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„Am Schluss schlägst du dich selber“ ‒ Garmisch zu nervös im Kellerduell

von Oliver Rabuser · 24.11.2025, 08:04 Uhr · 0 Leser
Und dann ist er drin: FC-Keeper David Salcher kann den Kopfball nicht abwehren, Momo Ndiaye hatte einen anderen Gegenspieler zugeordnet bekommen - schon heißt es 3:3.
Und dann ist er drin: FC-Keeper David Salcher kann den Kopfball nicht abwehren, Momo Ndiaye hatte einen anderen Gegenspieler zugeordnet bekommen - schon heißt es 3:3. – Foto: Oliver Rabuser

Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen kontrolliert die Keller-Partie bei Wacker München, kassiert aber in den Schlussminuten den späten Ausgleich.

Winterdepression statt Jubel im Lager des 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Am Samstag hatte das Team von Trainer Stefan Schwinghammer beim FC Wacker München den Rettungsanker in Richtung Nichtabstiegsplätze eigentlich schon weit ausgeworfen, am Ende aber führte ein kommunikatives Desaster zum Ausgleich in der Nachspielzeit und zu viel Verdruss. Das 3:3 im Kellerduell der Landesliga Südost lässt die FC-Fußballer in den Tiefen des Tabellensumpfes verharren. Zudem waren ein weiteres Mal ausnahmslos vermeidbare Gegentreffer zu bemängeln.

Der schmerzhafte Magenschwinger in der Kälte von Untersendling war so überflüssig wie der berüchtigte Kropf. Die Gäste wollten diese Partie unbedingt gewinnen, und sie hätten es ohne Wenn und Aber auch tun müssen. Der klar bessere fußballerische Ansatz allein reichte aber nicht. Mentale Frische, Entschlussfreudigkeit und klare Kommunikation untereinander sind ebenfalls essenzielle Bestandteile. Und in diesen Bereichen haperte es bei den Garmisch-Partenkirchnern immer noch gehörig. „Am Schluss schlägst du dich halt wieder selber“, bilanziert Schwinghammer ernüchtert.

Garmisch gut im Spiel ‒ Elfmeter sorgt für ersten Schock

Der erste Rückschlag nach elf Minuten ließ sich noch als Betriebsunfall deklarieren. Nach einem Pfostentreffer von Lukas Ende und einem weiteren Abschluss des Angreifers verursachte Christoph Schmidt bei einem der seltenen Vorstöße der Münchner einen Strafstoß – 0:1. Mit überschaubarem Aufwand kam der 1. FC zurück: Ende passte von rechts zur Mitte, Gabriel Taffertshofer ließ durch, Jonas Schrimpf hatte freie Bahn zum 1:1. Ein Torerfolg als Produkt zielstrebigen Agierens.

Und weiter ging es in diese Richtung. Als Profiteur eines starken Gegenpressings von Jonas Poniewaz kam abermals Ende in eine gute Position. Wacker-Keeper Hannes Weyherters Fuß und der Außenpfosten retteten für die Gastgeber.

„Wir kommen gut zurück und gehen verdient in Führung“

Schwinghammer

Der 1. FC blieb weiterhin gut im Spiel, das Momentum aber in der Kabine. Kaum wieder angepfiffen, zog Armando Tischer nach langem Ball in die Mitte, weil Christoph Lößl es zuließ. David Salcher pariert zweimal, dann aber unterlief Philippe Schulz im Rettungsmodus das kaum vermeidbare Eigentor. Jetzt bedurfte es eines längeren Anlaufs zur Korrektur. Aber auch die klappte. Weil viele Gästespieler wie Taffertshofer, Elian Schmitt oder Schrimpf zahlreiche gute Ideen hatten, damit auch die Ausfälle von Lukas Pfefferle (Uni) und Philipp Sollender (Außenband) kompensierten. „Wir kommen gut zurück und gehen verdient in Führung“, urteilt der Coach über die beste Phase seiner Mannschaft. Robin Reiter gab den Ball von der rechten Strafraumbegrenzung zur Mitte, Momo Ndiye wuchtete den Ball fulminant unter die Querlatte. Dann Freistoß Schrimpf: Weyherter mit einer Nachlässigkeit, Ndiaye stochert nach, und Taffertshofer nutzt seine Freiheit zum 3:2.

Wenn man die Münchner nun so kicken sah, schien der Dreier fix zu sein. Falsch gedacht. „Plötzlich werden wir nervös“, rügt Schwinghammer seine Elf. Ein vorletzter Eckball wurde den Werdenfelsern zum Verhängnis: Unruhe im Strafraum, die Ampelkarte für Tischer im Tumult und ein 1. FC, der einfach nicht mehr wach genug war. Ndiaye war für Anto Stipic, den größten Wackeraner, eingeteilt. Intern wurde er jedoch wieder vom Innenverteidiger weg beordert. „Zu viel kommuniziert“, moniert der Coach. Mit Folgen. Stipic stieg am zweiten Pfosten nach oben und versaute den Garmisch-Partenkirchnern doch noch das restliche Wochenende.