
Hoch her ging es in der Begegnung der 1. Kreisklasse zwischen dem FC Oste/Oldendorf II und dem TuSV Bützfleth II. Am Ende trennte man sich 2:2. Negativer Höhepunkt war die schwere Handverletzung von O/O-Defensivakteur Thore Hagenah. Erst vor einigen Wochen hatte sich Torwart Lucas Reifschneider eine schwere Schulterverletzung zugezogen. Es folgt ein ausführlicher Bericht von O/O-Trainer und diesmal auch wieder Torhüter Andreas Duhn:
"Das Spiel startete direkt mit einem Geschenk der Gastgeber an die Gastmannschaft: Bützfleth startete von Beginn an mit mutigem Pressing, Naki Dilli hatte sich geschickt postiert und sozusagen hinter Innenverteidiger Thore Hagenah versteckt. O/O-Torhüter Andreas Duhn übersah ihn klassisch und bediente mustergültig – so dass der Angreifer der Grün-Schwarzen lediglich noch das leere Tor vor sich hatte und bereits nach 180 Sekunden zum 0:1 einnetzte.
Danach konnte das Spiel dann mit neuen Vorzeichen für O/O beginnen – und es entwickelte sich in Halbzeit 1 ein flüssiger, immer wieder gefälliger Sturmlauf der Heimmannschaft. O/O-Coach Duhn: „Ich bin absolut einverstanden mit dem Auftreten meiner Mannschaft, Einsatz- und Laufbereitschaft, Spieltempo, Disziplin im Zweikampf sowie im anschließenden Wortgefecht stimmten, lediglich der finale Pass oder vor allem der Torabschluss waren unsauber bis kläglich! Da kann die Mannschaft mit ihren durchschnittlich 21 Jahren noch dazulernen!“ Und dabei gelang schon in der 14. Minute der zu diesem Zeitpunkt längst verdiente Ausgleich: nach schöner Kombination über die rechte Angriffsseite behielt Jonas Helmke die Übersicht und legte in den Rückraum auf Lasse Syväri ab, der aus rd. 18 m humorlos in den rechten Torwinkel mit einem „Bananen-Strahl“ vollendete. In der Folgezeit hätte O/O das Ergebnis bis zum Pausenpfiff in Anbetracht der Torchancen mit Leichtigkeit auf 5:1 schrauben können, aber wenn nicht die schon angedeutete Fahrlässigkeit im Weg stand, konnte sich der Bützflether Torwart Raif Örnek zum Teil spektakulär auszeichnen. Die rd. 60 Zuschauer hätten definitiv Lust auf einen weiteren, lauten Torjubel gehabt, kamen allerdings über vielfach staunendes Entsetzen nicht hinaus. Die Mannen von Coach Sedat Ersoy präsentierten sich gegenüber der Vorwoche deutlich motivierter in puncto taktischem Verhalten, eigene Angriffsversuche endeten jedoch in den Füßen der aufmerksamen O/O-Abwehr oder landeten sicher in den Armen des O/O-Schlussmanns. So ging es mit einem schmeichelhaften 1:1 für den TuSV in die Halbzeitpause.
Nach Wiederanpfiff drückte Oste/Oldendorf zu Beginn erneut auf`s Tempo, der überfällige Führungstreffer sollte nun unbedingt her. Und so gelang in der 53. Minute Jakob Söhl nach einem Eckball und geschickter Drehung im 5-m-Raum der vielumjubelte 2:1-Treffer. Wer nun glaubte, das Spiel würde in der Folgezeit einen klaren Verlauf nehmen, sah sich mit zunehmender Spieldauer getäuscht. Die junge Heimmannschaft wollte zuviel, die vorgetragenen Angriffe wurden zunehmend unstrukturierter und verkrampfter, der dritte Treffer sollte unbedingt erzwungen werden. Gelegenheiten hierzu boten sich durchaus immer wieder – aber: siehe Durchgang 1! Und so kam, was kommen musste: Bützfleth kam nach einem harmlosen Freistoß aus aussichtsreicher Position (20 m – zentrale Position) zum Ausgleich. Dem schwach getretenen Freistoß setzte O/O-Keeper Duhn eine noch schwächere Reaktion entgegen, den ihm aus den Händen entgleitenden Ball konnte Yagiz Sinan per Abstauber aus kurzer Distanz im Tor unterbringen (69.). „Unter`m Strich kommt Bützfleth zu keiner richtigen Torchance, und dennoch erzielen sie hier zwei Tore“, ärgerte sich der O/O-Trainer nach Spielende selbstkritisch.
Während O/O in den letzten 20 Minuten alles versuchte, um auf Heimsieg zu stellen, verlegten sich die Gäste noch mehr auf ihr Konterspiel. Und die Schlussphase brachte reichlich Aufregung: Zunächst forderten die Bützflether nach einem vermeintlichen Foulspiel an Edeljoker Süeleyman Aksoy vehement einen Strafstoß. Zum tragischen Schlusspunkt verletzte sich dann O/O-Innenverteidiger Thore Hagenah nach Zusammenprall an der Mittellinie so schwer am Handgelenk, dass er im Anschluss mit dem Rettungswagen ins Stader Krankenhaus gebracht werden musste (90.). Dort warten OP und anschließend mehrere Monate Pause auf das stark in die Saison gestartete Defensivtalent."
Insgesamt gab es sieben Gelbe und eine Gelb/Rote Karte, allesamt für die Gastmannschaft, fünf davon in der langen Nachspielzeit.
Bützfleths neuer Spielertrainer Sedat Ersoy war ganz und garnicht mit der Schedsrichterleistung einverstanden: "Das war in der Nachspielzeit ein ganz klares Foul an Süleyman Aksoy und hätte einen Elfmeter geben müssen. Das gaben sogar Spieler des FC zu." Er nahm die Begegnung als sehr hitzig wahr, die beide Teams hätten gewinnen können. "Bester Mann auf dem Platz war unser Torwart Raif Örnek. Gute Besserung an den jungen FC-Spieler, der sich leider kurz vor dem Ende schwer verletzte. Bis dahin hatte er ein sehr gutes Spiel abgeliefert", so ein fairer Ersoy.
Schiedsrichter: Tobias Engelhardt - Zuschauer: 75
Tore: 0:1 Naki Dilli (2.), 1:1 Lasse Syväri (14.), 2:1 Jakob Söhl (53.), 2:2 Yagiz Sinan (69.).
Gelb/Rot: unbekannt (90.+9/TuSV Bützfleth II)