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Testspiel

An Kreuters Künsten verzweifeln auch Profis

Hungener Stadtauswahl unterliegt Eintracht Frankfurt mit 0:7 +++ Tolle Leistung der heimischen Torhüter

von Gießener Anzeiger · 20.08.2014, 09:30 Uhr · 0 Leser
Amateure freuen sich mit Profis: Die Hungener Stadtauswahl und die Frankfurter Eintracht nehmen vor dem Freundschaftsspiel Aufstellung. Foto: Ben
Amateure freuen sich mit Profis: Die Hungener Stadtauswahl und die Frankfurter Eintracht nehmen vor dem Freundschaftsspiel Aufstellung. Foto: Ben
HUNGEN - Nieselregen, dunkle Wolken und kühle Witterung: Als Thomas Schaaf kurz nach halb sechs den nassen Rasen des Hungener Sportplatzes betrat, dürfte sich der langjährige Werderaner an seine alte Arbeitsstätte in Bremen erinnert gefühlt haben. Doch spätestens beim Abspielen der zahlreichen Eintracht-Lieder wird dem neuen Trainer der Frankfurter Eintracht klar geworden sein, wo er sich befand: mitten in Hessen. Mitten im Stammgebiet der Eintracht. Mitten drinnen in stets großen Erwartungen an den einzigen hessischen Bundesligisten.

Diesen Erwartungen wurde der Erstligist gegen eine Hungener Stadtauswahl nur eine Halbzeit lang gerecht. Da präsentierte der Gast aus der Mainmetropole so manches Kabinettstückchen, da lief der Ball teils sehenswert durch die Reihen der mit einigen Leistungsträgern angetretenen Frankfurtern. Doch nach dem 6:0-Pausenstand ließ Schaaf munter durchwechseln. Wechselte damit auch den Spielrhythmus raus. Am Ende stand ein halbwegs standesgemäßer 7:0-Erfolg der Eintracht zu Buche.

Stadtauswahl Hungen – Eintracht Frankfurt 0:7

Die stolze Kulisse von 2500 Zuschauern in Hungen wiederum staunte zwar eine Halbzeit lang über die Kunstfertigkeiten der Profis. Doch nach der Pause staunten sie vor allem über einen Mann: Torsten Kreuter. Der Torhüter der Stadtauswahl wuchs über sich hinaus, parierte gleich mehrmals in großer Manier gegen die Profis und erhielt verdienten Szenenapplaus. An dieses Spiel wird sich Kreuter noch lange erinnern. Vielleicht war es sogar das Spiel seines Lebens für den Amateurkeeper. Ihm kaum nach stand wiederum sein Kollege Andre Lippmann, der in der ersten Halbzeit zwar sechsmal hinter sich greifen musste, aber ebenfalls mehrere Glanzparaden zeigte.

Doch von Anfang an: Der Bundesligist begann schwungvoll. Bereits nach zwei Minuten schob der vielversprechend agierende Neuzugang Lucas Piazon nach einer schönen Kombination zum 1:0 ein. Nach einer Viertelstunde Spielzeit erhöhte Nachwuchstalent Joel Gerezgiher mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze auf 2:0. Kurz darauf war es der frisch gekürte Junioren-Europameister Marc Stendera, der nach feinem Doppelpass mit Eintracht-Neuzugang Haris Seferovic auf 3:0 erhöhte (17.).

Zwischen und nach den Torerfolgen zeigte jedoch immer wieder der Villinger Keeper Lippmann sein Können und verhinderte einen höheren Rückstand. So dauerte es bis zur 27. Minute, ehe erneut Gerezgiher mit einem Klasseschuss auf 4:0 erhöhte. Der fleißig und stets anspielbare Schweizer Sturm-Neuzugang Seferovic belohnte sich nach 35 Minuten für seinen Eifer mit einem Kopfball nach Stendera-Ecke zum 5:0. Der neben Stendera und Seferovic ebenfalls glänzende Piazon machte schließlich mit einem unwiderstehlichen Solo den 6:0-Pausenstand perfekt.


Auch die Kleinsten freuen sich über den Besuch der Eintracht.
Foto: Ben

Trainer Schaaf nahm in der Pause dieses starke Offensivtrio vom Platz. Prompt hakte es in den Aktionen des haushohen Favoriten. Nur selten kamen die Frankfurter noch so richtig gefährlich vors Tor der Stadtauswahl. Und wenn sie einmal zum Abschluss kamen, erwies sich nun Torsteher Kreuter als Meister seines Faches. Nur ein einziges Mal gab sich der Keeper in der zweiten Halbzeit geschlagen. Das war in der 70. Minute. Da setzte sich der eingewechselte Japaner Iniu gut durch und überlistete Kreuter mit einem klugen Lupfer zum 7:0. Das war es aber auch mit der Eintracht-Herrlichkeit.

Den Hungenern gelangen sogar noch zwei dicke Ausrufezeichen. Zunächst war es Dennis Wenzel, der in der 80. Minute den ersten gefährlichen Schuss der Gastgeber abgab, aber aus gut 30 Metern knapp über den Winkel zog. Und wenig später musste Eintracht-Keeper Wiedwald nach einem Freistoß von Daniel Kozy energisch eingreifen, um den Ehrentreffer zu verhindern.

Wenig später war Schluss. Wenig später war gleichzeitig Anpfiff vor allem für die vielen jugendlichen Fans der Eintracht, die auf Autogrammjagd gingen. Ob Thomas Schaaf wiederum den nassen Rasen des Hungener Sportplatzes zufrieden verlassen hat, bleibt das Geheimnis des Fußball-Lehrers..