
Die erste Runde des Toto-Pokals im Kreis München (Gruppe Ost) lieferte für die Teams eine gute Möglichkeit zur Vorbereitung auf die kommende Saison.
„Auch wenn’s schwer vorstellbar klingt, ich bin mit den ersten 60, 70 Minuten sehr zufrieden“, so Egmatings Coach Wolfgang Widl nach der Pokal-Klatsche gegen Zamdorf. Anfangs der ersten Halbzeit sah er sein Team gar als spielbestimmende Mannschaft. „Dann sind wir wieder zu inkonsequent vor dem Tor und werden von einem abgezockten Kreisligisten eiskalt bestraft.“
Die letzten 20 Minuten habe man versucht, mehr Druck nach vorne zu erzeugen, was gründlich schief ging. „Das darf aber keine Ausrede sein, dann so einzubrechen und abgewatscht zu werden“, ärgerte sich Widl. Der Frust war schnell verraucht, denn „wir sind, was den Vorbereitungsplan angeht, trotzdem im Soll. Jetzt müssen wir einfach weiter arbeiten und an den Grundtugenden des Fußballs arbeiten.“
Gleich die erste Runde im Toto-Pokal ist Endstation für die ambitioniert in die Vorbereitung gestarteten Grafinger Kicker um Neu-Coach Georg Münch. „Meines Erachtens nach waren wir aber das bessere Team“, so Münch, der in der ersten Halbzeit viel Mittelfeldgeplänkel zu sehen bekam. Die Chancen, die der Kreisligist Grasbrunn um Spielertrainer Markus de Prato aufs Grafinger Tor brachte, wurden von Keeper Simon Pfeifer gut pariert. Auch Grafings Möglichkeiten verpufften wirkungslos.
In der zweiten Halbzeit gaben die Gastgeber zunehmend mehr Gas, so dass man „klar Ton angebend war“, wie Münch zufrieden feststellte. Nur die Chancenverwertung dürfte ihm weiterhin Sorgen bereiten. Zumal sich eine alte Fußballerwahrheit bestätigte: Machst du vorne kein Tor, bekommst hinten eins rein. Grafings Keeper verschätzte sich bei einem langen Ball von der Mittellinie, Grasbrunns Stürmer Luis Rohrmoser kommt dran und es steht 0:1 (70.). Die Bärenstädter antworteten mit vermehrtem Druck, aber ohne Effizienz. Die nächste Pokalrunde findet somit ohne Kreisklassist TSV Grafing statt.
Ganz gut dagegen hielt der FCMS beim Bezirksligisten SV Dornach, der allerdings in diesem Totopokalspiel einige Akteure der Reserve mit einsetzte. Allerdings blieb Kreisklassist Markt Schwaben mit seinem Angriffslatein an der Mittellinie sitzen, während in der Defensive Gegnerunterstützung geleistet wurde.
„Wir haben am Anfang ganz gut mitgespielt und gut kombiniert“, gewann Trainer Massimo Foraterra dem Start positive Seiten ab. Am Ende trafen aber für Dornach Artur Geodakyan (37.), Philipp Traa (60.) und Fabian Aicher (85.) zu einem ungefährdeten Sieg.
Ohne Glanz, aber effektiv bewältigte der TSV Ebersberg die Aufgabe im Totopokal gegen den FC Biberg. „Es war okay,“ urteilte Ebersbergs Neutrainer Michael Hieber nach der Partie gegen den Kreisklassisten. In dieser hätte seine Mannschaft aufgrund des passiven Gegners oftmals Lösungen suchen müssen. „Dies ist phasenweise gelungen.“ Die Einschätzung von Hieber impliziert auch das Gegenteil in den anderen Phasen.
Zumindest beim entscheidenden Treffer durften die Zuseher sich über eine gelungene Aktion freuen. Nach einer kurz ausgeführten Ecke steckte Felix Hope auf den zweiten Pfosten auf Lusilawo Jonatahn Kisungu durch und das 1:0 war perfekt (54.). Spekulationen über eine einstudierten Variante mochte Hieber nicht widersprechen. „Das kann durchaus sein, dass Manuel Markio beim Heimtrainingslager am letzten Wochenende das gemacht hat.“
Sehr unterhaltsam geriet die Toto-Pokalpartie zwischen den zwei Vereinen an der B12. Nach dem ersten Durchgang „hätten wir 5:0 führen müssen“, beklagte Anzings Trainer Christian Rauch ein angespanntes Verhältnis seiner Akteure mit dem Torabschluss. Immerhin trafen Peter Rauch (32.) und Gabriel Thul (35.) zum 0:2 für den Kreisligisten.
Mit dem zweiten Durchgang zeigte sich Hohenlindens Abteilungsleiter Falk Hüniger dann aber „sehr zufrieden“. Dennis Klaes verkürzte für den Kreisklasse-Aufsteiger zum 1:2 (48.) und Anzings Alexander Dausch gelang ein wunderschönes Eigentor zum 2:2 (77.). Bei der gleich anschließenden Elfmeterentscheidung traf am Ende nach insgesamt zwölf Schützen Peter Rauch entscheidend für Kreisliga-Vizemeister FC Anzing-Parsdorf, der damit in der zweiten Runde steht, die am Wochenende, 17./18. August, angesetzt ist. (arl)