2026-05-15T09:36:57.455Z

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Andreas Gries hört nach zwei Jahren beim TSV Gräfelfing auf

Kreisliga

von Tobias Empl · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
TSV Gräfefling gegen TSG Pasing am 28.02.26 ab 13.15 Uhr. Trainer Andreas Gries. Freude über 2. Tor. Foto: Dagmar Rutt
TSV Gräfefling gegen TSG Pasing am 28.02.26 ab 13.15 Uhr. Trainer Andreas Gries. Freude über 2. Tor. Foto: Dagmar Rutt – Foto: Dagmar Rutt

Andreas Gries gibt sein Amt als Trainer der ersten Mannschaft nach dieser Saison ab. Der 41-Jährige hatte den Verein 2024 zur Meisterschaft geführt.

Andreas Gries hat im Fußballbereich für den TSV Gräfelfing schon fast alles gemacht, was es zu machen gibt. Der 41-Jährige war Jugendspieler, jahrelang Leistungsträger und Kapitän der ersten Mannschaft, aber auch schon Jugendtrainer, Co-Trainer der Ersten, 2. Abteilungsleiter und ist längst ein nicht wegzudenkendes Mitglied der Seniorenmannschaft. Vor knapp zwei Jahren kam dann eine weitere, die wohl schwierigste Aufgabe hinzu: Gries übernahm das Aushängeschild der Fußballabteilung, wurde Chefcoach der ersten Herrenmannschaft.

Als Gräfelfinger Junge, der schon als Kind neben dem Platz gekickt hat, während die Erste gespielt hat, ist es ein absoluter Ritterschlag.

Andreas Gries über seinen Job als Cheftrainer

Er macht keinen Hehl daraus, wie viel ihm dies bedeutet. „Als Gräfelfinger Junge, der schon als Kind neben dem Platz gekickt hat, während die Erste gespielt hat, ist es etwas ganz Besonderes, dann Trainer der ersten Mannschaft zu sein. Das ist eine große Ehre und ein absoluter Ritterschlag.“ Und dennoch ist ab Sommer Schluss. Wie Gries im Gespräch mit dem Münchner Merkur verriet, wird er nach der Saison nicht weitermachen (wir berichteten). Die Entscheidung habe schon länger festgestanden. Vor zwei Wochen, am Donnerstag vor der 3:4-Heimniederlage gegen den FC Kosova, habe er sie dann der Mannschaft mitgeteilt.

„Die letzten zwei Jahre waren sehr intensiv. Ich bin jemand, der etwas immer mit 150 Prozent macht“, sagt Gries. Er habe viel Energie investiert und brauche erst mal eine Pause. „Ich bin froh, wenn ich mehr Zeit für mich habe und am Dienstag und Donnerstag selber entscheiden kann, was ich mache“, so das TSV-Urgestein.

Bei seinem Amtsantritt im Sommer 2024 hatte Gräfelfing gerade erst im Saisonendspurt den Absturz in die A-Klasse abgewendet. Unter seiner Führung und mit der neu gewählten Abteilungsleitung um Vorstand Jan Konarski gab es einen großen Umbruch. Gries formte eine neue Mannschaft, die auf Anhieb die Kreisklasse-Meisterschaft und somit die Rückkehr in die Kreisliga feiern durfte. In der aktuellen Spielzeit läuft es nicht mehr ganz so rund, dennoch stehen die Wölfe einen Spieltag vor Saisonende auf einem direkten Nichtabstiegsplatz und können in anderthalb Wochen aus eigener Kraft den Ligaverbleib feiern.

Es gehört dazu, dass der Wind nicht immer nur von hinten, sondern auch mal nass und kalt von vorne kommt.

Andreas Gries

„Überwiegend sind die zwei Jahre positiv verlaufen. Das Ziel war es, erst in die Kreisliga zurückzukommen und die Mannschaft dann dort zu etablieren“, sagt Gries. Den Aufstieg geschafft zu haben, werde für immer positiv in Erinnerung bleiben. Die laufende Spielzeit bezeichnet er zwar als „Achterbahnfahrt“, damit habe seine Entscheidung aber nichts zu tun gehabt. „Es gehört dazu, dass der Wind nicht immer nur von hinten, sondern auch mal nass und kalt von vorne kommt“, sagt Gries. Zudem sei er vom Klassenerhalt felsenfest überzeugt.

Auch, dass die neue Spielergeneration teilweise etwas anders ticke als früher, sei nicht ausschlaggebend gewesen. „Damit muss man zurechtkommen und sich als Trainer auch versuchen anzupassen“, so der 41-Jährige. Insgesamt habe man es geschafft, eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern, mit denen er noch selbst zusammengespielt hatte, talentierten Jugendspielern und Neuzugängen zu formen. „Da hat sich etwas gefunden.“

Bedanken möchte sich der scheidende Trainer bei allen im und um den Verein, die ihn in den nun fast zwei Jahren unterstützt und ihm den Rücken freigehalten haben. „Ich konnte mich auf meine Aufgabe als Trainer konzentrieren und es gab eine tolle Fehlerkultur. Es war immer möglich, Kritik zu äußern, und die wurde auch angenommen.“ Zudem habe er stets die Wertschätzung der Zuschauer gespürt.

Das Saisonende wird nicht das Ende der Geschichte zwischen Andreas Gries und Gräfelfing sein, eher der Beginn eines neuen Kapitels. Er werde weiter für die Alten Herren kicken und man werde ihn auch weiterhin auf dem Vereinsgelände sehen, betont der Liebhaber des Amateurfußballs, der bis auf einige Jahre beim SC Olching und ein sehr kurzes Intermezzo bei der FT Starnberg für keinen anderen Verein aktiv war. Zunächst aber gilt es für ihn und sein Team, den Klassenerhalt einzufahren und die gemeinsame Zeit positiv abzuschließen.

Neben Gries wird auch Co-Trainer Noam Ronde aufhören. Wer in der kommenden Saison das Traineramt übernimmt, ist noch nicht bekannt.