren gespielt. Doch dann – Elfmeter. Eine Sache für Irrwisch Reber Sansar. Er tippelte, lief, schoss – drüber. Auweia. Am Ende stand es nicht 1:1, sondern 2:0. Benjamin Bost verwertete einen Konter in filigraner Manier zur Entscheidung, als er den Ball über den aufgerückten Gäste-Torwart in die Maschen lupfte. Marvin Biesenroth gelang nach dreimonatiger Verletzungspause die 1:0-Führung (4.). Das TSG-Kollektiv vermutete ihn wohl noch im Lazarett. Es war der zweite Heimsieg in Folge.
FSG Wettenberg – TSV Lang-Göns II 5:0 (3:0): David Hovestadt zirkelte einen Freistoß aus halblinker Position ins Eck zur Führung (8.), Paul Reger erhöhte im zweiten Versuch nach feiner Vorarbeit von Florian Valentin (36.). Auch der dritte Treffer fiel noch vor der Pause. Das Tor? Grandios. Sam Heinrich nahm den Ball volley, und traf in akkurater Ausführung, wie von der Schnur gezogen, ins Tordreieck (41.). Moritz Petzold wähnte sich kurz in einer anderen Sportart, als er mit einem „Ping-Pong-Tor“ das Ergebnis in Richtung standesgemäß schoss (58.). Peer Allendörfer setzte den Schlusspunkt (84.) – Vorlagengeber war Sam Heinrich. Machart? Grandios.
FC Besa Gießen – SG Kinzenbach II 5:2 (2:1): Naim Januzajs Tonlage war irreführend. Eintönig, tief brummend gab er den Spielverlauf wieder. Sein Fazit: „Beide Halbzeiten haben wir sehr stark gespielt.“ Eine Eloge. Ardjan Dulla markierte das 1:0 (12.), Tor-Garant Albjan Krasniq erhöhte 19 Zeigerumdrehungen später (31.). Tobi Rieth verkürzte erst per direktem Freistoß (45.), um dann auch noch zu egalisieren – via Freistoß (66.). Berat Zhegrova antwortete prompt. Dulla legte übersichtig zurück, Zhegrova verwertete – Maßarbeit (69.). Dennis Rexha erhöhte mit einem Doppelpack, beide Treffer resultierten aus einem Doppelpass (80., 86.).
TSV Rödgen – Freie TSG Gießen 5:1 (1:0): „Den Torschützen muss ich ja gar nicht mehr erwähnen.“ Das sagte nach der Partie Stefan Schweig, Pressesprecher des TSV Rödgen. Er gab sich schweigsam. Klappte nicht. Wen meinte er? Na klar: Dominique Dearbone, der Ballermann des TSV. Nach 56 Sekunden jubelte Dearbone erstmals. Sein Bruder Jerome zeichnete sich als Vorlagengeber verantwortlich. Nach 90 Sekunden feierte Dearbone erneut – allerdings lief da schon der zweite Durchgang (47.). Salih Altunay assistierte. Nach einem Fauxpas im Defensivverbund schraubte Nico Siguda das Ergebnis in die Höhe (62.). Dearbone, Dominique, nicht Jerome, ließ Tor Nummer vier folgen (82.). In der 93. Minute legte er seinem Teamkollegen Eugen Dreiling auf – 5:0. Pressesprecher Schweig schlug hernach die höchsten Töne auf der Klaviatur an.
FSG-Standards topSV Annerod – FSG Biebertal 1:2 (1:1): „Ein Null-Punkte-Wochenende.“ Eine Überschrift, gewählt von Pressesprecher Stefan Reuter. Erst verlor der Sportverein am Freitag äußerst bitter 2:3 gegen Besa Gießen, dann setzte es auch noch gestern ein törichtes 1:2 gegen die FSG Biebertal. „Biebertal hat dreimal auf das Tor geschossen,“ wehklagte er. Jan Crombach gab den Gastgebern den ersten Schlag ins Kontor. Nach einem eröffnenden Pass durch das Zentrum, erst fliegend, dann aufsetzend, kam Letztgenannter an den Ball, nahm ihn mit, schoss – 0:1. Einfach gepennt. Maurizio Berti antwortete kurz vor der 30-Minuten-Markierung, 1:1 (29.). “Außenseiter“ Kevin Poll fand mit seiner Flanke “Mitläufer“ Maurizio Berti. Spätestens seit letzter Woche firmiert Biebertal als der Standard-Spezialist der Klasse. Jene Etikettierung scheint nicht bis nach Annerod gekommen zu sein. Denn nach einem Eckball kam Luca Paul Bolz am zweiten Pfosten an den Ball. Einfaches Spiel in einer ansonsten schweren Partie – 2:1.
SF Burkhardsfelden – Kurdischer FC Gießen 5:0 (3:0): Rasch ging es los durch Jens Rasch (10.). Der wiederum rasch erhöhte (17.). Björn Linn markierte das 3:0, gleichzeitig der Halbzeitstand (35.). Rasch (50.) und Kevin Schiffmann (60.) erhöhten nach der Pause. „Es waren sehr schwache Gäste,“ sagte Gottfried Schepp. Das solle aber die Leistung der heimischen Equipe keinesfalls relativieren.
FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen – ASV Gießen 4:2 (2:2): Die Tabellenkonstellation spiegelte mitnichten die Qualität des Spiels wider. Kein Mittelfeldgeplänkel, wie es die Platzierung beider Teams suggeriert; vielmehr ein Spiel mit viel Intensität. Beide Mannschaften spielten mit Verve, investierten fiel. Doch Villingen glückte der Coup. Ein ganz wichtiger. Die Torschütze waren Martin Rödiger (7.) und Michael Döring (26., 55., 68.); aufseiten der Gäste jubelten Murat Gedik (38., 1:2) und Marco Moscagiuli (42., 2:2).
SG Upthe/Trais-Horloff/Inheiden – FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf 1:6 (1:2): Wer führt, verliert. Dieser Spruch scheint auf die SG Upthe gemünzt zu sein. Wie auch schon gegen die FSG Wettenberg, lagen die Kombinierten mit 1:0 in Front, danach verloren sie indes den Faden und dadurch auch das Spiel. Benedict Müll erzielte die Führung (21.); danach frohlockte nur noch die FSG. Christoph Groebl (30., 71.), Pascal Markloff (42.), Hans Sonntag (46.), Falco Höfeld (86.) erzielten fünf der sechs Treffer. Dazu kam ein Eigentor durch Fabian Losch (78.)