2025-12-03T05:51:34.672Z

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Bei Anadolu Türkspor läuft es aktuell richtig rund.
Bei Anadolu Türkspor läuft es aktuell richtig rund. – Foto: Michael Zöllner

Anadolu Türkspor setzt Höhenflug fort

Nach großem Wechsel im Sommer und Neuzugängen aus den USA sorgt der Klub für Furore in der Kreisliga A.

Es geht trotz der ersten Saisonniederlage vergangenen Sonntag vor einer Woche weiter: das Staunen über Anadolu Türkspor Krefeld. Der Neuling führt mit zwei Punkten Vorsprung vor dem eigentlichen Aufstiegskandidaten TSV Kaldenkirchen die Tabelle der Kreisliga A an und ließ letzten Freitag beim Hülser SV durch einen Schlussspurt mit 4:1 den achten Saisonsieg folgen. Willich und der VfB Uerdingen liegen aber auch auf der Lauer. Läuft in den Klassen darüber in Sachen Auf- und Abstieg alles, wie in der Vergangenheit, gehen auch in dieser Spielzeit wieder die beiden Ersten hoch.

„Wir haben uns im Sommer nicht hingestellt und gesagt, wir wollen direkt wieder aufsteigen. Dafür haben wir unseren Kader zu komplett umgekrempelt und nur ein gutes halbes Dutzend Spieler des Meisterteams blieben übrig. Außerdem war nach den zahlreichen Abgängen und eine Vorbereitung mit vielen Urlaubern jegliche Prognose unangebracht. Aufstiegswünsche hätten wir vielleicht eine Saison später geäußert. Aber wir nehmen es natürlich, wie es kommt“, meint Trainer Ugur Karpuz. Der 43-jährige Chef eines Schlüsseldienstes scheint alle Schlüssel richtig gefertigt zu haben und hat an der Randstraße im Sommer die nicht leichte Nachfolge von Urgestein Bülent Gürkaya angetreten.

Randstraße? Das ist die eigentliche Heimat des 2027 50 Jahre alt werdenden Klubs. Aber wegen unzureichender Platzverhältnisse – es gibt nur einen Rasenplatz und kein Flutlicht – ist die zweite Heimat seit über einem Jahr der Löschenhofweg in Uerdingen geworden.

Verstärkungen schlagen ein

Nach den Verpflichtungen der Brüderpaare Nick und Mike Falcone – Letzterer ist Kapitän – und der Brüder Guiseppe und Lucas Parvisi, die Brüder des Trainers Kemal Burak und Yusuf beziehungsweise Torben Wormsbächer, um nur sieben Neue zu nennen, wurde im Laufe der Saison dann noch kräftig nachverpflichtet. Neben Semih Zeriner (Viersen, St. Tönis, Sonsbeck und Holzheim) kam noch Routinier Gökhan Lekesiz dazu. Die Spielerstationen des 34-Jährigen aber alle aufzuzählen, würde den Rahmen allerdings sprengen.

Die Knaller aber kommen, und das wurde nach dem dritten Spieltag Realität, aus den USA. Durch die Verbindungen von Trainer Karpuz zu einem Freund bei der Sportakademie Next Level Talents kamen gleich vier Akteure über den großen Teich. Und alle sind, wie es unter Fußballer immer so schön heißt, gut zu gebrauchen. Es handelt sich dabei um Clovis Fahn, Ben Mensah, Dhamario Eoghain Challenger, der nur Rio gerufen wird, und Elijah Jaseer Nelson. Vor allen Dingen Letzterer, pfeilschnell, hat bereits sieben Tore geschossen und ist hinter Kemal Burak Karpuz, der acht Mal traf, der zweitbeste Vollstrecker. Mensah ist erst im Dezember spielberechtigt. Ihre Verweildauer in Deutschland ist unterschiedlich. Drei Monate, ein halbes Jahr, ein ganzes oder zwei Jahre sind möglich. „Sie sind sehr diszipliniert und es macht Spaß mit ihnen zu arbeiten“, gibt Coach Karpuz zu verstehen.

Auch im Verein selbst, was nicht immer unbedingt mit den sportlichen Erfolgen zu tun hatte, herrscht nicht nur Ruhe, gar Harmonie. Dies war früher öfters nicht der Fall. Aber der 1. Vorsitzende Mustan Kaya Baskan, der Zweite, Dr. Tolga Tuac und der sportliche Leiter Oguz Bickin, der ehemalige Keeper, arbeiten gut zusammen.

Aufrufe: 022.10.2025, 11:30 Uhr
RP / Werner FuckAutor