
Wenn wie am vorvergangenen Wochenende Not am Mann ist – die etatmäßige Nummer eins Jan Meyer fiel aus privaten Gründen aus – springt der Altmeister ein. Der Ehrgeiz des früheren Oberligatorwarts (Eintracht Trier, FSV Salmrohr, SV 07 Elversberg) ist auch mit 62 Jahren groß. Umso mehr wurmte ihn das halbe Dutzend Gegentreffer. „Allerdings“, betont der Stadtkyller, „war Waldkönigen richtig gut und hatte mit dem vierfachen Torschützen Joshua Wheaton einen überragenden Stürmer“.
Ins Fußballtraining geht er nicht mehr; Juchems ist froh, „wenn die Knochen nach den Spielen nicht allzu lange wehtun“. Fit hält er sich aber immer noch – und wie: „In diesem Jahr liegt mein Schnitt bei 320 Sit-ups und 124 Liegestützen – pro Tag. Bis zu meiner Rente im nächsten Jahr soll es insgesamt eine Million sein“, lacht Juchems, der 1987 und ’89 am Ironman auf Hawaii teilgenommen hat. Die 3,86 Kilometer Schwimmen, gut 180 Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen schaffte er dabei in Spitzenzeiten in gut zehn Stunden. Sein früheres Kampfgewicht von rund 82 Kilo habe er bis heute auch aufgrund der fast täglichen Einheiten auf dem Fahrrad gehalten, berichtet der Logistikmitarbeiter aus der Medizintechnikbranche stolz.
Auf dem Fußballplatz mit Teamkollegen zu stehen, die seine Enkel sein könnten, stört Juchems nicht: „Ich bin sowieso lieber mit 20-Jährigen als mit 50-Jährigen zusammen.“ Trotzdem hat er auch noch großen Spaß an den Einsätzen in der Ü50 der Trierer Eintracht. Werner Heinzen, Werner Kartz und Ralf Leuwer: Zu seinen Mannschaftskameraden zählen hier auch frühere Spieler des SV Prüm. Hier stand Juchems nach seiner Oberligazeit Mitte/Ende der achtziger Jahre im Tor, um dann in der Verbandsliga bei Haag/Horath und später bei seinem Heimatverein SpVgg Stadtkyll und bei der damaligen DJK Auw und dann bei der SG Auw/Ormont/Hallschlag (auch) als Trainer anzuheuern.
Die Entwicklung bei der 2006 aus der Taufe gehobenen SG Schneifel sieht er sehr positiv: „Die Jungs spielen in der Rheinlandliga sehr guten Fußball. Da steckt viel Potenzial drin.“ Nach dem knapp verpassten Aufstieg der zweiten Mannschaft hofft er, dass diese nun den Sprung in die A-Klasse packt, damit der Unterbau noch mehr Fundament besitzt.“ Auch weiter will Juchems bei der Dritten aushelfen, wenn er gebraucht wird. Zumal „die Böden durch den Regen jetzt weicher werden“. Anfang nächster Woche ist er aber erst mal für zehn Tage auf Mallorca – natürlich nicht zum Feiern, sondern primär, um in seiner zweiten Heimat Rad zu fahren.