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Interview

Als Kapitän ein bisschen in der Vaterrolle

KLB ALSFELD: +++ Kevin Selenski zählt in Bobenhausen mit 25 schon zu den Routiniers

von Oberhessische Zeitung · 19.01.2018, 08:00 Uhr · 0 Leser
Kevin Selenski, Kapitän des SV Bobenhausen, ist selbst erst 25 Jahre alt und zählt trotzdem schon zu den Routiniers seines Teams.	Foto: Selenski
Kevin Selenski, Kapitän des SV Bobenhausen, ist selbst erst 25 Jahre alt und zählt trotzdem schon zu den Routiniers seines Teams. Foto: Selenski

Bobenhausen. Erkennbar sind sie meist an der Binde am rechten Oberarm: Fritz Walter trug solch eine, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Philipp Lahm natürlich – oder zum Beispiel der Argentinier Diego Maradonna. Die Rede ist von Fußball-Kapitänen. Spielern also, die eine besondere Stellung innerhalb einer Mannschaft einnehmen, Verantwortung übernehmen und führend vorangehen.

Nicht nur im Profi-Fußball stehen diese Leader im Fokus, auch der Amateurfußball profitiert und lebt von dem Engagement seiner Kapitäne. Den einen oder anderen Kapitänsbinden-Träger aus den heimischen Gefilden bittet die Sportredaktion während der noch andauernden Winterpause zu Wort. Den Anfang macht Kevin Selenski (25), Spieler und Kapitän des Alsfelder B-Ligisten SV Bobenhausen sowie Konstruktionsmechaniker und Anhäger des Karlsruher SC.

Acht Punkte hat Ihr Team, das auf Rang 14 überwintert, bis dato aus 13 Spielen gesammelt. Wie würden Sie die bisherige Runde des SV Bobenhausen zusammenfassen?

Ich würde sagen, dass bei uns noch ein Umbruch stattfindet. Wir haben vier, fünf sehr junge Leute dazubekommen, die wir versuchen nach und nach zu integrieren. Das finde ich sehr gut, es zieht aber noch einen etwas längeren Prozess nach sich.

Seit wann sind Sie SVB-Kapitän und wie interpretieren Sie diese Rolle?

Das müsste in etwa seit 2014 sein. Ich glaube, bei uns ist das schon alles recht fixiert auf mich, das Spiel und was auch nebenbei noch so läuft. Ich sehe meine Kapitänsrolle auch ein Stück weit als Vaterrolle. Letztens war ich bei uns in der Startelf sogar der zweitälteste Spieler, wir haben wirklich eine sehr junge Truppe. Auch bei allem was neben dem Platz läuft, versuche ich mich einzubringen, mich um Dinge zu kümmern. Zum Beispiel, indem ich Leute abhole, wenn sie sonst nicht anders ins Training kommen können. Ich interpretiere das mit der Kapitänsrolle schon so, dass ich das Mannschaftsgefüge gerne zusammenhalten und formen möchte.

Was macht in Ihren Augen einen guten Kapitän aus?

Ich finde, ein Kapitän muss vorangehen und auf dem Platz versuchen, immer positiv zu denken und jeden Spieler mitnehmen. Das ist eine wichtige Aufgabe des Kapitäns.

Führen Sie den Satz bitte zu Ende: „Ich bin gerne Kapitän des SV Bobenhausen, weil...“

...weil ich die Kameradschaft in dem Verein mag und ich immer versuchen möchte, meine Mitspieler zu unterstützen und sie ein bisschen weiterzuentwickeln. Ich versuche, die jungen Leute etwas zu führen und ihnen meine Art von Fußball mit auf den Weg zu geben.

Was erhoffen Sie sich für die Restrunde?

Ich erhoffe mir, dass wir am Anfang der Restrunde ein paar Früchte ernten von den Lektionen aus der Hinrunde. Und ich hoffe, dass wir uns peu à peu weiterentwickeln und vielleicht noch einen einstelligen Tabellenplatz erreichen können. Das wäre so mein Traumziel.

Haben Sie ihren Vertrag in Bobenhausen bereits verlängert – und könnten Sie sich prinzipiell auch noch einmal ein Engagement bei einem anderen Verein vorstellen?

Die Antwort ist vielleicht gar nicht so leicht, wie man so denkt. Es gibt schon immer mal ein Angebot, bei dem ich mich auch immer wieder geehrt fühle, wenn sich mal größere Vereine melden. Ich hänge aber schon zu sehr an dem Verein, als dass ich sagen würde, dass ich irgendwann noch einmal wechseln würde.