2026-01-09T09:36:09.492Z

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Die Teilnehmer beim Dartsturnier.
Die Teilnehmer beim Dartsturnier. – Foto: TSV

Ally Pally Stimmung in Helmstadts Klubhaus

Dartstunier beim TSV Helmstadt mit 57 Teilnehmern

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Ein Master of Ceremonies, Walk-On und ein Caller – das Dartsturnier des TSV Helmstadt am Vorabend des Dreikönigtags stand in Sachen Atmosphäre dem zwei Tage zuvor stattgefundenen WM-Finale im Londoner Alexandra Palace zwischen Luke Littler und Gian van Veen kaum in etwas nach.

Spannender als das WM-Finale war es in Helmstadt aber zweifelsohne. "Wir hatten 57 Teilnehmer und die sportliche Qualität hat sich im Vergleich zu vorherigen Turnieren noch einmal verbessert", sagte Philipp Ullrich. Der Ur-Helmstadter und aktuelle Bambini-Trainer organisierte die Veranstaltung zusammen mit Simon Nuß, einem weiteren TSV-Eigengewächs.

Die beiden Dart-Liebhaber hatten im Vorfeld zusammen mit Oliver Braun, der die Konstruktion samt acht Dartboards mit mächtig handwerklichem Geschick aufbaute, einiges zu tun. Und dabei sind sie schon so etwas wie alte Hasen.

Seit drei Jahren finden Dartsturniere in Helmstadt statt. Im Winter stets als Einzel-Wettkampf, im Sommer folgt der Doppelwettbewerb. Ullrich erläuterte: "Rund um die WM versuchen wir im Winter natürlich immer den Hype mitzunehmen und die Teilnehmerzahl bestätigt das eindrucksvoll." Für das kommende Jahr gibt es bereits erste Überlegungen sich technisch zu erweitern, um auf acht statt sechs Boards gleichzeitig die Pfeile fliegen zu lassen.

Im Modus 301 mit Single Out gab es 84 Gruppenspiele, gefolgt von einem Sechzehntelfinale und den weiteren Runden bis zum großen Finale morgens um 2 Uhr. Knapp acht Stunden dauerte der Spaß, für den der TSV in seinem Klubhaus die Bewirtung übernahm.

Die Vorgeschichte dazu nahm ihren Ursprung vor 15 Jahren. "Wir waren damals eine Gruppe von acht Jungs, die sich das WM-Finale angeschaut und danach selbst angefangen hat zu spielen", sagte Ullrich und schmunzelte, "am Anfang waren wir so schlecht, dass wir erst morgens um 6 Uhr einen Sieger hatten." Über die Jahre hat sich die Begeisterung für Darts sukzessive gesteigert in und um Helmstadt.

"Besonders gefreut hat uns, dass sechs Frauen mitgemacht haben", so Ullrich. Unter den Teilnehmern am vergangenen Montag waren zudem eine zehnköpfige Gruppe aus Reichartshausen, aber auch Gäste aus Epfenbach, Bargen, Flinsbach und Neckarbischofsheim. Von dort kam der Turniersieger aus dem vergangenen Jahr. Rouven Paulmann gewann 2025, dieses Mal war für den Titelverteidiger und Trainer des Fußball-Kreisligisten TSV Neckarbischofsheim im Achtelfinale gegen den Helmstadter Fußballer Adrian Hotel Endstation.

Mittlerweile ist das Niveau sehr ordentlich, im ausschließlich von Hobbyspielern besetzten Turnier gab es sogar einen "Big Fish". Für diejenigen, die in den vergangenen vier Wochen nicht so oft bei der WM eingeschaltet haben: Dieser "Große Fisch" bedeutet, dass man ein Leg bei 170 Punkten Rest mit zweimal Triple-20 und einem Bullseye beendet. Selbst bei den Profis ist so etwas nicht alltäglich.

"Das einfach nur mega", berichtete Ullrich von dem besonderen Moment, den Dominik Raab in der Gruppenphase erzeugte. Wie ausgeglichen der Wettkampf besetzt war, zeigt die Tatsache, dass der zielsichere Raab knapp das Finale verpasst und sich am Ende den dritten Platz vor Marcus Mitlewski gesichert hat.

Im Halbfinale ließ der in München wohnende gebürtige Helmstadter Rico Ernst nichts anbrennen und schlug Raab mit 5:0. Dagegen entwickelte sich das zweite Halbfinale zum waschechten Krimi. Mitlewski führte gegen Thomas Dolch bereits mit 4:2, vergab etliche Matchdarts und verlor schließlich mit 4:5, wobei Dolch im entscheidenden Leg einen Elf-Darter ins Board zauberte.

Zum großen Finale griffen die Organisatoren selbst zum Mikrofon. Ullrich stellte als Master of Ceremonies die beiden Endspielteilnehmer vor, Nuss stand neben dem Board und fungierte als stimmgewaltiger Caller. Zu später Stunde rettete Dolch sein starke Endform aus dem Halbfinale in das Endspiel und sicherte sich mit 5:0 den Siegerpokal.

"Es war einfach wieder ein super Event, mit vielen Teilnehmern aber auch einigen Leuten, die zum Zuschauen vorbeigekommen sind", so Ullrich. Schon jetzt ist die Vorfreude groß in Helmstadt auf den Doppelwettbewerb im Sommer. Die Anmeldezahlen versprechen erneut Höchstwerte und die Stimmung einen kurzweiligen Abend beim TSV.

Aufrufe: 010.1.2026, 16:00 Uhr
red.Autor