
Sechs Tore in einem Spiel. Maurice Wieting hat am Wochenende wieder einmal gezeigt, was in ihm steckt. Grund genug für uns, den 33-Jährigen zum Spieler der Woche zu küren. Im Interview mit uns erklärt der Stürmer seine sehr gute Form, spricht über seine eigene „Schuh-Kollektion" und warum die „Fußballrente" für ihn noch lange ein Fremdwort ist.
Sechs Tore in einem Spiel kommen selbst für die besten Stürmer nicht so häufig vor. Manche Offensivspieler erzielen nicht einmal sechs Tore in einer einzigen Saison. Von dieser Zahl ist Wieting schon weit entfernt. Durch seine Treffer am Wochenende steht der Stürmer damit bei 33 Saisontoren, und das erst nach 19 Spieltagen. Dass er am Sonntag sechsfach treffen konnte, machte er nicht nur an sich selbst fest: „An dem Tag ist einfach alles gelungen. Nicht nur mir persönlich, sondern der ganzen Mannschaft", erklärt Wieting bescheiden. In der Kabine muss sich Wieting aber trotzdem viel Amüsantes anhören: „Ich bekomme jetzt den einen oder anderen Spruch gedrückt. Als ich gestern im Training andere Schuhe anhatte, wurde direkt gefragt, ob das jetzt schon meine eigene Kollektion sei", erzählt Wieting.
In seiner Karriere war Wieting schon bei einigen Vereinen und war dabei auch fast überall erfolgreich. Sein Rezept für den Erfolg klingt simpel, ist aber die höchste Kunst im Fußball: „Wichtig ist es, vor dem Tor nicht viel nachzudenken und einfach zu machen. Je mehr man nachdenkt, desto schwieriger wird es." Mit 33 Jahren denkt er noch lange nicht an den Abschied vom Rasen. „Die Fußballrente steht bei mir noch in weiter Ferne. Alter ist nur eine Zahl. Solange ich körperlich fit bleibe und meiner Mannschaft helfen kann, spiele ich weiter."
Ein Grund dafür ist auch sein aktueller Verein. Sein Wechsel nach Lövenich im Jahr 2023 war ein Glücksgriff. Dustin Tesch lotste ihn damals für das „geile Projekt" zum Verein. Nach einer starken ersten Saison folgte unter Trainer Björn Effertz der nächste Schritt. Besonders das Vertrauen des Trainers ist entscheidend: „Björn holt das Maximum aus mir heraus. Wenn du als Stürmer dieses Vertrauen spürst, kannst du dein Potenzial voll ausschöpfen."
Neu in der Liga und trotzdem aktuell sensationell Dritter. Zehn Spieltage vor Schluss ist damit das Ziel Klassenerhalt bereits sicher. „Wir wissen, wo jeder seine Stärken hat und setzen uns gegenseitig in Szene", beschreibt Wieting das Erfolgsgeheimnis des Teams. Obwohl man von Spiel zu Spiel denkt, ist der Blick auf die Tabelle bei den Spielern natürlich da. „Platz Zwei ist in Reichweite. Wenn man so nah dran ist und eventuell über den Quotienten aufsteigen kann - warum nicht? Wir werden alles dafür geben." Persönliche Torziele hat der bekennende Dortmund-Fan nicht. Die Gefahr sei zu groß, dass man als Stürmer dann zu egoistisch vor dem Tor agiere. „Mein Ziel ist es, mit Lövenich erfolgreich zu sein. Ich versuche einfach zu knipsen, wenn es möglich ist, und am Ende gucken wir, wie viele es geworden sind." Egal was die Endzahl wird, jeder in Lövenich freut sich über die Tore ihres Top-Stürmers.