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Relegation

Aperol gegen Sand im Getriebe: Mit Italy-Power im »Tollhaus« Ulm

Relegation zur Regionalliga - Sonntag: Bayernliga-Vizemeister FC Ruderting kann gegen den SC Sand II (Rang 2, Oberliga Baden-Württemberg), muss aber nicht +++ Niederbayerischer Fanansturm im Westen des Freistaates +++

von Helmut Weigerstorfer · 14.06.2024, 07:00 Uhr · 0 Leser
Wird's noch einmal richtig zum Jubeln? Steigt Ruderting am Sonntag in die Regionalliga auf?
Wird's noch einmal richtig zum Jubeln? Steigt Ruderting am Sonntag in die Regionalliga auf? – Foto: Harry Rindler

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Was Duisburg im Winter war, ist Ulm im Sommer: Am Sonntag steht für den FC Ruderting ein absolutes Highlight an, wenn die Eder-Truppe in der Universitätsstadt an der Donau in der Relegation zur Regionalliga auf den SC Sand II trifft. Und wie schon bei der Deutschen Hallenmeisterschaft Anfang März gilt für den Bayernliga-Vizemeister: Alles kann, nichts muss...

Das liegt daran, dass der FCR weiß, wo er herkommt. Die Bayernliga ist - trotz aller sich nach oben verschiebenden Ambitionen - nach wie vor eine Außergewöhnlichkeit. Die Niederbayern genießen es, im Konzert der Großen mitzumischen und sind mit Spaß an der Freude erfolgreich. Und genauso gehen Haider, Hufsky & Co. auch die unerwartete Saisonverlängerung (FuPa berichtete) am Sonntag (16. Juni) an.

"Ich bin kein Freund von besonderen Sachen bei besonderen Spielen, weil diese meistens in die Hose gehen, wenn man seine Routine durchbricht", geht Trainer Michael Eder auf die Vorbereitungen für die 2. Chance in Sachen 3. Liga ein. Glücklicherweise ist die erste Urlaubswelle abgeebbt. Sandra Haslbeck und Melanie Ebner können wegen langwierigen Sprunggelenksverletzungen nicht dabei sein – ansonsten steht der ganze Kader zur Verfügung. "Wir trainieren ganz normal und zur abschließenden Spielersitzung gibt's wieder unseren traditionellen, glückbringenden Italy-Abend mit Pizza, Rotwein, Aperol und Italo-Pophits."

Wo der FC Ruderting ist, ist zuletzt eigentlich immer Erfolg - aber auch Party. Und so nehmen am Sonntag wieder einmal zahlreiche Unterstützter eine lange Reise auf sich, um live vor Ort dabei sein zu können. Mit mindestens drei vollen Großbussen werden die Ostbayern im Westen des Freistaates aufschlagen. "Wir werden das Stadion in Ulm in ein Tollhaus verwandeln", verspricht Eder, der fest davon ausgehen darf, dass der Rasen glühen wird - und dann der Funke überspringt: "Die Mädels sind immer zu 100 Prozent bei der Sache und voller Motivation", antwortet er auf die Frage, ob er seine Frauen besonders anstacheln muss.

Weitestgehend unbekannt ist dem 39-Jährigen der Gegner, der SC Sand II. Zwar habe er sich im Urlaub über die Zweitvertretung des Zweitligisten, die in der Oberliga Baden-Württemberg eine "beeindruckende Saison" spielte und am Ende auf Rang 2 landete, informiert. Aber so richtig wissen die Rudertinger nicht, was sie erwartet. "Ich bin sowieso kein Freund davon, in den Ansprachen zuviel über den Gegner zu reden. Der Fokus liegt auf unseren Stärken: Wir wollen agieren, nicht nur reagieren."

Selbes Bild beim SCS. "Die Mannschaft des FC Ruderting war uns bis zur Ansprache einer möglichen Relegation nicht bekannt", gibt Sand-Trainer Benjamin Bücheler zu. Er und seine Co-Trainerin Steffi Barth hätten sich ausschließlich online ein Bild vom kommenden Relegations-Gegner gemacht. "Der FCR hat ähnlich wie wir eine hervorragende Rückrunde gespielt und hat erfahrene Spielerinnen in den eigenen Reihen. Daher gibt es für uns keinen klassischen Favoriten. Es wird ein Spiel zweier eingespielter Mannschaften, in dem nach einer langen Saison nochmals alle Kräfte mobilisiert werden müssen, um sich für eine sehr gute Saison zu belohnen."

Showdown am letzten Spieltag: Sand II (blaue Trikots) und der VfB Stuttgart dominierten die Oberliga Baden-Württemberg. Das große Finale gewannen die Schwaben gegen die Schwarzwälder.
Showdown am letzten Spieltag: Sand II (blaue Trikots) und der VfB Stuttgart dominierten die Oberliga Baden-Württemberg. Das große Finale gewannen die Schwaben gegen die Schwarzwälder. – Foto: Kevin Kieweg

Die Niederbayern gehen mit einer starken Frühjahrsrunde im Rücken in die Partie, Sand auch - ganz am Ende gab es aber eine Ernüchterung. Denn das große Finale um die Meisterschaft im direkten Duell mit dem VfB Stuttgart misslang. "Die Enttäuschung war berechtigterweise da, aber der Stolz im ganzen Team überwiegt, überhaupt eine solche Leistung abgeliefert zu haben", betont Steffi Barth in diesem Zusammenhang.

Akteure der ersten Mannschaft, der ehemalige Bundesliga-Dauergast gehört inzwischen der 2. Liga an, werden aller Voraussicht nicht zu Einsatz kommen. "Da viele Spielerinnen der ersten Mannschaft sich in der Sommerpause befinden, spielt der Einsatz einer Spielerin aus der Zweitligamannschaft für uns keine Rolle", macht Benjamin Bücheler deutlich. Überhaupt: "Wir haben ein gefestigtes und gutes Teamgefüge aus erfahrenen und jungen talentierten Spielerinnen, die es verdient haben, auch in einem Relegationsspiel zu zeigen, was sie können." Große Namen machen dem FC Ruderting ohnehin keine Angst. Das war schon in Duisburg so - und wird auch in Ulm der Fall sein...