
Marienborn. Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen vor dem Derby in der Fußball-Landesliga zwischen der TuS Marienborn und dem VfB Bodenheim kaum sein: Klar, ein Sieg brauchen beide Mannschaften unbedingt. Doch während für den Gastgeber ein Dreier das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt aufrechterhält, wollen die Bodenheimer unbedingt am Tabellenzweiten Wormatia Worms II dranbleiben, um weiterhin eine Chance auf den Relegationsplatz zu haben.
Deshalb weiß VfB-Trainer Ludwig Anspach ganz genau: ,,Ein Unentschieden hilft keinem weiter. Beide Mannschaften müssen gewinnen." Er erwartet daher ein ,,unerhört schweres Spiel" und einen offenen Schlagabtausch, ,,bei dem es darauf ankommen wird, welche Mannschaft besonders gut verteidigt und im Ballbesitz klug nach vorne spielt." Anspach ist optimistisch, dass das sein Team sein wird: ,,Ich weiß, zu was meine Mannschaft im Stande ist. Das haben wir in den letzten Wochen häufig gezeigt. Wenn das wieder so funktioniert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir als Sieger den Platz verlassen." Schließlich haben die Bodenheimer fünf ihrer letzten sechs Partien gewonnen und sind so den Wormsern dicht auf den Fersen.
Anders sieht es bei den Marienbornern aus: Spätestens nach der Niederlage gegen Konkurrent SV Geinsheim in der vergangenen Woche kann nur ein kleines Wunder die Elf vom am Saisonende scheidenden Trainer Guido Ritz noch vor dem Abstieg retten. Ein Dreier für den Tabellenvierzehnten ist daher Pflicht. ,,Dazu müssen wir 120 Prozent Einsatz zeigen und an unsere theoretische Chance glauben", verlangt Ritz von seinen Spielern, auch wenn er weiß, dass es nicht einfach wird. ,,Doch wie das geht, haben meine Spieler in den letzten Wochen mehrfach gezeigt", gibt sich Ritz vor seinem letzten Heimspiel als TuS-Trainer optimistisch. Während sich an Marienborns Personallage, bis auf die Rückkehr von Marco Ritz, wenig ändert, hat sich die Situation in Bodenheim etwas entspannt: Sowohl Dennis Steinbrecher als auch Sabian Cooper, Dennis Hassemer und wahrscheinlich auch Malte Schmidt stehen wieder zur Verfügung.
Landesliga kompaktSVW Mainz: Der Jubel beim kommenden Derby-Gegner aus Bretzenheim war groß, als die TSG am vergangenen Wochenende den Ligaverbleib perfekt machte. Ein Gefühl, nach dem sich auch die Spieler des SVW sehnen. Schließlich haben die Weisenauer, aktuell Tabellenelfter, den Klassenerhalt noch nicht sicher. SVW-Trainer Bert Balte weiß: ,,Das wird ein enges, intensiv geführtes Derby. Auch wenn Bretzenheim favorisiert ist, sind wir sicher nicht chancenlos." Um gegen die beste Rückrundenmannschaft der Liga zu bestehen und den ersten Heimsieg in 2016 zu feiern, hat Balte drei Erfolgsfaktoren ausgemacht: ,,Wir müssen kämpferisch dagegenhalten, eine hohe Laufbereitschaft an den Tag legen und geschlossen als Team auftreten."
TSG Bretzenheim: Auch wenn der Klassenerhalt perfekt ist und die TSG nichts mehr zu verlieren hat, ist das für Trainer Timo Schmidt noch lange kein Grund, einen Haken hinter die Saison zu machen. Deshalb wurde auch noch nicht groß gefeiert. ,,Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir auch die letzten Aufgaben vollkommen ernst angehen. Das sind wir unseren Mitkonkurrenten schuldig." Zumal für Schmidt noch nicht alle Ziele erreicht sind: ,,Wir wollen das beste Team der Stadt werden und die beste Rückrundenmannschaft bleiben." Außerdem wollen sich die Bretzenheimer mit einem positiven Erlebnis aus der Saison verabschieden. Verzichten muss Schmidt im Derby gegen Weisenau auf Rentschler, Köberich, Moritz und Rimoldi. Dafür stehen Timo Ernst und Sascha Szep wieder zur Verfügung.
TSG Hechtsheim: Drei Niederlagen in Folge, nur zwei Punkte aus den letzten sechs Spielen: Bei der TSG ist die Stimmung aktuell im Keller. Und auch in der Tabelle ist die Rieger-Elf weit abgerutscht, der Klassenerhalt immer noch nicht sicher. Für Trainer Tobias Rieger ist das Spiel gegen den SV Rülzheim daher auch eine Charakterfrage: ,,Es wird sich zeigen, wer noch mal alles rausholt oder im Gedanken schon beim neuen Verein ist." Rieger ist sich sicher: ,,Rülzheim braucht die Punkte, um oben dranzubleiben. Daher müssen wir so lange wie möglich die Null halten, um Konterchancen zu bekommen, wenn sie aufmachen müssen."