2026-03-25T14:09:28.761Z

Vereinsnachrichten

Alter schützt vor Leistung nicht

Fußball-Kreisliga B 15: Volker Kollay und Daniel Schappo haben bei der SG Binsfeld frischen Wind entfacht und das Team in die Spitzengruppe geführt. Auch mit 44 Jahren ist der frühere Rheinlandligaspieler noch ein Aktivposten auf dem Platz. 

von Lutz Schinköth · Gestern, 23:30 Uhr · 0 Leser
Volker Kollay und die SG Binsfeld wollen sich auch vom jüngsten 2:7 gegen den SV Lüxem II nicht entmutigen lassen und weiter oben mitmischen.
Volker Kollay und die SG Binsfeld wollen sich auch vom jüngsten 2:7 gegen den SV Lüxem II nicht entmutigen lassen und weiter oben mitmischen. – Foto: FuPa/Verein

Es gibt nicht allzu viele Fußballer, die mit Mitte 40 noch auf dem Platz stehen. Volker Kollay ist so einer von ihnen. Gemeinsam mit Daniel Schappo coacht der in Landscheid lebende Spielertrainer seit dem Abgang von Sebastian Blaudszun Anfang September den B-15-Ligisten SG Binsfeld und hat das Team in die Spitzengruppe geführt.

Eigentlich hatte Kollay nach der Saison 2014/15 als Aktiver aufgehört und wurde Spielertrainer beim damaligen B-Ligisten SV Speicher. „Nachdem Daniel und ich das Training in Binsfeld aufgenommen hatten, war für mich klar, dass ich der Mannschaft auch auf dem Platz helfen kann. Ich fühlte mich gut. Es war eine persönliche Herausforderung, ob ich mit den Jungs noch mithalten kann. Weil ich über die Disziplin und den Willen verfüge, habe ich mir das auch zugetraut“, blickt Kollay auf mittlerweile elf Einsätze im Dress der Vereinigten aus Binsfeld, Landscheid und Niederkail.

Der bereits in der Vorsaison eingeleitete personelle Umbruch wurde weiter gestaltet – es kehrten wieder Stabilität und Konstanz ein. Weil Kollay beruflich und zeitlich stark eingebunden ist – er hat eine eigene Firma im Bereich Immobilien und Projektentwicklung und arbeitet zusätzlich halbtags in Luxemburg im sozialpädagogischen Bereich – übernehmen häufig Schappo sowie der als Co- und Fitnesscoach fungierende David Heck die Einheiten („Beide bringen sehr viel Kompetenz mit“).

Der jüngste Tiefschlag für die SG Binsfeld Geht es nach Kollay, soll die Tabellenführung nach dem jüngsten 2:7-Totalausfall beim SV Lüxem II („Wir waren nicht auf dem Platz“) bis zum Saisonende zurückerobert werden. „Der Aufstieg ist dennoch das Ziel. Dafür müssen wir Woche für Woche liefern. Wenn wir nur ein paar Prozent weniger geben, wird der Gedanke zur Makulatur – so wie in Lüxem. Doch wir haben das Gefühl, dass die Mannschaft gereift ist“, unterstreicht der Spielertrainer.

Unter dem langjährigen Vorsitzenden Norbert Heinz, der auch sein Nachbar ist, hatte Kollay einst bei der SpVgg Landscheid-Burg mit dem Kicken angefangen. In der A-Jugend ging es dann unter Sascha Meeth – der zur neuen Saison wieder den jetzigen Regionalligisten TSV Schott Mainz trainiert – zur JSG Laufeld, später spielte er unter ihm in der Landesliga. „Sascha hat mich mitgeprägt“, sagt der ehemalige Stürmer, der anschließend zum damaligen Rheinlandligisten SV Dörbach wechselte. „Von 2001 bis 2008 hatten dort Friedhelm Rach, Frank Hartmann und Harry Koch entscheidenden positiven Einfluss auf mich. Das waren tolle Jahre.“ Nach einem einjährigen Gastspiel in Luxemburg bei Union Mertert-Wasserbillig ging es nach Landscheid zurück. Als Spieler erlebte Kollay die Glanzzeiten der Binsfelder in der Bezirksliga noch mit.

Die Kabine ist Kollay besonders wichtig Kollay war und ist stets die Gruppendynamik wichtig: „In Dörbach hatten wir gute Typen, die den Laden zusammengehalten haben. Wir haben immer gesagt: Liefern statt labern. Als Trainer lege ich besonderen Wert auf die Disziplin auf und neben dem Platz. Manchmal muss man auch mal laut werden in der Kabine, doch alles muss dort bleiben.“ Besonders ärgert Kollay, wenn sich Spieler auf und neben dem Platz danebenbenehmen. „Nervig sind kurzfristige Trainingsabsagen, weil man ja die Einheit schon durchgeplant hat. Unpünktlichkeit hat auch etwas mit fehlendem Respekt zu tun.“ Kollay geht es stets darum, Teamgeist aufzubauen.

Im fortgeschrittenen Fußballalter beweist der Vater von zwei Mädchen im Alter von sieben und neun Jahren unverändert Widerstandsfähigkeit und Kommunikationsstärke auf dem Platz: „Ich möchte Vorbild sein.“

Was der Coach jetzt fordert In der knapp bemessenen Freizeit ist schon mal eine Runde Skat drin oder eine Stunde Angeln an der Mosel. Sich in den verbleibenden Wochen auf den Fußball zu konzentrieren und persönliche Dinge hinten anzustellen, sind Aspekte, die der Coach jetzt auch von seinen Spielern fordert, um das Ziel Aufstieg zu erreichen.

Wie Kollay durchblicken lässt, laufen derzeit die Gespräche mit den SG-Verantwortlichen, wie es ab dem Sommer weitergeht. „Die Zukunft ist noch nicht final geklärt. Doch, egal, in welcher Funktion, der SG werde ich auch in der neuen Saison treu bleiben.“