
Auch wenn die Größenverhältnisse freilich nicht ganz stimmen: Irgendwie lassen sich die Weltmeisterschaft in Katar und die Hallenmeisterschaft im Kreis Ost miteinander vergleichen. Beide Wettbewerbe haben mit Nebenkriegsschauplätzen zu kämpfen, die das sportliche Geschehen eindeutig übertrahlen. Doch das haben die Fußballer nicht verdient - nicht die Profis und erst recht nicht die niederbayerischen Amateure. Deshalb heißt es vor dem großen Finale des Lotto-Bayern-Hallencups am Samstag in Salzweg (ab 13 Uhr): Nebengeräusche ausblenden!
Was die Spiele so attraktiv macht? Es gibt, obwohl Teams von der A-Klasse bis zur Bezirksliga vertreten sind, keine klaren Favoriten. Weil allen voran die höherklassigen Vereine nicht mit ihrem Topkader an den Start gehen. Aber auch, weil Futsal für den gemeinen Großfeldkicker unberechenbarer ist. Freilich, bei dieser Form des Hallenfußballes stehen die technischen Fähigkeiten im Vordergrund, die umso größer sind, desto weiter es in den Spielklassen nach oben geht. Aber der bisherige Turnierverlauf hat bereits bewiesen, dass dennoch Überraschungen durchaus drin sind.
Und da sind wir schon bei den scheinbaren Außenseitern am Samstag. Dazu zählen die SG Ruhstorf/Indling, Langdorf, die SpVgg Straubing und Parkstetten (alle A-Klasse). Grainet, Vornbach, Salzweg (alle Bezirksliga) und auch Röhrnbach (Kreisliga) hingegen werden oft genannt, wenn es um Titelfavoriten geht. Zwei Lager gibt es auch bei der Motivation: Die einen sind richtig heiß, die anderen nehmen die Endrunde halt einfach so mit. Doch eines ist sicher: Wenn der Ball rollt, wollen alle gewinnen. Wettkampf ist Wettkampf...
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Gruppe A (Salzweg, SG Ruhstorf/Indling, Langdorf, SpVgg Straubing):
Mitchell Stark (Sportlicher Leiter, Salzweg): "Das Turnier ist in Salzweg und wir wollen natürlich vor heimischen Publikum so weit kommen wie nur möglich. Am besten ins Finale. Wir hoffen auf eine gute Stimmung - eine bessere als in der Vorrunde. Die Jungs sind motiviert, allerdings steht für uns klar im Vordergrund, dass sich niemand verletzt."
Personal: Das Spielen in der Halle ist freiwillig. Deshalb wird der Bezirksligist mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten antreten. Im Vergleich zur Vorrunde wird sich der Kader minimal ändern.
Titelfavoriten: "Da wir in unserer Gruppe keinen einzigen Gegner kennen, ist es sehr schwer, einen Favoriten zu bestimmen. Aufgrund der Ergebnisse würde ich aber Grainet oder Vornbach die Favoritenrolle zutrauen. Auch Röhrnbach traue ich eine Überraschung zu."
Frank Konnerth (Trainer, SG Ruhstorf/Indling): "Ja, die Jungs sind sehr motiviert. Wer spielt denn nicht gerne in einem Finale? Vor allem sehe ich das als eine großartige Erfahrung für unsere sehr junge Mannschaft, die in der Vorrunde einen Altersdurchschnitt von 20,44 Jahren hatte. Als Zielsetzung habe ich den Jungs immer mitgegeben, dass alles kann, aber nichts muss. Wenn am Ende des Tages dann vielleicht ein Weiterkommen zu Buche steht, dann freut mich das ungemein für die Jungs. Zumal das ein optimaler Anfang für die am Abend anstehende Weihnachtsfeier wäre."
Personal: Die selbe Truppe wie in der Vorrunde wird antreten.
Titelfavoriten: "Als Turnierfavorit sehe ich die DJK Vornbach. Dieses Team spielt einen super attraktiven Offensivfußball. Wir schauen uns oft die Heimspiel der Vornbacher an und deswegen weiß ich, welches Potenzial diese Truppe hat."
Gemeinsame Erklärung des Trainerduos Robert Ertl/Andreas Bischoff: "Wir wollen wie in Zwiesel wieder Spaß haben und die Favoriten ärgern. Unsere Jungs sind heiß und haben richtig Bock, in der Halle zu spielen. Das hat man zuvor schon in den freiwilligen Hallentrainings gemerkt. Bzgl. Interesse zur Kreismeisterschaft haben wir gehört, dass im Kreis Regen noch Mannschaften teilnehmen wollten, aber das ging aus irgendwelchen Gründen nicht mehr. Das Interesse der Zuschauer war in Zwiesel jedenfalls sehr gut. Hier auch nochmal ein großes Lob an den Ausrichter SV Zwiesel 22."
Personal: Das gleiche Team - sollten keine Verletzungen dazwischenkommen - wie in der Vorrunde wird an den Start gehen.
Titelfavoriten: "Zu den Turnierfavoriten gehören natürlich die drei Bezirksligisten, aber in der Halle kann jede Mannschaft überraschen - auch ein A-Klassist."
Atschi Yüce (Sportlicher Leiter, Straubing): "Die SpVgg SR geht natürlich als eines der Außenseiter in die Kreismeisterschaft. Mit dem Herzschlagfinale von vergangenen Woche, sind wir ja auch etwas glücklich noch reingerutscht. Aber wir werden es genießen, da unsere Jungs bekanntlich technisch versiert sind und anschaulichen Futsal-Fußball auf das Parkett bringen können. Die nötige Leidenschaft werden wir mitbringen, da ist es egal, ob Bandenfußball oder Futsal. Wer Fußballer ist, liebt den Fußball. Das Interesse ist generell nicht so wie früher. Das hat aber viele andere Gründe, die auch struktureller (BFV) und gesellschaftlicher Natur sind. Das liegt sicherlich nicht nur am Futsal."
Personal: Der selbe Kader wie in der Vorrunde wird antreten. Alle Spieler sollen auch zum Einsatz kommen. Es ist aber auch klar: Weitere Überraschungen sind nur mit der Top-Fünf möglich.
Titelfavoriten: "Ich denke mal, in der Halle auf die kurze Spielzeit ist vieles möglich. Klar sind die Bezirksligisten höher einzustufen, aber es sind ja auch schon einige auf der Strecke geblieben. Wie in der WM auch gesehen, kann es im Fußball immer Überraschungen geben, wenn Leidenschaft und Wille voll ausgeschöpft werden."
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Gruppe B (Grainet, Vornbach, Parkstetten, Röhrnbach)
Jürgen Eder (Trainer, Grainet): "Naja, dass wir heiß sind, wäre schon übertrieben. Wir haben ein paar Jungs, die gerne in der Halle spielen. Einige wollen aber auch kategorisch gar nicht. Somit läuft die Hallensaison komplett auf freiwilliger Basis bei uns. Das Halbfinale wollen wir dennoch anpeilen."
Personal: Ein gemischtes Team aus Erster und Reserve geht an den Start. Bis auf Patrick Freund, der sich am Samstag eine Bänderverletzung zugezogen hat, wird voraussichtlich die selbe Mannschaft wie in der Vorrunde spielen.
Titelfavoriten: "Ein Favorit ist sehr schwer auszumachen, weil viele Mannschaften nicht ihr stärkstes Personal aufbieten. Ich denke, jeder hat die Chance, dieses Turnier zu gewinnen. Von der Papierform her ist natürlich Vornbach als Favorit zu nennen."
Michael Jäger (Sportlicher Leiter, Vornbach): "Unsere Jungs spielen generell gerne in der Halle - und dort auch Futsal. Von dem her ist die Motivation natürlich hoch. Eine explizite Zielsetzung gibt es allerdings nicht. Wir wollen einfach möglichst weit kommen und Spaß haben. Unser Gruppe ist stark besetzt. Es gilt, diese erst einmal zu überstehen. "
Personal: Es spielen die, die Lust haben. Es gibt auch keine A- oder B-Formation.
Titelfavoriten: "Nachdem es in den vergangenen Jahren keine Hallenturniere gegeben hat, ist es schwierig, die Teams miteinander zu vergleichen. Nimmt man die Vorrunden-Ergebnisse als Maßstab muss man aber eindeutig Grainet und Röhrnbach zu den Favoriten zählen."
Peter Semmelmann (Trainer, Parkstetten): "Zielsetzung ist für uns die bestmögliche Platzierung zu erreichen und vor allem die höherklassigen Teams zu ärgern, bestenfalls zu schlagen. Mein Team ist topmotiviert und richtig heiß, sich auch für die nächste Runde, also die K.O.-Phase, zu qualifizieren. Meiner Meinung nach ist Futsal in dieser Form die nächsten Jahre nicht mehr tragbar, das Interesse wird noch weiter zurückgehen. Da muss der Verband vielleicht auch mal überdenken, ob man nicht zum zuschauerträchtigen Bandenkick zurückkehren sollte."
Personal: Man wird mit der besten Truppe antreten, die zur Verfügung steht. Wer letztlich dazugehören wird, entscheidet sich aber kurzfristig.
Titelfavoriten: "Einen Favoriten mag/kann ich nicht ausmachen, weil ich nicht alle Mannschaften kenne - schon gar nicht was die Fähigkeiten in Bezug auf Futsal betrifft."
Maxi Bartl (Kapitän/3. Vorstand, Röhrnbach): "Wir werden uns da richtig reinhängen und wollen was erreichen. Die Stimmung und der Zusammenhalt ist hervorragend, wie man im Hallentraining mit teilweise über 20 Teilnehmern und in der Weihnachtsfeier vergangenes Wochenende gesehen hat."
Personal: Spielertrainer Petr Kulhanek hat es schwer. Röhrnbach hat den Luxus, nur die Besten mitnehmen zu können. Auf bestimmten Positionen gibt es sogar Konkurrenzkampf. Angenehmer Nebeneffekt der Auslese: Diejenigen, die nicht zum Zug kommen, werden das Team von der Tribüne aus unterstützen.
Titelfavoriten: "In unserer Gruppe wird es sehr schwierig. Da gibt es andere Favoriten. Eventuell der SV Grainet."
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Der Modus: In den beiden Gruppen spielt zunächst jeder gegen jeden. Die jeweils beiden Bestplatzierten ziehen in das Halbfinale ein. Von da an geht es im K.O-System weiter, wobei nicht nur Platz 3 ausgespielt wird, sondern auch Platz 5. Grund: Die vier besten Kreisteams qualifizierten sich für die Niederbayerische, das Spiel um Platz 5 soll einen möglichen Nachrücker gleich im Vorhinein festlegen. Die Spieldauer je Begegnung beträgt 14 Minuten. Ab dem Halbfinale gibt es bei Gleichstand nach der regulären Spielzeit keine Verlängerung, sondern gleich Sechs-Meter-Schießen.