2026-04-23T13:43:33.969Z

Spielbericht

Alte-Männer-Husten

von Jörn Kutschmann · Gestern, 23:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Jörn Kutschmann

Hertha BSC – SK Rapide Berlin 4:3

19.Spieltag 7er Altliga Ü40 Kreisliga A Staffel 3 Saison 2025/2026

Sonntag, 19.04.2026 12:00 Uhr

Sportplatz Nordufer

7 Zuschauer

Alte-Männer-Husten

Ich hab bestimmt schon mal erzählt, dass mir der Sohnemann eine fette Narbe auf der Hornhaut im linken Auge verpasst hat. Falls nicht oder falls ihr den entsprechenden Bericht nicht gelesen habt, hier die Kurzfassung:

Vor vier Jahren, beim Toben, zog mir der Lütte kurz hintereinander erst den Finger und dann den Zehennagel durchs Auge … fragt nicht.
Laut der Augenärztin, die den Schaden später begutachtete, legte der Muschelpo dabei eine chirurgische Präzision an den Tag. Denn beide Cuts lagen genau aufeinander.

Ist das irgendwie merkwürdig, dass mich diese Aussage damals schon fast stolz machte?

Was bleibt, ist – wie gesagt – eine Narbe, die jederzeit mal wieder aufreißen kann.

Einfach, weil das Auge ein Weichkörper ist.

Eine Laser-OP könnte da zwar langfristig Abhilfe schaffen, aber der Schisser in mir will das nicht. Dann doch lieber einmal im Jahr für drei Tage ein dickes Auge und garstige Schmerzen.

Wie reißt diese Narbe auf? Na ja, meistens passiert das im Schlaf, wenn das Augenlid nicht ganz geschlossen ist, die Hornhaut austrocknet und man dann das Auge bewegt.

Offenbar kann man die Narbe aber auch durch zu starkes „Alte-Männer-Husten“ zum Reißen bringen.

Begonnen hat das ganze Drama am Sonntagvormittag: Die 7er-Herren der Altersklasse Ü40 von Hertha BSC empfingen den SK Rapide Berlin. Ich hatte mich wieder als fotografierender Edel-Joker zur Verfügung gestellt und daher stolperte ich fröhlich über den Kunstrasen am Nordufer, um mich mit meinen Mannschaftskollegen warm zu machen.

Zu Gast war der SK Rapide Berlin, eine Mannschaft aus dem oberen Mittelfeld. Entsprechend war klar, dass hier jeder alles geben musste, um die Niederlage gegen Hohenschönhausen wettzumachen.

Wir waren alle heiß wie Frittenfett, mussten den ersten Rückschlag aber schon nach wenigen Minuten hinnehmen: Murat verletzte sich ohne Einwirkung seines Gegenspielers und musste die Segel streichen. Spätere Diagnose: gebrochener Knöchel. Gute Besserung!

Nun mussten wir mehr wechseln als geplant und ich kam zu 15 Minuten Einsatzzeit in der ersten Hälfte. Zudem war dieser erste Durchgang wirklich hart, denn Musti hatte uns in Führung gebracht und Rapide presste energisch auf den Ausgleich.

Schweißnass ging es in die Kabinen und wir merkten: Hier geht was. Und besonders Musti hatte richtig Zielwasser getrunken.

Kurz nach dem Wiederanpfiff bedrängte Niri den Rapide-Keeper so, dass dieser einen Fehlpass spielte. Musti bekam das Leder vor die Füße und fackelte nicht lange.

Als er dann eine Minute später noch das 3:0 erzielte, standen alle Zeichen auf Sieg.

Leider kassierten wir nur eine Minute später den Anschluss.

Aber heute lief vieles wirklich gut und Lenny, der im Verlauf des Matches den Spielmacher von Rapide zur Verzweiflung brachte, erzielte das 4:1.

Klar, dass die Gäste nun nur noch den Vorwärtsgang kannten. Und wenn man heute eines bei Hertha bemängeln will, dann das Auslassen der Konterchancen, die sich nun zwangsläufig ergaben.

So kam Rapide noch zum 4:2 und kurz vor Schluss sogar noch zum 4:3.

Die letzte Aktion im Spiel war dann eine Ecke, bei der sogar der Gäste-Keeper mit nach vorne kam.

Aber Tommy im Hertha-Kasten pflückte den Standard locker aus der Luft und konnte kurz danach die Fäuste ballen:
Der Schiri pfiff ab und drei Punkte blieben am Nordufer.

Ich war von diesem Spiel so aus der Puste, dass ich den ganzen Heimweg über tierisch husten musste.

So heftig, dass offenbar die Narbe im Auge wieder aufriss …

Alt werden muss man können …

Zwei Tage konnte ich kaum etwas sehen und dieser Bericht erscheint daher erst jetzt.
Aber: Besser spät als nie.

Ha Ho He Hertha BSC 7er Ü40

Der Kutten König