
Der FC Alsterbrüder hat erstmals in dieser Saison Punkte liegen lassen. Nach sieben Siegen in Serie führte der Tabellenzweite gegen den TuS Osdorf früh mit 3:0, ehe die Gäste eine beeindruckende Aufholjagd starteten und am Ende ein 3:3 erzielten.
„Wir führen früh mit 3:0, weil wir Osdorf in den ersten 20 Minuten wirklich herspielen und das sehr gut machen“, erklärte Benjamin Voß, Trainer der Alsterbrüder. Die Tore von Tim Algner (8.), Lennart Duve (10.) und Jakob Kollotzek (14.) ließen zunächst nichts anbrennen. Doch schon ab der 25. Minute kam der Spannungsabfall, den Voß selbst nicht erklären konnte: „Dadurch lassen wir Osdorf im Spiel – und sie nutzen das, schaffen noch vor der Pause den Anschlusstreffer. Das muss man ihnen lassen.“
Für Osdorf-Trainer Bennet Krause begann die Partie hingegen denkbar schlecht: „Es war wieder so ein Spiel: Du redest 20 Minuten in der Kabine vor dem Spiel. Jeder, der Alsterbrüder kennt, weiß, dass sie fünf Spieler haben, die alle um die 1,95 Meter groß sind. Jeder Trainer wird sich auf deren Standardsituationen vorbereiten – so auch wir. Wir hatten uns vorgenommen, wie wir das verteidigen wollen, worauf wir achten müssen. Und dann steht es nach zehn Minuten 0:3 – darunter zwei Gegentore nach einfachen Eckbällen gleich zu Beginn. Da habe ich mich tierisch geärgert, wie man so leicht Gegentore kassiert und Eckbälle schluckt, obwohl man genau weiß, wie stark der Gegner bei Standards ist. Die erste Viertelstunde haben wir völlig verpennt, ich würde sogar sagen: die ersten 20 Minuten waren unsere schlechteste Saisonleistung.“
Nach der Pause zeigte Osdorf die gewünschte Reaktion: „Wir haben die ganzen taktischen Anpassungen mal außen vor gelassen und wollten einfach nur Mentalität zeigen. Das hat funktioniert – wir sind zurückgekommen und machen am Ende in Unterzahl sogar noch das 3:3. Das war genau die richtige Antwort und genau das, was wir gebraucht haben.“ Besonders stark war dabei Ilyas Afsin, der mit zwei Treffern (75., 85.) den Ausgleich markierte, während Luca Hinze kurz zuvor Gelb-Rot sah.
Voß musste anerkennen, dass sein Team die Chancen zur Vorentscheidung ungenutzt ließ: „In der zweiten Halbzeit verpassen wir es, das vierte Tor zu machen, obwohl die Chancen da waren. Osdorf bleibt dran, glaubt weiter an sich, vor allem nach der Pause. In der ersten Halbzeit sah das noch ganz anders aus – da hätten wir sie, wie man so schön sagt, mit einem vierten oder fünften Tor endgültig killen können. Stattdessen kommt Osdorf zurück, ihr Stürmer Afsin macht zwei Tore, und am Ende steht es 3:3. Ärgerlich, aber in Ordnung. Irgendwann musste so ein Spiel mal kommen – wir haben ja nicht erwartet, dass wir 30 Spiele in Folge gewinnen. Abhaken, nächste Woche besser machen.“
Für die Alsterbrüder war das Remis besonders bitter. Torjäger Konrad Janta, zuvor mit 14 Toren aus sieben Spielen, blieb erstmals ohne Treffer blieb. Trotz des verpassten Sieges bleiben die Alsterbrüder mit 22 Punkten weit oben, punktgleich mit Eintracht Norderstedt II. Osdorf klettert mit acht Zählern auf Rang zwölf und kann den Punktgewinn im Kampf um den Klassenerhalt gut gebrauchen.
„Ich fand, Alsterbrüder hat aus dem Spiel heraus nichts angeboten, auch in der ersten Halbzeit nicht. Sie kommen fast ausschließlich über ihre Größe und Physis“, resümierte Krause. Und abschließend mahnte er: „Für uns war das 3:3 natürlich gut, und wer weiß, wie wichtig dieser Punkt am Ende noch sein wird. Wir müssen jetzt in jedem Spiel punkten, damit wir nicht unten reinrutschen. Die Tabelle ist eng – mit einem Sieg kannst du wieder ins erste Drittel schielen, mit zwei Niederlagen bist du mitten im Abstiegskampf. Zumal die Konkurrenz unten auch gewonnen hat. Es wird auf jeden Fall spannend und noch einige heiße Spiele bis zum Winter geben.“
FC Alsterbrüder – TuS Osdorf 3:3 (3:1)
FC Alsterbrüder: Mats Mäder, Philipp Dechow, Jakob Kollotzek, Alexander Leonard Hartmann, Lorenz Hertwig (72. Gianluca De Ponte), Mert Erdal, Konrad Vinzenz Janta, Tim Algner (58. Abdul Samet Ankaoglu), Lennart Duve (46. Peter Göring), Joel Sia (84. Jasper Brinkmann), Mika Jan Gesewsky - Trainer: Benjamin Voß
TuS Osdorf: Tjorven Christian Foerste, Furkan Demir (65. Marcel Peters), Oguzhan Senol, Deron Darlington Adofo, Luca Gabriel Hinze, Maurice Schwäbe, Theo Bastian Kollar (89. Volkan Eren), Daniel Konrad Rechni (73. Adriano Manuel Joost), Lukas Koobe Schikowski (46. Lennox Finn Anton Trampert), Stefan Agyare, Ilyas Afsin - Trainer: Bennet Krause
Schiedsrichter: Adrian Schmitz (Hamburg )
Tore: 1:0 Tim Algner (8.), 2:0 Lennart Duve (10.), 3:0 Jakob Kollotzek (14.), 3:1 Theo Bastian Kollar (39.), 3:2 Ilyas Afsin (75.), 3:3 Ilyas Afsin (85.)
Gelb-Rot: Luca Gabriel Hinze (79./TuS Osdorf/Foulspiel)