Anrempeln erwünscht

"Bubble Football": Neuer Trend begeistert Freizeitsportler

HEUSENSTAMM. Wenn ein Fußballspieler seinen Gegner rempelt, stößt oder anspringt ist das laut Spielregeln des DFB rücksichtsloses Verhalten und wird mit einem Freistoß für den Gegner geahndet. Nicht so beim Bubble Football. Da ist Anrempeln ausdrücklich erwünscht.

Von Natascha Gross

Jeder Spieler trägt über dem Oberkörper einen so genannten „Bumperz“, ein aufblasbarer Ball, der den Körper schützt. Zehn Kilogramm wiegt so ein Ball, mehr als 90 Kilo Körpergewicht darf ein Spieler nicht auf die Waage bringen, sonst passt er nicht in die Blase. Dementsprechend eng ist es im Inneren. "Man schwitzt schnell, spätestens nach einer Viertelstunde ist man am Limit", sagt Marcel Schäfer, Spieler bei den "Wildfischen". Der 23-jährige hat mit seinem Team schon an den hessischen Meisterschaften in Heusenstamm teilgenommen und weiß inzwischen, worauf es ankommt: "Anders als beim normalen Fußball muss man beim Bubble Football erst nach dem Gegner schauen und dann spielen." Vier Spieler sollte ein Team mindestens haben, zusätzlich Auswechselspieler. Einen festen Torhüter gibt es nicht. Gespielt werden kann praktisch überall, wo keine spitzen Gegenstände auf die Blasen warten: in einer Halle, auf Rasen, am Strand. Die einzigen Regeln: Ein Tor darf nur in der Hälfte des Gegners erzielt werden und der Gegenspieler darf nicht von hinten angerempelt werden. Wurde man dann erst mal „weggebumpt“, liegt man wie ein Marienkäfer auf dem Rücken. "Der erste Sturz ist am schlimmsten", sagt Schäfer, "weil man nicht abschätzen kann, was mit einem passiert." Der Spaß ist dem "Wildfisch" aber trotzdem nicht zu nehmen, denn: Den ein oder anderen blauen Fleck könne es dabei schon geben, aber die Blase schütze weitgehend. Um so öfter man wieder auf die Beine kommen muss, umso anstrengender wird es. Deshalb dauert ein Spiel für Fußball-Laien auch nur acht Minuten, für erfahrene Kicker zwölf.

Ursprung in Skandinavien

Bubble Football kommt ursprünglich aus Skandinavien und ist dort bereits weit verbreitet. Nach Hessen kam der Sport eher zufällig: "Mein Chef hat Bubble Football in einer Fernsehshow gesehen. Dann ist er nach Dänemark gefahren und hat uns die Bumperz organisiert", sagt Lena Burggraf, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Bubble Football Bundes (DBFB). Die Offenbacherin macht eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation bei Polaris Media, dem Hauptsponsor des DBFB. Ihre Arbeit im Verband ist ehrenamtlich, "ich freue mich einfach, wenn die Leute Spaß mit den Bumperz haben", begründet die 23-Jährige ihr Engagement. Und das beinhaltet auch die Vermietung der Bumperz. Der Bubble Football Bund hat es sich zum Ziel gesetzt, die Sportart zu verbreiten. Soccerhallen – wie bisher in Heusenstamm – sollen zu Partnern werden, die Blasen in ihr Angebot aufnehmen. Ganz billig ist der Spaß jedoch nicht: 50 bis 60 Euro Miete zahlt man pro Ball für einen Tag Bubble Spaß. „Die Anfrage ist trotzdem groß“, so Burggraf, die mit ihrem Verband auch an Privatleute oder für Veranstaltungen Bumperz vermietet. "Dabei", sagt Burggraf, "hat jeder seinen Spaß. Egal ob jung oder alt."

Aufrufe: 05.7.2013, 06:00 Uhr
Natascha GrossAutor

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