
Weltmeister Thomas Häßler ist zurück im Fußball. Der ehemalige Spieler des TSV 1860 München trainiert nach überstandener Krankheit einen Berliner Bezirksligisten.
München/Berlin – Thomas Häßler hat zweieinhalb Jahre nach dem Auftreten seines plötzlichen Gedächtnisverlustes den Weg zurück in den Fußball gefunden. „Ich habe meinen Lebensmut nicht verloren und bin immer noch der Gleiche“, sagte Häßler der Deutschen Presse-Agentur. Seit dem Sommer betreut er den achtklassigen FC Spandau 06 in der Berliner Bezirksliga. „Alles ist wieder im Lot. Ich habe wieder Lust auf Fußball gehabt, deswegen bin ich in Spandau gelandet.“
Seit 2016 ist der 58-Jährige zwischen der Bezirks- und Berlin-Liga unterwegs. Vor Spandau trainierte Häßler den BFC Preußen, ehe dem Weltmeister von 1990 im August 2022 plötzlich das Gedächtnis versagte und er den Job im Süden Berlins nicht mehr ausüben konnte. „Mir war nur wichtig, wieder eine Aufgabe zu haben und von zu Hause wegzukommen. Das war dann auch irgendwann mal langweilig“, sagt Häßler: „Fußball bestimmt seit 50, 55 Jahren mein Leben. Und ohne geht es halt nicht. Deswegen bin ich ja froh, wieder ein Amt zu haben.“
Häßler selbst hat die überwundene Krankheit nachdenklicher gemacht. Da sie aber nicht lebensbedrohend war, versucht der Fußballer des Jahres 1992 „ganz normal jeden Tag zu genießen.“
Für den TSV 1860 München spielte Thomas Häßler von 1999 bis 2003 vier Saisons in der Bundesliga. In seinem ersten Jahr führte der Spielmacher die Löwen unter Trainer Werner Lorant auf Platz vier, scheiterte in der Folgesaison aber in der Champions-League-Qualifikation an Leeds United. In insgesamt 141 Einsätzen für die Löwen erzielte der offensive Mittelfeldspieler 26 Tore und leistete 37 Torvorlagen. (dpa/sija)