Jesteburg erwischte zunächst den besseren Moment und ging durch Johanna Scholles (30.) in Führung. Doch die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten: Ida Heymann (34.) glich nur vier Minuten später aus, ehe Nele Segger kurz vor der Pause (45.) die Partie drehte.
Andervennes Trainer Patrick Lonnemann sah ein Spiel auf Augenhöhe: „Ein klasse Spiel von beiden Seiten, das hat unwahrscheinlich viel Spaß gemacht. Jesteburg hat uns alles abverlangt.“ Trotz eines „sehr dünnen Kaders“ habe seine Mannschaft „die Aufgabe von Beginn an angenommen“.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Jesteburg den Druck und kam durch einen Foulelfmeter von Karen Schaefer (54.) zum 2:2. Doch Andervenne blieb stabil und nutzte eine weitere Gelegenheit: Nele Segger traf in der 66. Minute zum entscheidenden 3:2. Lonnemann beschrieb die Szene als „brutalen Steckpass“, der zum „aus unserer Sicht verdienten 2:3“ führte.
In der Schlussphase verteidigten die Gäste diszipliniert und ließen nur wenig zu. „Ansonsten haben wir sehr diszipliniert verteidigt und kaum etwas zugelassen“, so Lonnemann, der seiner Mannschaft ein großes Lob aussprach: „Wir vom Trainerteam sind wirklich stolz auf diese Mannschaft, die ein richtig gutes Spiel abgeliefert und eine enorme Bereitschaft gezeigt hat.“
Auf Seiten der Gastgeber fiel die Analyse nüchterner aus. Trainer Marcel Hagemann erkannte die Effizienz des Gegners an: „Letztendlich geht die knappe Niederlage in Ordnung, da Andervenne die sich bietenden Chancen konsequent genutzt hat.“ Vor allem im Spiel in die Tiefe sei der Gegner „zielstrebiger“ gewesen und habe seine Tore „effizient und kaltschnäuzig herausgespielt“.
Eigene Probleme machte Hagemann vor allem in der Struktur seines Teams aus: „Uns fehlte Kompaktheit, wodurch wir zu große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen hatten und gerade nach Ballgewinnen nicht die Chance hatten, etwas mit dem eigenen Ballbesitz anzufangen.“ So entwickelte sich aus seiner Sicht ein „zerfahrenes Spiel“, in dem Andervenne „die Oberhand im Mittelfeld und bei den zweiten Bällen hatte“.
Während Andervenne den Auswärtssieg als Bestätigung sieht und bereits die nächste Aufgabe im Blick hat, richtet Jesteburg den Fokus neu aus. „Letztendlich liegt unser Fokus jetzt auf dem Pokalspiel am Dienstag und der schweren Auswärtsaufgabe in Osnabrück am kommenden Sonntag“, so Hagemann.