
Als bereits feststehender Herbstmeister geht Tabellenführer SC Reute ins letzte Hinrundenspiel der Kreisliga A, Staffel I. Im Gespräch mit der BZ spricht Trainer Angelo Saggiomo über die Duelle mit seinen jüngeren Brüdern und verrät, warum der Aufstieg in die Bezirksliga alles andere als reine Formsache ist.
BZ: Nach zuletzt fünf Siegen am Stück musste sich Reute am vergangenen Wochenende gegen Sasbach mal wieder mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Wie haben Sie das Spiel gesehen?
Saggiomo: Ich bin mit dem Punkt in Sasbach absolut zufrieden. Man konnte deutlich erkennen, warum wir Spitzenreiter sind. Meine Mannschaft hat einen sehr konzentrierten und stabilen Auftritt gezeigt. Wir waren fokussiert und haben in den richtigen Momenten zugestochen. Wir waren in beiden Halbzeiten die ersten 20-25 Minuten das bessere Team. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Sasbacher richtig gute Torchancen hatten und wir das Quentchen Glück auf unserer Seite hatten. Dort werden nicht viele Teams punkten. Unser Ziel war ein Punkt - das haben wir erreicht und damit Sasbach auf Distanz gehalten.
BZ: Bei Sasbach saß ihr sieben Jahre jüngerer Bruder Rino auf der Trainerbank, letztes Jahr hat er noch unter Ihnen in Reute gekickt. Können Sie so etwas besser mit dem Remis leben? Und wie fühlt sich das an, wenn man gegen seinen eigenen Bruder antritt?
Saggiomo: Rino war bei uns in Reute ein Garant zum Aufstieg in die A-Klasse. Er hat noch immer extreme Qualität und ich freue mich für ihn, dass es in seiner neuen Position als Spielertrainer so gut läuft. Grundsätzlich war es nicht das erste mal das wir Gegner sind, die Situation war dennoch anders, ich persönlich war etwas angespannter als sonst. Die ganze Familie war vor Ort, somit war die Punkteteilung für uns alle erfreulich.
BZ: Die Herbstmeisterschaft ist Reute bereits nicht mehr zu nehmen, jetzt haben Sie mit Fabio Moscaritolo bereits den ersten Winterneuzugang verkündet - Reute macht Ernst, was den Aufstieg betrifft. Wo sehen sie in der Rückrunde die größten Stolpersteine auf dem Weg in die Bezirksliga?
Saggiomo: Die Herbstmeisterschaft ist ein Titel, der eigentlich nichts zählt. Trotzdem zeigt er, dass wir richtig gute Arbeit leisten. Meine Elf ist sehr fleißig und will Erfolg haben. Für die Jungs freut mich das sehr und es fühlt sich gut an. Mit Fabio haben wir einen sehr talentierten und gut ausgebildeten Spieler verpflichtet. Er ist lernwillig, hat Bock auf den SC Reute, zudem ist er eine sehr angenehme Person. Fabio war mehr als ein Jahr verletzt und ich freue mich, wenn er zur Rückrunde - sofern es eine gibt - durchstarten kann. Wir haben den erforderlichen Kader und es ist bekannt, dass wir bis zum Ende um den Aufstieg in die Bezirksliga spielen wollen. Es werden und können viele Stolpersteine kommen: Verletzte, schlechte Trainingsbeteiligung, kein guter Start nach der Winterpause und nicht zuletzt natürlich die starke Konkurrenz aus Rheinhausen, Sasbach , Köndringen, Sexau und Ihringen. Es ist erst die Hälfte gespielt, da passiert noch einiges. In dieser Liga musst du jedes Wochenende an deine Grenzen gehen, sonst verlierst du. Wir haben unser Ziel, sind klar im Kopf und wissen ganz genau, was uns erwartet. Nichtsdestotrotz sind wir in einer guten Position. Stand jetzt geht der Aufstieg nur über uns.
BZ: Am Wochenende kommt es erneut zum Saggiomo-Duell. Dieses Mal empfängt ihr Team den SV Breisach, wo ihr 14-Jahre jüngerer Bruder Fabio Spielertrainer ist - tabellarisch sieht das Aufeinandertreffen nach einer klaren Sache aus. Mit welcher Marschroute stellen Sie die Mannschaft auf den Gegner ein?
Saggiomo: Ich kenne unseren nächsten Gegner relativ gut und konnte sie aufgrund meines Bruders einige Male sehen. Klar sind wir der Favorit, aber meiner Meinung nach gehören die Breisacher unter die ersten acht Teams in der Liga. Warum dort ein bisschen der Wurm drin ist, mag ich aus der Ferne nicht beurteilen. Wir schauen auf uns und meine Marschroute ist immer die gleiche: Gewinnen. Die Basics wie Laufbereitschaft, Zweikämpfe, aber auch Charakter, Mut und Vertrauen in uns müssen wir auf den Platz bringen. Ich möchte, dass meine Jungs einfach entspannt sind, Lust haben und mit Freude die kommenden Aufgaben angehen.
Angelo Saggiomo tippt den 17. Spieltag in der Kreisliga A, Staffel I: