
Die Finalisten im Kreispokal Kempen-Krefeld stehen fest: Am Pfingstmontag treffen in Kaldenkirchen die VSF Amern und der OSV Meerbusch aufeinander. Amern setzte sich am Mittwochabend mit 1:0 gegen Ligakonkurrent Union Nettetal durch. Meerbusch gewann bereits am Dienstag deutlich mit 5:1 gegen den TSV Kaldenkirchen – und nahm dem Gastgeber damit die Chance auf den Einzug ins Heimfinale.
Die Partie der beiden Landesligisten Amern und Nettetal begann verhalten. Beide Teams standen defensiv kompakt und waren zunächst darauf bedacht, Fehler zu vermeiden. Die erste Annäherung verzeichnete Amern durch Kouki Ozawa (4.), dessen Abschluss das Tor jedoch verfehlte. Auf der Gegenseite kam Nettetal nach einer Ecke zu einer Doppelchance (18.), doch weder der Kopfball noch der Nachschuss von Phillip Spickenbaum fanden den Weg ins Tor.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein intensives, aber chancenarmes Spiel mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Die beste Gelegenheit der Gäste hatte Jan Pöhler kurz vor der Pause, doch Amerns Schlussmann Ilyas El Edghiri reagierte stark und parierte einen Distanzschuss (39.). So blieb es zur Halbzeit beim 0:0.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf. Der Spielfluss blieb häufig unterbrochen, klare Torchancen waren selten. Erst eine Standardsituation brachte die Entscheidung: In der 68. Minute setzte sich Maximilian Gotzen nach einer präzisen Ecke von Kouki Ozawa im Strafraum durch und köpfte zum 1:0 ein.
In der Folge hatte Amern mehr Spielanteile und kam zu weiteren Möglichkeiten. Die größte Chance zur Vorentscheidung vergab Johannes Hamacher (74.), dessen Abschluss aus kurzer Distanz der Nettetaler Torwart stark parierte.
Trotz der größeren Spielanteile für Amern blieb die Partie bis zum Schluss offen. In der Nachspielzeit bot sich Nettetal noch die Chance auf den Ausgleich und damit auf die Verlängerung, doch erneut war El Edghiri zur Stelle und rettete mit dem Fuß gegen Pöhler.
Amerns Trainer Willi Kehrberg zeigte sich trotz personeller Probleme zufrieden mit dem Auftritt seines Teams: „Wichtig war, wie wir die Spiele angehen wollen – eng am Mann, laufstark und kompakt. Egal, in welcher Besetzung. Das ist fast wichtiger als das Ergebnis: dass wir wissen, was wir zu tun haben.“
Nettetals Trainer Kemal Kuc sah hingegen eine wenig ansehnliche Partie: „Ein sehr komisches Spiel, es fehlte die Spannung. In der ersten Halbzeit haben beide Mannschaften noch versucht, etwas zu machen. In der zweiten Halbzeit wollte Amern deutlich mehr. Da war insgesamt nicht viel drin für uns. Am Ende kann ich nur gratulieren.“
Amerns Finalgegner OSV Meerbusch hatte hingegen deutlich weniger Probleme. Der Bezirksliga-Spitzenreiter wurde seiner Favoritenrolle gegen den A-Ligisten TSV Kaldenkirchen vollauf gerecht. Früh ging Meerbusch mit 1:0 in Führung, erhöhte noch vor der Pause auf 2:0 und zog nach dem Seitenwechsel auf 5:0 davon. In der Schlussphase gelang den Gastgebern immerhin noch der Ehrentreffer: Nach einer Ecke war Nils Heines zur Stelle und traf zum 1:5 (87.).
Kaldenkirchen hielt phasenweise gut dagegen, konnte die spielerische Überlegenheit des klassenhöheren Gegners jedoch nicht entscheidend bremsen. Für den TSV bleibt es dennoch ein erfolgreicher Pokallauf, der erst im Halbfinale endete.