Einen derartigen Punktabzug hat es in den Regensburger Kreisligen noch nie gegeben. Der TSV Dietfurt aus der Kreisliga 2 verliert satte acht Punkte am grünen Tisch. Nach dem vorläufigen Urteil waren die Altmühlstädter in Berufung gegangen, hatten damit aber keinen Erfolg. Für den bisherigen Tabellenzweiten bedeutet das einen herben Rückschlag im Aufstiegsrennen. Dafür profitieren andere.
„Das Urteil ist jetzt rechtskräftig“, bestätigt der Regensburger Kreisspielleiter Mike Koriath am Donnerstagmorgen. Koriath hat das Sportgerichtsurteil bereits entsprechend in die Tabelle der Kreisliga 2 eingearbeitet. „Davon betroffen sind die ersten vier Saisonspiele des TSV Dietfurt plus eines zusätzlichen Punkteabzugs von zwei Punkten“
Konkret wurden die Dietfurter Spiele gegen die SG Hohenschambach (3:3), den TV Riedenburg (1:1), den SC Sinzing (6:0) und den FSV Steinsberg (2:2) mit 2:0 für den Gegner gewertet. Somit bekommen Hohenschambach, Riedenburg und Steinsberg zwei Punkte gutgeschrieben, Sinzing drei.
Tabellarisch sieht es nun so aus, dass Tabellenführer Riedenburg (42) seine Führung auf neun Punkte ausbaut – vor dem neuen Rangzweiten FSV Steinsberg (33). Im Abstiegskampf profitiert der SC Sinzing (16), der auf einen Nichtabstiegsplatz vorrückt. Und die Dietfurter? Die fallen mit nun 27 Zählern von Platz zwei auf Platz fünf. Die Meisterschaft ist nach menschlichem Ermessen futsch, der Aufstiegs-Relegationsrang ist sechs Punkte weg.
Was war überhaupt vorgefallen?
Wie bereits berichtet, hatte der TSV Dietfurt an den ersten vier Spieltagen seinen Sommer-Neuzugang
Felix Stark eingesetzt, der wegen einer fehlenden Ablösezahlung allerdings überhaupt nicht spielberechtigt war. Blöd an der ganzen Sache: Im Online-System „SpielPlus“ des Fußballverbands greift das Warnsystem bis zum 31. Juli noch nicht. Erst ab dem 1. August wurde Stark automatisch als gesperrt hinterlegt. Als das den TSV-Verantwortlichen auffiel, waren bereits vier Spiele absolviert.
„Wir hatten Berufung eingelegt, der nicht stattgegeben wurde. Anschließend hätten wir Revision einlegen können. In Telefonaten wurde uns aber mitgeteilt, dass die Aussicht relativ chancenlos ist, da es vier Vergehen sind“, berichtet Anton Bachhuber aus der Dietfurter Abteilungsleitung. Bei einem nicht berechtigten Spielereinsatz muss laut Regelwerk mindestens ein Zusatzpunkt abgezogen werden. Dadurch dass in diesem Fall jedoch mehrere Partien betroffen waren, musste die Strafe höher ausfallen als die Mindeststrafe.
Letztlich kam das finale Urteil nicht mehr überraschend für den Ex-Bezirksligisten. Bachhuber spricht von einer
„Verkettung unglücklicher Umstände. Natürlich ist uns ein Fehler passiert, aber hätte der Verband ein vernünftiges (Frühwarn-)System, wäre es nicht passiert.“ Trotz des riesigen Rückschlags im Aufstiegskampf wirft der TSV die Flinte nicht ins Korn:
„Wir haben eine hohe Qualität im Kader, holen noch das Spiel gegen den neuen Zweiten Steinsberg nach.“