
Die spannendsten und anstrengendsten Minuten haben sich für die Murnauer Fußballer nach dem Schlusspfiff der Partie gegen die SG Wielenbach/Pähl abgespielt.
Die eigene Pflicht war durch einen überzeugenden und nie in Gefahr geratenen 6:2-Erfolg erfüllt worden. Also richtete sich die ganze Aufmerksamkeit nach Raisting, wo Konkurrent SG Antdorf/Iffeldorf seinerseits die Meisterschaft der Kreisklasse klarmachen wollte. Lange deutete am Liveticker nichts daraufhin, dass der Fernkampf um den Titel nochmal eine unerwartete Wendung nehmen würde. Erstarrt saßen die Burschen zusammen und lauschten den Worten von Dominik Detert, der am Handy in Echtzeit die Geschehnisse in Raisting einholte.
Dort bahnte sich keine Überraschung an, 2:0 lag Antdorf vorne. Erst als der SVR 22 Minuten vor dem Ende den Anschluss markierte, kam nochmal Feuer in der Partie. Dann zeigte der Schiedsrichter drei Minuten vor Schluss auf den Elfmeterpunkt für die Gastgeber und 30 Kilometer nördlich brach Jubel aus. Die Minuten nach dem Ausgleichstreffer schienen endlos. Perfekt war der Wahnsinn.
Während die Spielertraube einem Ameisenhaufen glich, suchte Coach Jan Tischer nach einem möglichst großen Loch im Erdboden, um ganz für sich allein zu sein. Er suchte sich das entlegenste Fleckchen an der Poschinger Allee. Fernab seiner Schützlinge in einem Eck des Fußballplatzes. Durchschnaufen konnte er erst, als der Schlusspfiff in Raisting die Runde machte. Nach den ersten Bierduschen und Freudegesängen versammelte er sein Team im Kreis nochmal um sich.
Nicht nur um ihnen zum Aufstieg zu gratulieren, sondern auch um sich bei seinem Vorgänger Michael Schmid zu bedanken. „Der Erfolg geht zu einem ganz großen Teil auf das Konto vom Migga“, betonte Tischer. Sein Vorgänger hatte sich ebenfalls in der Runde eingefunden und verdrückte angesichts des Erfolges die ein oder andere Träne.

Die Partie selbst glich dem Auf und Ab in dieser Saison. Nur dank zweier Paraden von Felix Schürgers geriet der TSV nicht sofort in Rückstand. „Wir sind echt schwer in die Partie gekommen.“ Dann kam der TSV-Motor immer besser ins Laufen und wenn er denn einmal läuft, dann sind Höchstleistungen gewiss. Mit Zuspielen durch die Gasse brachten die Gastgeber den Gegner immer wieder in Schwierigkeiten. Ein ums andere Mal tauchten sie allein vor Matthias Burghart auf und hätte der SG-Torhüter nicht ein paar Mal glänzend reagiert, dann wäre Murnaus Sieg auch im zweistelligen Bereich möglich gewesen.
So aber blieb es durch die Treffer durch Benjamin Reiner, Josef Bierling sowie Lukas Ende und Fabian Erhard, die beide einen Doppelpack schnürten beim 6:2. Doch die Höhe des Sieges spielte bei der anschließenden Feier sowieso keine Rolle. Da stand nur der direkte Sprung in die Kreisliga im Mittelpunkt, auch wenn Co-Trainer Sebastian Schmölzel noch anmerkte: „Das sah bei uns früher aber schon anders aus, wenn wir aufgestiegen sind.“