2026-06-09T05:59:15.975Z

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Aram Jeghiazarjan: Torrausch und der Meistertraum für Wismar

Der 34-jährige Stürmer des PSV Wismar schießt sein Team ins Rampenlicht und wird zum FuPa-Spieler der Woche in Mecklenburg-Vorpommern gekürt.

von red · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Verein / FuPa-Grafik

Es sind die großen Geschichten von Zusammenhalt, harter Arbeit und der puren Leidenschaft für das Spiel, die den Fußball so wertvoll machen. Nach einem schmerzhaften Abstieg steht eine Mannschaft vor dem ganz großen Wurf. Mittendrin bewegt ein erfahrener Angreifer mit seinen Toren und seiner tiefen Vereinsliebe die gesamte Region. Beim 13:1-Heimsieg in der Kreisoberliga Schwerin-Nordwest gegen die Sportfreunde Schwerin erzielte Aram Jeghiazarjan vom PSV Wismar gleich sieben Tore.

Der unvorhergesehene Ritterschlag für den Routinier

Die Auszeichnung zum FuPa-Spieler der Woche in Mecklenburg-Vorpommern kam für den 34-jährigen Torjäger völlig unerwartet, doch sie spiegelt den unbändigen Teamgeist wider, der den Verein durch diese Spielzeit trägt. Wenn die harte Arbeit plötzlich im Rampenlicht steht, löst das tiefe Gefühle aus. „Nein, damit hatte ich nicht gerechnet. Das war eine super Teamleistung“, betont Aram Jeghiazarjan, der Leistungsträger des PSV Wismar, mit einer Aufrichtigkeit, die zeigt, dass hier niemand den Erfolg für sich allein beansprucht.

Ein fesselndes Spektakel für die treuen Fans

Beim Heimspiel herrschte auf dem Platz eine ganz besondere Energie. Die Mannschaft brannte darauf, ihren Fans auf den Rängen etwas Unvergessliches zurückzugeben und ein Offensivfeuerwerk zu entfachen. Jeghiazarjan beschreibt die emotionale Atmosphäre und den klaren Auftrag vor dem Anpfiff: „Wir als Team hatten Hunger auf Tore und einen klaren Auftrag: Unseren treuen Fans beim letzten Heimspiel noch einmal ein Spektakel zu bieten. Ich denke, das ist uns gelungen.“

Der Instinkt im gegnerischen Strafraum

Wenn es um den Torabschluss geht, verlässt sich der erfahrene Angreifer ganz auf seinen Sinn für den Raum. Mit einer Portion Selbstironie blickt er auf seine technischen Qualitäten, die an diesem Tag dennoch perfekt funktionierten. „Am liebsten treffe ich aus dem Spiel heraus. Dabei ist es mir relativ egal, ob mit dem linken oder rechten Fuß. Mit beiden bin ich eigentlich nicht besonders gut, aber diesmal hat es geklappt“, erklärt er.

Das feste Fundament einer großen Vereinsfamilie

Die sportliche Heimat bedeutet für den Stürmer weit mehr als nur Training und Punktejagd. Es ist ein Ort der Geborgenheit, an dem eine außergewöhnliche Harmonie gelebt wird. „Der Verein steht für Zusammenhalt, familiäre Atmosphäre sowie harte und ehrliche Arbeit. Hier packt jeder mit an – vom Präsidium bis zum Spieler der 1. Mannschaft. Das große Ganze ist hier sehr wichtig. Wir sind auf einem guten Weg, etwas aufzubauen. Unser Trainerteam leistet dabei hervorragende Arbeit, besonders Herr Kittler geht mit gutem Beispiel voran. Ich bin froh, ihn kennengelernt zu haben. Er ist immer für alle da – ob als Trainer oder als Kumpel. Genau das zeichnet den Verein aus: In guten wie in schweren Zeiten halten wir zusammen“, beschreibt Jeghiazarjan die tiefe Verbundenheit.

Zwischen großen Talenten und einem kolumbianischen Idol

Inspiration für seine eigene Rolle findet der Stürmer in der großen Fußballwelt, während er in der eigenen Kabine eine gesunde Mischung aus Humor und Respekt pflegt. „Mein Lieblingsspieler war Falcao, der Kolumbianer. Ein richtiger Strafraumstürmer – das ähnelt meinem Spielstil. Nicht viel gelaufen, aber Tore gemacht. Bei uns im Team gibt es schon ein paar „Antifußballer“, aber auch Talente, die das Zeug haben, höherklassig zu spielen, wie zum Beispiel Nico oder Paul. Fußballerisch bringen sie alles mit. Wichtig ist, auf dem Boden zu bleiben und ein klares Ziel vor Augen zu haben“, analysiert er.

Die klare Berufung in der vordersten Front

Auf dem Spielfeld kennt der Routinier keine Experimente, wenn es um seine Position geht. Seine Heimat ist das Sturmzentrum, während er vor anderen Rollen auf dem Rasen den allergrößten Respekt zeigt. „Ich bin ein klassischer Stürmer und dort sollte man mich auch am liebsten einsetzen. Alles andere macht eigentlich keinen Sinn. Ab und zu gehe ich im Training mal ins Tor, aber ich habe viel zu viel Angst vor dem Ball und könnte das niemals dauerhaft machen. Deshalb noch mal großen Respekt an alle Torhüter, die das freiwillig machen“, gesteht er.

Das große gemeinsame Projekt Meisterschaft

Nach einer Phase des harten Wiederaufbaus ist der Moment gekommen, die Ambitionen laut auszusprechen. Der Erfolg ist das Produkt eines riesigen Gemeinschaftsprojekts, das jeden Helfer einschließt. „Jetzt kann man es sagen: Wir wollen Meister werden. Vor der Saison hätte damit überhaupt niemand gerechnet. Nach dem Abstieg war es für den Verein und das Trainerteam zunächst wichtig, wieder Stabilität hineinzubekommen. Dass wir jetzt so eine Saison spielen und die Jungs so mitziehen – auch wenn nicht jede Entscheidung immer positiv aufgenommen wird – verdient großen Respekt. Das ist wieder eine Teamleistung, zu der alle gehören. Auch unsere Ordner und die Helfer, die bei unseren Heimspielen den Verkauf übernehmen. Dieses Projekt kann nur gemeinsam funktionieren“, verkündet er stolz.

Der mutige Blick auf die kommende Saison

Mit 34 Jahren denkt der Torjäger nicht mehr in Jahrzehnten, sondern genießt den Augenblick und die bevorstehende sportliche Herausforderung. „Mit 34 plane ich nichts mehr langfristig. Wir schauen einfach, was kommt, und nehmen die Herausforderung an, in der kommenden Saison eine Klasse höher zu spielen“, blickt er entschlossen nach vorn.

Ein Sozialarbeiter im Familienglück

Wenn die Fußballschuhe in der Kabine bleiben, widmet sich der Spieler der Woche einer wichtigen Aufgabe im Leben. Beruflich als Sozialarbeiter tätig, findet er seine Erfüllung im Kreis seiner Liebsten, getragen von einer unersetzlichen Unterstützung. „Ich hör viel Musik mit meinen beiden Kindern. Ansonsten bleibt nicht viel Zeit für andere Hobbys. Ich arbeite als Sozialarbeiter und verbringe meine Freizeit hauptsächlich mit meiner Familie. Meine Frau hält mir immer den Rücken frei, damit ich meine Leidenschaft ausleben kann, und unterstützt mich, wo sie nur kann. Dafür ein ganz großes Dankeschön“, schließt Aram Jeghiazarjan seine bewegenden Ausführungen ab.