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Alles auf null für die SpVg Odenkirchen

Am Ende hielt Odenkirchen nur über einen Saisonschlussspurt und über den Umweg Entscheidungsrunde die Klasse. Ein versöhnliches Ende nach einer enttäuschenden Saison. Für die neue Spielzeit rüstet die SpVg auf, setzt aber erst mal auf Bescheidenheit.

von Arnd Janssen · 21.07.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
Odenkirchen befindet sich schon mitten in der Saisonvorbereitung.
Odenkirchen befindet sich schon mitten in der Saisonvorbereitung. – Foto: Julian Glaw

In der Entscheidungsrunde gegen den 1. FC Mönchengladbach hat sich die SpVg Odenkirchen auf dem letzten Drücker noch den Bezirksliga-Verbleib gesichert –bemerkenswert nach einer veritablen Krisensaison: „Mit dem Klassenerhalt haben wir nicht mehr gerechnet, aber immer daran geglaubt. Ab dem Winter war alles ein Marathon, es gab viele Endspiele und wir haben es angenommen. Die Spiele gegen den FC waren schon ein Bonus, denn in der Winterpause waren wir tot“, zieht der Sportliche Leiter Stephan Moesges Bilanz.

Mit den Trainerwechseln von Jakob Scheller zu Interimstrainer Damian Schriefers hin zu Simon Sommer und vielen sportlichen Rückschlägen sei es eine „emotional anstrengende und körperlich brutale Saison gewesen“.

Das war gut in der Saison

Nach nur zwei Siegen in der Hinrunde schlug Odenkirchen in der Rückrunde zurück und markierte immerhin sieben Siege, in der Summe Platz neun in der Rückrunden-Tabelle. Durch die Rückkehr von Simon Sommer und Wolla Brück als Trainerduo im Spätherbst erarbeitete sich die Mannschaft zunehmend Stabilität und Erfolgserlebnisse.

„Wolla und Simon haben die Hebel vor allem bei der Fitness angesetzt und wirklich tolle Arbeit geleistet“, so Moesges. Die Defensive wurde in der Rückrunde viel stabiler. Einem Torverhältnis von -27 in der Hinrunde stand eine Differenz von +8 in der Rückrunde gegenüber. Tatsächlich kamen bei 60 Gegentoren bis zum Winter im Frühling nur noch 28 hinzu. Auch die Winter-Neuzugänge halfen dem Team. Ein Simon Leuchtenberg etwa habe „wichtige Tore“ gemacht und seine Verpflichtung gerechtfertigt.

Der Schlussspurt war enorm bei Odenkirchen – zumindest was die Wirkung anging. Drei Spiele vor Saisonschluss lag die Sportvereinigung neun Punkte hinter dem FC. Odenkirchen gewann alle drei Spiele, der 1. FC unterlag drei mal knapp – und Odenkirchen erzwang noch die Entscheidungsrunde – mit positivem Ausgang. „Da waren wir sportlicher Profiteur und hatten dann auch das Momentum“, sagt Moesges. Ein neuer Anlauf auf das Projekt Bezirksliga startet jetzt.

Das war nicht gut

88 Gegentore und 17 Saisonniederlagen sind ein enttäuschendes Ergebnis. Die Saison lief nicht nach Wunsch. In einer Phase von zwei Siegen in der Hinrunde war kurz die Hoffnung da. Mehr wurde es dann aber nicht. Es dauerte bis zur Rückrunde bis zum nächsten Erfolg. Und trotz der sieben Siege in dieser wären weitere Punkte drin gewesen. Aluminiumtreffer verhinderten Siege in Uedesheim (1:1) und beim TSV Bayer Dormagen (2:3). Vogelwilde Ergebnisse wie noch in der Hinrunde wie ein 4:7 gegen Wickrath nach 3:0-Führung passierten in der Rückrunde immerhin nicht mehr. Zwei deutliche Niederlagen gaben es aber doch (1:4 gegen Grevenbroich und 1:5 gegen Gnadental).

Verletzungsbedingt wurde auch Kapitän Marcel Schulz im April als Antreiber für einige Spiele vermisst. Die Saisonverlängerung gegen 1. FC wurde im Odenkirchener Lager kritisch gesehen: „Das hat ein Geschmäckle, weil sich das über zwei Spiele und nicht über die ganze Saison geklärt hat“, sagt Moesges, der kein Fan der Entscheidungsrunde ist. Und das, obwohl Odenkirchen von der Regelung bei Punktgleichheit profitierte.

Spieler der Saison

Auch wenn Moesges gerne die Mannschaft der Rückrunde als besten Akteur nennen würde, hebt er doch einige Spieler besonders hervor: „Semi Purisevic ist mit seiner Mentalität vorangegangen, war immer mannschaftsdienlich und hat Kilometer abgerissen“, sagt er. Und Andrej Federer habe die wichtigen Tore gemacht. Auch dank Marcel Schulz, Robin Wolf oder Philipp Bäger habe es am Ende noch geklappt mit dem Klassenerhalt.

So geht es weiter

Odenkirchen befindet sich bereits in der Saison-Vorbereitung, die Kaderplanung ist mit 27 Spielern abgeschlossen. Die altgedienten Semir Purisevic, Pascal Schmitz und Marcel Kalski werden in den Hintergrund treten und eher als „Stand-by-Spieler“ auftreten. Tobias Kamper und Marvin Spinnrath gehen in die Reserve. Weitere Abgänge: Luke Schmitz (Moesges: „Unser Eigengewächs hätten wir gerne behalten“) und Mehmet Ilgörmez, der zu Lürrip geht. Max Kuznik wechselt nach Fischeln.

Ein spektakulärer Neuzugang war kürzlich noch Serkan Pacali von SF Neuwerk, der vergangene Saison 23 Torbeteiligungen verzeichnete: „Wir haben jemanden für außen gesucht, der die Offensive verstärkt und diese variabler macht. Es waren vertrauensvolle Gespräche und er hat sich innerhalb kurzer Zeit für uns entschieden“, erklärt Moesges.

Von RW Venn kam Torwart-Talent Liam Hermanns, ebenso kommen vom 1. FC Mönchengladbach Vincent Schleifer, Simon Beermann und Jan Pflipsen. „Simon und vor allem Vincent haben sich schnell für uns entschieden. Bei Jan, haben wir nicht locker gelassen und sind froh, dass auch er uns verstärkt.“ Der junge Marius Sentis (21, von Schelsen) ist „gut ausgebildet und wurde schon über längere Zeit beobachtet“, Yannic Wolf von DJK Hehn kommt als „defensiv variables Mentalitätsmonster dazu“, so Moesges.

Die neue Bezirksliga schätzt er als sehr stark besetzt ein: „Es gibt Vereine, die Maßstäbe setzen werden, darunter Tönisberg, Fischeln, Meerbusch und Brüggen. Favoriten sind schwer zu benennen“, sagt Moesges. Er wünscht sich für Odenkirchen eine ruhige Saison und dass man die positive Entwicklung fortführen kann: „Im besten Fall diesmal nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, unterstreicht er.