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1. FC Bocholt bekommt Unterstützung vom Konkurrenten

Oberliga: Die SSVg Velbert springt ihrem ärgsten Widersacher zur Seite und fordert den Aufstieg für den 1. FC.

von Marcel Eichholz · 20.04.2021, 17:00 Uhr · 0 Leser
Herzstück der modernisierten Sportanlage: Die neue Tribüne in Bocholt.
Herzstück der modernisierten Sportanlage: Die neue Tribüne in Bocholt. – Foto: Marcel Eichholz

Mit großem Unverständnis haben die Verantwortlichen des 1. FC Bocholt die Annullierung der Amateurfußball-Saison 2020/21 registriert. Durch die Entscheidung des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) bleibt den Bocholtern der Aufstieg in die Regionalliga verwehrt.

  • 1. FC Bocholt erwägt rechtliche Schritte gegen den FVN-Entschluss.
  • Unterstützung gibt es von der SSVg Velbert, die auf die Durchführung bei anderen Verbänden verweist.
  • Abweichende Regelung gibt die Spielordnung wohl her.

FVN-Präsident Peter Frymuth spricht im FuPa-Video-Talk über die Saison-Annullierung

Die Annullierung der Spielzeit kam wenig überraschend. Zu ungewiss erscheint doch die Perspektive, eine sportliche Entscheidung bis zum Saisonende realisieren zu können. Daraus ergibt sich, dass es von der Oberliga bis zur Kreisliga C keine Aufsteiger und keine Absteiger in der Saison 2020/21 gibt.

1. FC Bocholt prüft Verfahren

Besonders ärgerlich ist das für den aktuellen Tabellenführer der Oberliga Niederrhein. Der 1. FC Bocholt führt die Liga klar an, der Aufstieg bleibt aber weiterhin ein Traum. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht über die Entscheidung des Verbands. Wir werden die Entscheidung durch eine Anwaltskanzlei überprüfen lassen, da wir es als absolute Ungerechtigkeit erachten, dass andere Verbände außerhalb NRWs Oberligisten aufsteigen lassen und uns dies verwehrt wird. Falls wir nochmal in der Oberliga starten, werden wir dies aber natürlich mit aller Demut tun, die uns bisher so stark gemacht hat", erklärt Stephan Engels, Sportchef in Bocholt, gegenüber dem Reviersport.

Unterstützung bekommt Bocholt derweil vom ärgsten Konkurrenten aus Velbert. Die SSVg Velbert hatte zu Saisonbeginn ebenfalls als Ziel Regionalliga ausgerufen. Beide Vereine nahmen bereites große Modernisierungsmaßnahmen vor, um den Statuten des Verbandes auch zu entsprechen.

SSVg Velbert stärkt Bocholt den Rücken

"Ich hätte einen Saisonabbruch mit Aufsteigern, zumindest aus den Oberligen, für die geeignetere Maßnahme gehalten. Die Regionalligisten haben eine komplette Saison Zeit gehabt, den Abstieg zu verhindern. Jetzt bleiben die nominellen Absteiger bis auf eine Ausnahme erneut in der Liga", schildert Oliver Kuhn, Boss der SSVg Velbert, dem RS und holt aus: "Der Nordosten hat es vorgemacht: Viktoria Berlin steigt nach elf Spielen in die 3. Liga auf, Tasmania Berlin nach neun Spieltagen in die Oberliga ab. Das hätte der Paragraph 38 Spielordnung auch hergegeben, der den Paragraphen 41 der Spielordnung aushebeln kann. Im 41er steht die Regelung mit den 50 Prozent der Spiele. Kurz gesagt: Der 1. FC Bocholt steht oben, hat viel Geld investiert und muss aufsteigen dürfen."

Im Paragraph 38 der Spielordnung ist geregelt, dass auch abweichende Regelungen in der Austragung einer Spielklasse getroffen werden können. Unter anderem beschäftigt sich der Paragraph damit, wie Meister und Absteiger ermittelt werden können. In der laufenden Saison hätte diese Regelung zum Einsatz kommen können.