2025-12-03T05:51:34.672Z

Interview

Aden: "Ziel kann nur Klassenerhalt heißen"

Der neue Coach Holger Aden leitete am Montagabend das erste Training beim SV Schermbeck. Der Fußball-Oberligist ist weiter auf Stürmersuche. Zumal Angreifer Nassirou Ouro-Akpo wegen einer Rückenverletzung eine lange Pause droht.

Der erste Arbeitstag von Holger Aden beim SV Schermbeck begann am Montag um 16.30 Uhr. Der neue Trainer des abstiegsgefährdeten Oberligisten traf sich mit seinem Vorgänger. Martin Stroetzel hatte seinem Nachfolger das Gespräch angeboten. Aden nahm's gerne an, weil er aus erster Hand wichtige Informationen über die Spieler erhalten hat. "Es war wichtig, zu erfahren, wo Martin Stroetzel die Stärken und Schwächen der einzelnen Akteure sieht. Doch ein genaues Bild muss ich mir jetzt selber machen", sagte der Ex-Profi, der als Stürmer für Bayer Leverkusen, Eintracht Braunschweig und den VfL Bochum spielte.

Aden fing damit am Montagabend bei der ersten Übungseinheit an, nachdem er der Mannschaft bei einer kurzen Ansprache gesagt hatte, was er von ihr verlangt. Bei einem Fitnesstest wurde die körperliche Verfassung der 21 Akteure überprüft. "Da gibt's noch was zu tun. Das ist zu Beginn der Vorbereitung auf die Rückrunde aber ganz normal", meinte Aden bei einem ersten Blick auf die Ergebnisse.

Über die fußballerischen Fähigkeiten der Kicker wird er in den nächsten Tagen auch einiges erfahren. Denn der SVS bestreitet bis Sonntag drei Testspiele. "Es trifft sich gut, dass wir gleich so viele Partien haben", sagt der 47-jährige Aden, für den klar ist: "Das Ziel kann nur Klassenerhalt heißen. Denn ich habe in dieser Saison einige Spiele in der Oberliga gesehen. Ich weiß, was da abgeht."

Es bleibt nicht viel Zeit, bis es ernst wird beim Unternehmen Ligaverbleib. Bereits am Sonntag, 3. Februar, steht auf eigenem Platz das Nachholspiel gegen die TSG Sprockhövel für den SV Schermbeck an, der nur zwei Zähler Vorsprung vor den Abstiegsplätzen hat. Deshalb drängt auch in einem anderen Punkt die Zeit. Der SVS muss so schnell wie möglich die dringend benötigte Verstärkung für den Angriff finden. "Wenn man in 15 Partien nur 17 Tore schießt, ist es klar, dass es an guten Stürmern mangelt", sagte Aden. Aber auch 32 Gegentreffer seien "viel zu viel". Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass der neue Coach auch für die Abteilung Toreverhinderung Handlungsbedarf auf dem Spielermarkt sieht.

Michael Benninghoff, Sportlicher Leiter des SV Schermbeck, hofft, dass der Club vielleicht schon in dieser Woche einen neuen Angreifer präsentieren kann. "Wir haben mit drei Stürmern gesprochen, von denen einer allerdings bereits abgesagt hat, weil er verletzt ist", sagte Benninghoff. Einen Angreifer will der Oberligist wenigstens verpflichten. Gut möglich, dass sogar zwei Stürmer benötigt werden. Der Fall könnte eintreffen, wenn Nassirou Ouro-Akpo länger ausfallen sollte. Ouro-Akpo fehlt derzeit wegen einer Rückenverletzung. Am Freitag soll sich bei einer weiteren Untersuchung herausstellen, ob eventuell sogar ein Wirbel angebrochen ist. "Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden wir uns wohl nach einer weiteren Verstärkung umsehen müssen", meinte Benninghoff.

Es gibt also nicht nur für Holger Aden in den nächsten Tagen viel zu tun. Der Trainer hat eine Personalie bereits geklärt. Er brachte Kenan Osma, mit dem er schon als Jugendcoach bei der DJK Hordel zusammengearbeitet hat, als neuen Co-Trainer zum SV Schermbeck mit. Erdal Dasdan, Co-Trainer von Martin Stroetzel, wird in dieser Woche noch bei den Übungseinheiten helfen. Dann tritt der Weseler seinen neuen Job als Coach des Landesligisten DJK Coesfeld an.

Aufrufe: 014.1.2013, 23:43 Uhr
Rheinische Post / Joachim SchwenkAutor