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Analyse

Appelmann: »Mehr positive als negative Überraschungen«

Von einer „Saison mit mehr guten als schlechten Überraschungen“ spricht Kalli Appelmann

von Claus Rosenberg · 12.06.2026, 12:45 Uhr · 0 Leser
Wormatia Worms ist der Platzhirsch im Kreis Alzey-Worms. Das Bild stammt aus dem Heimspiel gegen den FC Emmelshausen-Karbach und zeigt David Schehl (Wormatia, schwarz), Keita Kinoshita, Jan Mahrla und Tim Puttkammer. 	Archivfoto: Christine Dirigo / pakalski-press
Wormatia Worms ist der Platzhirsch im Kreis Alzey-Worms. Das Bild stammt aus dem Heimspiel gegen den FC Emmelshausen-Karbach und zeigt David Schehl (Wormatia, schwarz), Keita Kinoshita, Jan Mahrla und Tim Puttkammer. Archivfoto: Christine Dirigo / pakalski-press

Alzey/Worms. Wenige Tage, nach denen die Spielzeit 2026/27 im Kreis Alzey-Worms Geschichte ist, zieht Kreisvorsitzender Kalli Appelmann Bilanz. Als „super“ wertet er, dass neben Wormatia Worms auch der TSV Gau-Odernheim künftig weiter in der Oberliga spielt.

„In dieser Liga sind wir in der kommenden Runde also wieder mit zwei Teams vertreten. Das ist für einen Kreis unseres Zuschnitts erfreulich“, so der Alzeyer. Dass die Wormaten hinter den Erwartungen geblieben sind – geschenkt. Die Petersberger hätten sich als Aufsteiger indes „sehr stark präsentiert“.

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TuS Neuhausens Los zeigt die Stärke der Landesliga

Von TuS Neuhausen in der Landesliga „hätte ich mehr erwartet“, so Appelmann weiter. Der Aufsteiger stürzte als Tabellenletzter direkt in die Bezirksliga zurück. Dies klassifiziert der Alzeyer als Indiz dafür, wie „stark diese Landesliga ist“. Die anderen Klubs, also Wormatia Worms II, SV Gimbsheim und die TSG Pfeddersheim „haben die Erwartungen erfüllt“.

Der FSV Saulheim, der VfL Gundersheim und der SV Horchheim verteidigten ihren Bezirksliga-Status. Anders TuS Wörrstadt, die nach einer guten Vorrunde als Aufsteiger zurück in die A-Klasse muss. „Der Abgang von Torben Seib in der Winterpause dürfte ein paar Punkte gekostet haben“, mutmaßt Appelmann. Als ehemaliger Trainer und aktiver Fußballer weiß er aber auch viel von der Fußballer-Psyche. Die erfolgsverwöhnten Wörrstädter wurden in dieser Saison wieder mal mit Rückschlägen konfrontiert. Das kann das Team auf dem falschen Fuß erwischt haben. Appelmann: „Gegen den Abstieg zu spielen, ist für eine Mannschaft, die gewohnt ist, vorne mitzuspielen, eine völlig andere Situation.“ Daran muss sie wachsen oder sie wird wahrscheinlich daran brechen.

Höchsten Respekt zollt Appelmann dem A-Klassen-Absteiger Ataspor Worms. Obwohl die Mannschaft auf der „letzten Rille gelaufen“ sei, habe der Klub seine Mannschaft nicht abgemeldet. „Vor dem Klub ziehe ich den Hut“, kommentiert der Kreisvorsitzende. Wegen des Personalmangels hätten andere Vereine längst die Reißleine gezogen und damit den Wettbewerb verzerrt. Ataspor Worms aber, das bereits seine Teilnahme für die kommende Runde signalisierte, biss sich durch.

Entscheidungsspiele immer ein Ritt auf der Rasierklinge

Mit dem TuS Monsheim habe „die beste Mannschaft der A-Klasse" den Titel gewonnen. Dass die TSG Pfeddersheim II als Tabellenzweiter in den Aufstiegsspielen scheiterte, müsse man akzeptieren: „Das sind Fifty-fifty-Entscheidungen“, kommentiert Appelmann weiter. Diesmal mit dem besseren Ende des Vertreters aus dem Kreis Mainz-Bingen (FV Budenheim).

RWO Alzey, wie Ataspor Worms und der SV Leiselheim Absteiger aus der A-Klasse, drückt die eigene Zweite in die C-Klasse runter. Ein Szenario, das Appelmann zwischendurch sogar mal als abwendbar erachtete. „Da hatte ich mal den Eindruck, dass sich die Mannschaft retten könnte“, so der Funktionär. Faktisch aber reichte es am Ende nicht mehr. Der Wartbergklub verabschiedete sich in die B-Klasse. Dort triumphierte die SG Spiesheim/Albig vor TuS Hochheim. Beide klettern in die A-Klasse. „Das zeichnete sich ab“, sagt Appelmann: „Das sind zwei bärenstarke Mannschaften“.

Drei Mannschaften aus dem Kreis meldeten 2025/26 ab

TuS Gau-Heppenheim repräsentierte mit seinem Aufgebot die gute alte Zeit von RWO Alzey. Vllaznim Dautaj oder Alexander Kinsvater, um nur zwei zu nennen, stellten unter der Regie des renommierten Spielertrainers Marcel Beckmann, das namhafteste und auch erfahrenste (älteste) Team der C-Klasse Alzey-Worms Nord. Trotz der außerordentlichen Qualität, stellt Appelmann fest, musste sich der Meister in einigen Spielen strecken. TuS Framersheim II, Teil einer „sehr erfreulichen Entwicklung“ („Sie haben mich überrascht“) am Hornberg, steigt mit dem Lokalrivalen und der SG Weinheim/Heimersheim II und TuS Dorn-Dürkheim in die B-Klasse auf.

Auch aus der C-Klasse Alzey-Worms Süd gibt es diese Saison vier Aufsteiger. Titelgewinner Kickers Worms lieferte aus Sicht von Appelmann „eine sehr stabile Saison“ ab, Verfolger TSV Flörsheim/Dalsheim überzeugte mit seiner „Spielstärke“. TuS Hochheim II und Rhenania Rheindürkheim begleiten die beiden nach oben.

Drei Abmeldungen waren in der abgelaufenen Runde zu verzeichnen. Die SG Armsheim/Flonheim II aus der B-Klasse sowie zwei C-Ligisten. „Nicht viele, aber doch zu viele", kommentierte Appelmann diesen Umstand ambivalent. In kleinen Staffeln, die ohnehin arg auf Kante genäht sind, tut jede verlorene Mannschaft dem ordentlichen Spielbetrieb weh. Mit der Spielklassen-Reform, die übernächstes Jahr in Kraft tritt, erhoffe sich Appelmann mehr Resilienz.

Einige Vereine lassen den Kreisvorstand hängen

Mit wie vielen Mannschaften der Kreis Alzey-Worms in die kommende Spielzeit geht, klärt sich endgültig zum 20. Juni. Dann ist Meldeschluss. Einen groben Überblick hätte Kalli Appelmann gerne schon früher gehabt. Doch da spielten mehrere Klubs nicht mit. Trotz eindringlicher Bitten, die Mannschaftsmeldungen möglichst rasch abzugeben, fehlen noch einige, moniert der Kreisvorsitzende: „Wir als Kreisvorstand sind immer prompt für die Anliegen der Vereine da. Aber wenn wir einen Wunsch haben, dann werden wir von Einzelnen hängen gelassen. Das ist nicht gut.“

In der Woche nach dem Meldeschluss jagt im Südwestdeutschen Fußballverband eine Sitzung die nächste. Der Kreisvorstand berät am 21. Juni in Gundersheim mit den Staffelleitern des Kreises die nächste Runde. Am 23. Juni ist in Edenkoben Präsidiumssitzung, wo sich unter anderem der Kreis Alzey-Worms mit dem Kreis Mainz-Bingen über die künftige gemeinsame B-Klasse austauscht. Und am Wochenende des 25./26. Juni wird in Edenkoben bei der Spielleitertagung die Struktur der neuen Spielrunde verabschiedet.