
Am Mittwoch beginnt die Vorschlussrunde im hiesigen Kreispokal. Die Paarungen fallen hochklassig aus: Zum einen trifft der Rheydter SV auf die SpVg Odenkirchen, zum anderen die Sportfreunde Neuwerk auf den SV Lürrip. Für diese Teams enden damit vorerst anstrengende Wochen – schließlich ist es die fünfte Pokalrunde innerhalb von rund zwei Monaten, was regelmäßig Englische Wochen mit sich brachte. Das Endspiel folgt dann erst im kommenden Jahr am 6. April, Ostermontag, dem traditionellen Finaltag für den Kreispokal Mönchengladbach-Viersen. Dieser Zeitplan ist nicht neu. Doch unter den Halbfinal-Teams regt sich in diesem Jahr Unmut über den Terminplan.
„Grundsätzlich ist zu merken, dass der eine oder andere Spieler körperlich an den vielen Englischen Wochen zu knabbern hat. Als Trainer wünsche ich mir, dass der Spielplan etwas entzerrt wird. Zum einen von der Belastung, zum anderen aber auch, um die Spannung im Pokal hochzuhalten“, sagt Simon Sommer. Immerhin liege zwischen dem Halbfinale und dem Endspiel rund ein halbes Jahr.
Auch Markus Lehnen, seit einigen Wochen neuer Übungsleiter beim SV Lürrip, bezeichnet die vielen Pokalspiele in kurzer Zeit als „unglücklich“ aus Trainersicht. „Man muss die Trainingseinheiten rund um das Pokalspiel mitten in der Woche anpassen, muss mehr auf Erholung achten. Das hat Auswirkungen auf die Ligaspiele“, sagt Lehnen. Seine Aussagen bezieht er vor allem auf die Situation in Lürrip, wo er das Team tief im Abstiegskampf übernommen hat. „Die Jungs finden die Pokalspiele super. Aber als Trainer muss man das große Ganze sehen. Die Trainingsarbeit ist wichtig, um Dinge abzustellen, die nicht gut funktionieren.“
Immerhin kann Lehnen mit seinem Team diese Woche die gewohnten Abläufe beibehalten: Die Pokalbegegnung gegen Neuwerk ist auf kommende Woche Dienstag (21. Oktober) verschoben worden. Die Sportfreunde hatten eine Verschiebung angefragt, da erst in der Vorwoche ihr Pokal-Viertelfinale gegen Concordia Viersen stattfand (3:0). Zwei englische Wochen in Folge wären aus Vereinssicht zu viel gewesen. Lürrip stimmte der Verschiebung zu. „In der Tat ist das Ganze sehr eng getaktet. Ich glaube, in den anderen Kreisen ist das nicht so eng“, sagt Neuwerks Trainer Dony Karaca.
Im Kreispokal Neuss-Grevenbroich fand vergangene Woche erst das Achtelfinale statt, die Halbfinalspiele wurden dort in den vergangenen Jahren erst im Februar oder März ausgetragen. In den Fußballkreisen Kempen-Krefeld und in Heinsberg sieht es ähnlich aus. In Mönchengladbach-Viersen ist hingegen seit vielen Jahren etabliert, spätestens im November die Halbfinalspiele abzuschließen
„Das machen wir schon seit ewigen Zeiten so, um den Pokal vor der dunklen Jahreszeit und vor der Winterperiode hinter uns zu haben und nicht noch mittendrin Pokalspiele zu haben“, sagt Tim Stettner, der Fußballkreisvorsitzende. Entsprechend überrascht ist er über die Reaktion der Vereine, da das Thema nach eigener Aussage bislang nie an ihn herangetragen wurde.
Grundsätzlich müssen sich die Kreispokalspiele in den Rahmenterminkalender einfügen, der maßgeblich von den Spieltagen der Meisterschaft diktiert wird. Daraus ergeben sich einige Hürden. Seitens des Rheydter SV gab es ebenfalls das Bestreben, die Partie gegen Odenkirchen auf Samstag, den 22. November, direkt vor Totensonntag zu verschieben. Doch dieser Tag ist als möglicher Nachholtermin für ausgefallene Bezirksliga-Spiele geblockt. Für diesen Termin stand Odenkirchen entsprechend nicht zur Verfügung.
RSV-Trainer Arian Gerguri betont allerdings, dass Terminverschiebungen mit dem Kreisverantwortlichen stets kooperativ und lösungsorientiert zu regeln sind. Diesbezüglich gebe es keine Probleme. Trotzdem wünscht auch er sich, dass der Kreispokalablauf in seiner aktuellen Form „etwas entzerrt“ wird. „Vielleicht lässt sich nach Karneval ein Termin blocken“, sagt Gerguri. Auch Karaca aus Neuwerk kann dem etwas abgewinnen: „Ich würde es gut finden, wenn das Halbfinale in den März verlegt wird. Das lässt etwas Luft.“
Der Kreisvorsitzende Stettner ist für solche Ideen zumindest offen. „Wenn es konstruktive Vorschläge gibt, bin ich absolut gesprächsbereit. Der Terminplan muss es allerdings hergeben“, so Stettner. Er gibt zu bedenken, dass die Rückrunde für die Ligen oft zu unterschiedlichen Zeitpunkten startet. Daher könnte sich ein Bezirksligist im Februar oder März schon längst wieder im Ligabetrieb befinden, während ein Kreisligist noch in der Vorbereitung steckt. Das könnte unter Umständen neue Diskussionen befeuern. „Wenn die Vereine es jedoch so wünschen, habe ich organisatorisch kein Problem damit“, so Stettner.
Vorerst geht der hiesige Kreispokal aber weiter in seine lange Winterpause. Den ersten Finalteilnehmer ermitteln am Mittwochabend (19.30 Uhr) der Rheydter SV und Odenkirchen. „Wir sind gut in Form“, sagt Gerguri vom RSV, der jedoch als Außenseiter ins Spiel geht – angesichts des höherklassigen Gegners. Allerdings warf Rheydt bereits den Landesligisten ASV Süchteln aus dem Wettbewerb. Odenkirchens Trainer Sommer ist gewarnt, sagt aber auch: „Wir wollen gewinnen und ins Finale. Die Jungs haben Bock – es wird ein cooles Erlebnis.“
