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Spielbericht

Anhalt zerlegt wehrlose KSG

von Severin Buhl · 27.04.2026, 22:14 Uhr · 0 Leser

Im bislang schwächsten Spiel der Rückrunde erlebte die KSG Holdenstedt/Beyernaumburg ein auch in der Höhe verdientes 1:6 (0:3)-Debakel bei Anhalt Sangerhausen. Die Hausherren mussten gegen eine widerstandslose Gästemannschaft nicht mal an ihre Leistungsgrenze gehen.

Bei der KSG fehlten mit Y. Herbst (Gelb-Rot-Sperre), R. Herbst, Schendzielorz, Carl und Scheffel (alle privat verhindert) nicht nur fünf Stammspieler, die in der Vorwoche gegen Berga/Uftrungen beim 2:2 zu den Besten gehörten, sondern auch Trainer Timo Fischer aus beruflichen Gründen. Mit Torhüter Möller sowie den Alten Herren C. Koch und C. Ruppe stellten sich Spieler zur Verfügung, die lange nicht mehr in der ersten Mannschaft gespielt hatten. Neben Möller begannen zudem Peukert, Hedig, van Veen und Burghardt, K. Koch rückte vom Tor ins defensive Mittelfeld.

Die Umstellungen machten sich von Beginn an negativ bemerkbar. Im Gegensatz zu den letzten beiden Partien mangelte es der KSG an der nötigen Aggressivität, auch die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen passte nicht. Zum einen stand die Mannschaft zu tief, während die vier Offensivkräfte es nicht verstanden, die Bälle festzumachen oder sich in den Zweikämpfen durchzusetzen. Zudem wurde das Einzelspiel übertrieben und die Defensivarbeit vernachlässigt.

Dies führte zu großen Freiräumen im Mittelfeld, durch das die Hausherren ungehindert marschieren konnten. Ohne große Gegenwehr konnten sich die Spieler den Ball zuspielen und bis weit in die gegnerische Hälfte vordringen. Einzig der letzte Pass kam meist nicht an oder Große und Peukert, die lange als einzige Normalform aufwiesen, standen im Weg.

KSG-Torhüter Möller war die fehlenden Spielpraxis anzumerken: Ein schlimmer Fehlpass ermöglichte Anhalt die erste Großchance, doch wurde der Ball über das leere Tor geschossen. Beim 1:0 durch Schweigert (22. Minute), erzielt aus fast 30 Metern, machte der Schlussmann ebenfalls keine gute Figur. Im Gegensatz zu seinem Gegenüber Janitza, der kurz zuvor einen starken Schuss von Große nach der bis dato besten Kombination der Gäste aus dem Eck kratzte (19.).

Der Rückstand war eigentlich schon die Entscheidung. In der Folge gab sich die KSG fast schon auf, blieb offensiv harmlos und leistete sich in der Abwehr wiederholt schlimme Fehler. Beim 2:0 durch Alahmad (40.) stellten einige Spieler das Verteidigen ein und ließen Libero Schumann allein, das 3:0 (45.+1) resultierte aus einem umstrittenen Freistoß, den Bürger gekonnt über die Mauer schlenzte.

Der Versuch der Gäste, mit dem zur Pause eingewechselten C. Koch und dem in den Sturm wechselnden K. Koch mehr Zugriff zu erlangen, schlug völlig fehl: Innerhalb von vier Minuten machte Anhalt alles klar, Schmidt (47.) und Pfaff (51.) konnten dabei nahezu ohne Gegenwehr durch die Mitte marschieren und ließen Möller keine Chance.

Beim unmittelbar folgenden Ehrentor zeigten die Gäste, wie es hätte gehen können: Mit schönen Direktspiel brachten Große und Kavalier Stürmer van Veen in Position, der sich einmal behauptete und zum 1:5 traf. Es sollte allerdings fast der einzige gute Angriff bleiben. In der Schlussphase hatte Kavalier noch einen Treffer auf dem Fuß, verzog aber, während C. Koch eine gute Freistoßflanke von L. Hollo knapp verpasste.

Zu diesem Zeitpunkt stand es aber schon 6:1, nachdem L. Hollo bei einem langen Ball ein Luftloch schlug, wodurch Anhalt zu einem 2-gegen-1-Situation kam, Nutznießer war Schmidt, der seinen zweiten Treffer erzielte. Anschließend ließen es die Gastgeber zum Glück für die KSG ruhiger angehen, so dass es bei diesem dennoch klaren Erfolg für Anhalt blieb.

Die KSG startet am kommenden Samstag gegen Schlusslicht SG Berga/Uftrungen II den nächsten Versuch, den ersten Sieg in 2026 zu landen, Anhalt tritt erst am Sonntag bei der formstarken Zweitvertretung des VfB Oberröblingen an.