
Teil eins des Stader Hallenzaubers war ein Erfolg: Apensen kam mit Aushilfskräften ins Finale, Stades Nachwuchs machte große Augen und es gab viele Titel zu vergeben.
Weil der Stader Hallenzauber im Zuge des 175-jährigen Jubiläums des VfL Stade auf zwei Wochenenden ausgeweitet wurde, kam die zweite Mannschaft des VfL Güldenstern Stade in den Genuss, ein eigenes Turnier auszurichten.
Trainer Christoph Stahn war sich im Vorfeld des IDB Cups sicher, mit der Auswahl der Bezirks- und Kreisligisten aus dem Landkreis „großes Zuschauerinteresse“ zu finden. Mit gut 600 Zuschauern „wurden die Erwartungen übertroffen“, sagt Abteilungsleiter Torben Milbredt. Ohne Wintereinbruch wären es sicherlich mehr gewesen.

Fußballer und Trainer loben die Turnierorganisation
Was die Landes- und Oberligisten aus der Region vom Sparkassen Stade-Altes Land Cup (Sa., 10. Januar, 15.30 Uhr) schon kennen, durften die geladenen Bezirks- und Kreisligisten nun auch einmal genießen.
„Das habe ich vielleicht mal im Fernsehen gesehen“, sagt Marco Dierks, seit dieser Saison Trainer des TSV Apensen. Er kommt aus dem Lüneburger Raum. „Das war alles sehr professionell organisiert und hat einfach Spaß gemacht“, sagt er.
Der TSV Apensen qualifizierte sich denkbar knapp in der Gruppe B als Zweitplatzierter für das Halbfinale, hatte wie der Deinster SV vier Punkte und dasselbe Torverhältnis (-1) - aber ein mehr geschossenes Tor in der Statistik.
Mit zwei Heimaturlaubern kommt Apensen ins Finale
Eigentlich hatte der TSV Apensen zu wenige Spieler. Doch zwei ehemalige Mitspieler sprangen gerne ein. Luke Konrad und Jonah Behnke machen gerade Heimaturlaub. Konrad studiert in den USA, Behnke in den Niederlanden.
Der 19-jährige Jonah Behnke wurde dann sogar zum besten Spieler des Turniers gewählt. Damit gerechnet hat er natürlich nicht. „Aber ich hab‘ zwischendurch schon mal gedacht: Ich spiele hier schon guten Fußball“, erzählt Behnke und lacht. Das ganze Turnier sei „ziemlich cool“ gewesen. Seine technisch versierte Spielweise komme ihm in der Halle entgegen.
Der Buxtehuder Behnke wechselte in der U18 zum TSV Apensen, um mit seinen Schulkumpels zusammenzuspielen. Der Jahrgang wurde Bezirkspokalsieger und wurde anschließend in der vergangenen Saison in der Bezirksligamannschaft integriert. „Ich wollte dann aber im Ausland studieren“, sagt Behnke. Derzeit spielt er für die Uni-Mannschaft.
Apensen kassiert auch Rückschlag beim Turnier
Im Finale musste sich Apensen im Neunmeterschießen dem MTV Hammah geschlagen geben. Der Sieger gewann 500 Euro Preisgeld, Apensen konnte sich über 250 Euro freuen. Die starken Kreisligisten SG Lühe (3.) und Stade II (4.) bekamen noch 150 und 100 Euro. Der Gastgeber stellte mit Nikolas Bohmann zudem den besten Torhüter, er überzeugte vor allem in der Gruppenphase mit starken Paraden.

Lühes Kapitän Simon Böse nimmt den Pokal für den dritten Platz entgegen. Die SG setzte sich gegen Stade im kleinen Finale durch. Beide Kreisligisten hatten ihre Gruppen gewonnen.
Apensen verlor aber Louis Steffens, der sich die Schulter ausgekugelt hat. Steffens ist mit vier Treffern der bisher beste Torschütze der Saison. „Die Offensive ist noch unsere Schwachstelle“, sagt Trainer Dierks, der einen Umbruch gestalten muss und sein System schon anpassen musste. Dafür steht der TSV nun defensiv gut und hat sich mit ansteigender Formkurve aus dem Tabellenkeller gearbeitet (fünf Punkte Vorsprung).
Apensen steigt schon am 22. Januar in die Vorbereitung ein. „Wir haben Nachholbedarf“, sagt Dierks auf alle Umstände bezogen. Er setzt auf ein paar Rückkehrer aus Verletzungen und „ist guter Dinge“.
U9-Torhüter teilen sich Auszeichnung
Beim ersten Turnierwochenende kam auch der Stader Nachwuchs in den Genuss, unter diesen professionellen Bedingungen zu spielen (das TAGEBLATT berichtete).
„Mit großen Augen“, so Dennis Drechsel, Trainer der Stader U9, sind die Kleinen im Sportcampus und auf dem Kunstrasen eingelaufen.
Sowohl die Stader C-Juniorinnen, U12-Junioren und die U9 wurden beim eigenen Turnier Zweiter. Bei der U9 durften sich zudem die beiden Kreistorhüter Joko Burwieck (Stade) und Leon Fischer (A/O/B/H/H) über die geteilte Auszeichnung „Bester Torhüter“ freuen.
U12-Trainer Tim Mollenhauer sagt, er habe auch am Montag noch viele Nachrichten von den Hamburger Vereinen bekommen, die die Organisation und Atmosphäre lobten.
Am Sonntag wurde unter Anwesenden auch schon mal laut nachgedacht: Ob es vielleicht möglich sei, den IDB Cup auch zukünftig im Stader Hallenzauber zu integrieren?!
Jonah Behnke wäre im Fall der Fälle sicherlich sofort wieder am Ball - sofern im Heimaturlaub.